Mehr als 50 Jahre nach ihrer Gründung sind Fachhochschulen – oder Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW), wie sie heute üblicherweise bezeichnet werden – als Orte der wissenschaftlichen Ausbildung und Forschung für das Wissenschafts- und Innovationssystem in Deutschland unverzichtbar.

Diese Erfolgsgeschichte ahnte 1970 noch niemand voraus, als per Gesetz die ursprünglich selbstständigen Bremer Fachhochschulen ins Leben gerufen wurden, die 1982 zur heutigen Hochschule Bremen verschmolzen. Mittlerweile ist die HSB die zweitgrößte Wissenschaftseinrichtung im Land Bremen. Als Hochschule der Angewandten Wissenschaften (HAW) mit ebenso praxisnaher wie zukunftsorientierter Lehre und Forschung sowie ihrem Markenzeichen Internationalität gilt sie als unverzichtbarer Standortfaktor für die Region. Die Absolvent:innen tragen zur Fachkräftesicherung in allen relevanten Gesellschaftsbereichen bei. Die breitgefächerte Forschung erfolgt in enger Kooperation mit Unternehmen und wissenschaftlichen Institutionen.

Mit ihrem Profil orientiert sich die HSB an den aktuellen Zukunftsfragen von Gesellschaft und Wirtschaft, die sich als Querschnittsthemen durch Studium und Lehre ziehen. Dazu gehören:

  • Digitalisierung
  • Energie
  • Mobilität
  • Stadtentwicklung
  • Gesundheit
  • Nachhaltigkeit

Was Studium und Lehre an der HSB auszeichnet

Die etwa 8.500 Studierenden (Stand Oktober 2020) können an fünf Fakultäten unter derzeit 68 überwiegend internationalen Bachelor- und Master-Studiengängen wählen. Die einzelnen Studiengänge der HSB sind interdisziplinär ausgerichtet. Im Studienablauf setzen sie auf fachliche und praktische Zusammenarbeit innerhalb und zwischen den Fakultäten.

Das fachlich-inhaltliche Spektrum lässt sich den Natur- und Ingenieurwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften und Gesellschaftswissenschaften zuordnen. Interdisziplinäre Lehr- und Forschungsfelder mit Bezug zu globalen Herausforderungen wie beispielsweise Nachhaltigkeit, Künstliche Intelligenz, Gesundheit, Ökologie, Stadtentwicklung, Globalisierung, neue Arbeitsformen oder Mobilität werden kontinuierlich in die Studienabläufe integriert und perspektivisch weiterentwickelt.

Systemakkreditierung – leistungsfähiges Qualitätsmanagementsystem

Nach einem rund zweijährigen Verfahren wurde die HSB im Mai 2019 ohne Auflagen systemakkreditiert. Mit einer positiven Systemakkreditierung wird bestätigt, dass das interne Qualitätsmanagementsystem die Qualitätsstandards der Studiengänge dauerhaft gewährleistet.

Kooperation mit Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft

Die HSB leistet seit 50 Jahren als zweitgrößte wissenschaftliche Einrichtung des Landes mit ihrem bundesweit hoch anerkannten spezifischen und für das Land Bremen und im Nordwesten einmaligen Profil (Praxisorientierung + Internationalität + Lebenslanges Lernen) einen pass- und bedarfsbezogenen Beitrag zur Fachkräftesicherung und Innovationsförderung der bremischen Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft und damit zu den politischen Zielen der Standortentwicklung.

Als HAW setzt die HSB seit jeher auf eine enge Kooperation mit der Wirtschaft. Bereits während des Studiums können die Studierenden an praxisnahen Semesterprojekten teilnehmen, oft in direkter Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern der Hochschule. Rund 90 Prozent der Studierenden schreiben ihre Abschlussarbeiten in Kooperation mit Unternehmen. Hinzu kommen duale Studiengänge, die die HSB zur führenden dualen Hochschule im Nordwesten machen. Von diesem "Transfer über die Köpfe" profitieren beide Seiten: Studierende bekommen frühzeitig Einblicke in die Praxis und können ihr Wissen in realen Situationen anwenden, während Partnerunternehmen und -organisationen Zugang zu neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen haben und frühzeitig in Kontakt mit dem Fachkräftenachwuchs kommen.

So zählte das weltweit durchgeführte Ranking U-Multirank der EU die Hochschule Bremen 2020 zu den "globalen Top 25-Performern" in der Sparte "Transfer und Kooperation". Ausgewertet wurden 11.400 Studiengänge an über 1.700 Hochschulen in 92 Ländern.

Überdurchschnittlich international

In mehr als der Hälfte der Studiengänge sind Auslandsaufenthalte mit Praxis- und Studiensemestern fester Bestandteil des Studienverlaufs. Mit dieser hohen Anzahl internationaler Studiengänge markiert die HSB bundesweit mit Abstand einen Spitzenplatz.

Die Auslandserfahrung unserer Absolvent:innen kommt ihren Berufschancen immens zugute, da in einer weltweit vernetzten Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft internationale Erfahrung und interkulturelle Kompetenzen zunehmend gefragt sind. Nicht zuletzt fördert die Auseinandersetzung mit anderen Kulturen auch die persönliche Entwicklung unserer Studierenden.

Digitaler Wandel – Zentrales Querschnittsthema für die HSB

Mit der digitalen Transformation in Studium und Lehre, im Bereich der Verwaltung und in der Forschung verfolgt die HSB eine für die Wettbewerbsfähigkeit zentrale Querschnittsstrategie. Diese bezieht sich unter anderem auf die Ziele des Landeskonzepts und erfolgt in Abstimmung und zum Teil in Kooperation mit anderen Hochschulen des Landes.

