Traditionsreich und zugleich innovativ zu sein zeichnet die Hochschule Bremen seit jeher aus. Lassen sich die Anfänge auf das Ende des 18. Jahrhunderts zurückdatieren, setzt die HSB heute konsequent auf Innovation und Internationalisierung. Diese außergewöhnliche Verknüpfung hat ihr Wesen in den vergangenen Jahrzehnten entscheidend geprägt. Heute verkörpert die Hochschule Bremen höchste Kompetenz in anwendungsnaher und praxisorientierter Lehre und Forschung.

Die Historie der Hochschule Bremen in ihrer Gesamtheit

Studierende statt Schüler:innen

Geändert hat sich nicht nur der Name, sondern auch der Status: Aus Schüler:innen wurden Studierende, aus der technischen Mittelschule des ausgehenden 19. Jahrhunderts 76 Jahre später eine praxisorientierte Fachhochschule. Damit stiegen auch die Anforderungen an Lehrende und Lernende.

Mit diesem Prestigegewinn ging einher, dass nicht mehr die Schulbehörde, sondern die Wissenschaftsbehörde verantwortlich zeichnete. Die Zusammenlegung mit den drei anderen stadtbremischen Fachhochschulen zur Hochschule Bremen am Standort Neustadt erweiterte die fachliche Basis und veränderte den Charakter der Hochschule Bremen nachhaltig, denn es bot sich ab jetzt die Chance, interdisziplinär zu lehren und zu forschen.

Über 125 Jahre Ingenieurausbildug

Wandel und Kontinuität kennzeichnen den wechselvollen Weg von den 105 Baugewerkschülern des Jahres 1894 zu den etwa 8.700 Studentinnen und Studenten im Jahr 2020 in den technischen, wirtschaftswissenschaftlichen und gesellschaftswissenschaftlichen Studienangängen eingeschrieben sind.

Am 6. November 1894 nahm das Technikum der Freien Hansestadt Bremen den Unterrichtsbetrieb zunächst mit der Baugewerkschule auf, aus der im Lauf der Zeit die heutige Fakultät Architektur, Bau und Umwelt hervorging. Am 29. Januar 1895 kam die Seemaschinistenschule (später: Schiffsbetriebstechnik, 1975 an die Hochschule Bremerhaven abgegeben) hinzu, am 18. April 1895 folgte die Maschinenbau- und Schiffbauschule.

Seinen Sitz hatte das Technikum ursprünglich in einem Neubau in der heutigen Langemarckstraße 113, der in den Jahren 1892 bis 1894 als Schulgebäude errichtet wurde. Erst 1906 erfolgte mit der Fertigstellung des gegenüberliegenden Gebäudes (heute: M-Gebäude der Hochschule Bremen) der Umzug auf die gegenüberliegende Straßenseite, und der Komplex in der Langemarckstraße 113 konnte ab sofort als Schulgebäude dienen. Im Ersten Weltkrieg folgte die Nutzung als Lazarett, später als Ortsamt. Nach dessen Auszug nutzte die Hochschule Bremen das Gebäude für ihren wachsenden Raumbedarf. Seit 2018 ist die Langemarckstraße 113 die Adresse des International Graduate Center, das 14 Jahre nach seiner Gründung dort zahlreiche Büros, Seminarräume und vier Hörsäle nutzt.

50 Jahre Hochschulen für angewandten Wissenschaften in Bremen

Als zum 1. September 1970 per Gesetz die ursprünglich selbstständigen Bremer Fachhochschulen ins Leben gerufen wurden, die 1982 zur HSB verschmolzen, ahnte vermutlich noch niemand den Stellenwert, den dieser Hochschultyp einmal namentlich in puncto regionalökonomische Effekte und als Innovationsmotor für die regionale Entwicklung einnehmen würde. Eine Million Menschen bzw. 40 Prozent aller Studierenden in Deutschland sind aktuell an Hochschulen der Angewandten Wissenschaften eingeschrieben – Tendenz weiter steigend.

Heute ist die HSB die zweitgrößte Wissenschaftseinrichtung im Land Bremen mit einem anerkannten, zentralen Platz im Hochschulsystem. Mit anwendungsorientierter Lehre und Forschung und ihrem Markenzeichen Internationalität ist sie für das Wissenschafts- und Innovationssystem unverzichtbar und punktet sie als unverzichtbarer Standortfaktor für die Region. Die Absolvent:innen tragen zur Fachkräftesicherung in allen relevanten Bereichen bei, Forschung erfolgt in enger Kooperation mit Unternehmen und Organisationen.