
Beim Mural City Festival in Bremen verwandeln nationale und internationale Künstler:innen 11 Hausfassaden in großflächige Wandgemälde. Unter dem Motto „Beauty of Science“ verbindet das Event dieses Jahr urbane Straßenkunst mit Forschung und Wissenschaft. Die Hochschule Bremen (HSB) ist mit einem Kunstwerk zum Thema gesundheitsbedingte Beeinträchtigung bei Kindern dabei. Die Eröffnungsfeier des Festivals ist am Samstag, 22. August 2026, um 14 Uhr im Innenhof des Fehrfeld 42 (28203 Bremen). Der Eintritt ist frei.
Frühe Sprachentwicklung ist ein Forschungsthema von Professorin Dr. Wiebke Scharff Rethfeldt und Dr. Catharina Marie Güttler. Ihre Expertise war die fachliche Grundlage für die kroatische Künstlerin Tea Kvar, die das Thema mit dem Fokus auf die gesundheitsbedingte Beeinträchtigung bei Kindern an einer Hausfassade in der Ostendorpstraße 6 im Viertel umgesetzt hat.
Worum geht es? Eine häufige, aber noch immer wenig bekannte Neuroentwicklungsstörung ist die Sprachentwicklungsstörung – kurz: SES. „Etwa jedes 14. Kind ist davon betroffen“, sagt Wiebke Scharff Rethfeldt. Die Schwierigkeiten beim Verstehen und/oder Verwenden von Sprache können Wortschatz, Grammatik, Satzbildung und Erzählen betreffen. Weil sie häufig nicht auf den ersten Blick sichtbar sind, werden betroffene Kinder mitunter erst spät erkannt. „Dabei können die Auswirkungen weit über die Kindheit hinausreichen – auf Lernen und Bildung, soziale Beziehungen, Gesundheit und berufliche Chancen“, so Catharina Marie Güttler.
„Jedes Wort zählt“ bleibt dabei weit über das Festival hinaus sichtbar: Eine Website informiert über SES, Logopädie und die Forschung an der Hochschule Bremen. Wiebke Scharff Rethfeldt: „Sprache beginnt lange vor Lesen und Schreiben – und jedes Wort zählt.“
In der Sprachentwicklungsforschung beschäftigen sich die Wissenschaftlerinnen unter anderem mit kultursensitiver Diagnostik, Beratung und Therapie bei mehrsprachig aufwachsenden Kindern, der Früherkennung von Sprachentwicklungsrisiken sowie alltagsintegrierten und KI-basierten Ansätzen. Ihr Ziel: Barrieren auf dem Weg zu Diagnostik und Therapie abbauen und Kindern einen frühzeitigen und gerechten Zugang zu sprachtherapeutischer Versorgung ermöglichen.

Prof. Dr. Wiebke Scharff Rethfeldt
Head of Logopedics - Applied Therapeutic Sciences Program
+49 421 5905 3768
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Foto vor der Hausfassade im Viertel, wo das Kunstwerk zu sehen sein wird ab dem 22. August: Dr. Catharina Marie Güttler (links) und Professorin Dr. Wiebke Scharff Rethfeldt (rechts) von der Hochschule Bremen mit der Künstlerin Tea Kvar.
© Wiebke Scharff Rethfeldt