Durch die Digitalisierung verändern sich die Arbeitswelt und Gesellschaft auf vielfältige Weise. Unsere Studiengänge vermitteln bereits heute notwendige Kompetenzen, um den damit verbundenen Anforderungen zu entsprechen. Die Fakultäten prüfen und aktualisieren ihre Studienangebote und entwickeln sie weiter. Nicht erst durch die Corona-Pandemie nutzen wir Online- und Blended Learning Formate in der Lehre, um den Studienverlauf zu sichern und zu unterstützen. Die aktuellen Landesprogramme zur Digitalisierung von Lehre und Services schaffen Rückenwind für die engagierte Arbeit in den Studiengängen und Dienstleistungsbereichen.

Darüber hinaus nutzen wir erfolgreich eingeworbene Mittel, um innovative Modelle in der digitalen Lehre zu erproben und die notwendige Infrastruktur auszubauen. Aktuell planen die Fakultäten zudem 20 zusätzliche Professuren zu diesem Zukunftsthema. Damit schaffen wir zusätzliches Potenzial für die Kompetenzentwicklung in Studium und Lehre, zusätzlich werden Forschung und Transfer mit den Unternehmen intensiviert. E-Government, Digitalisierung von Verwaltungsprozessen, "Bologna without papers" sind zentrale Anforderungen in der Hochschulentwicklung für die kommenden Jahre. 

Weiterbildung auf Hochschulniveau

In einer Gesellschaft, in der Wissen die wichtigste Grundlage von Wertschöpfung ist, spielt Weiterbildung im Sinne lebenslangen Lernens eine zentrale Rolle. Weiterbildung ermöglicht außerdem beruflichen und sozialen Aufstieg. Die Hochschule Bremen versteht sich als Offene Hochschule und hat es sich zur strategischen Aufgabe gemacht, ihre Angebote im Bereich Weiterbildung und Lebenslanges Lernen durch die Gründung des Instituts für Wissenschaftliche Weiterbildung (IWW) weiterzuentwickeln.

Das International Graduate Center (IGC) und die Graduate & Professional School der HSB bilden den institutionellen Kern des IWW in enger Kooperation mit dem Zentrum für Lehren und Lernen (ZLL) der Hochschule.

Ziel ist der Aufbau eines citynahen Weiterbildungs-Campus mit der Bereitstellung eines erweiterten Fort- und Weiterbildungsangebots, zugeschnitten auf unterschiedliche Zielgruppen. Einzelne Module oder ganze Studiengänge können berufsbegleitend absolviert werden. In der Gesamtheit der offenen Bildungsangebote möchte die HSB auf allen Ebenen zu mehr Durchlässigkeit und Bildungsgerechtigkeit im Sinne von "Aufstieg durch Bildung" beitragen.

Master am International Graduate Center

Das International Graduate Center ist die interdisziplinäre Einrichtung der Hochschule Bremen für akademische Weiterbildung im Master-Bereich. Mit neun weiterbildenden Masterstudiengängen, davon sechs in Vollzeit und drei berufsbegleitend, verfügt das IGC über eines der umfangreichsten Weiterbildungsangebote aller Graduiertenschulen in Deutschland.

Weiterbildungskurse und Zertifikate

Die Graduate & Professional School der HSB bietet Seminare und Zertifikatsprogramme auf Hochschulniveau für Berufserfahrene an, die sich in einem speziellen Fachgebiet weiterbilden möchten, ohne ein komplettes Studium zu absolvieren. Der Zugang ist meist ohne reguläres Abitur möglich.

Zentrum für Lehren und Lernen

Das Zentrum für Lehren und Lernen (ZLL) der Hochschule Bremen bündelt ein breites Angebot für unterschiedliche Zielgruppen im Kontext von Studium und Lehre. So bietet es Studierenden und Lehrenden, aber auch Akteur:innen in der Studiengangsentwicklung und -koordination die Möglichkeit der Weiterbildung zu hochschul- und mediendidaktischen sowie studiumsbezogenen Themen.

Studieren auch ohne Abitur

Generell ermöglichen HAW auch Personengruppen ohne allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife ein Studium. Dieses Prinzip der "Offenen Hochschule" ist der HSB ein zentrales Anliegen. Seit Jahren gestaltet die HSB ihr ­Angebot im Bereich Lebenslanges Lernen in enger Kooperation mit Unternehmen und deren Bedarf in der Personalentwicklung aus.

Stark in Kooperation und Forschung

Die HSB wirkt auch durch ihre Aktivitäten im Bereich der anwendungsorientierten Forschung als Impulsgeberin für die regionale Entwicklung. Das zeigt sich in der großen Bandbreite der Forschungsansätze ebenso wie in den interdisziplinären Forschungsteams, denen meist noch externe Kooperationspartner aus Wirtschaft und Wissenschaft angehören.

Das Referat Forschung und Transfer der HSB begleitet die Projekte von der Antragsphase, über die Durchführung bis hin zum Ergebnistransfer in Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft. Zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses unterstützt die HSB im Jahr 2021 an die 50 kooperative Promotionsverfahren, knapp die Hälfte davon in Kooperation mit der Universität Bremen.

Forschungscluster

Inhaltlich haben sich sechs Forschungscluster herausgebildet, die mit den wissenschaftlichen Fokusthemen des Landes Bremen in Verbindung stehen:

Zentrale Dokumente