
Was bedeutet es, wenn Patient:innen im Krankenhaus schlecht schlafen? Wie können Pflegekräfte sicherstellen, dass Menschen mit psychischen Erkrankungen wirklich mitbestimmen können? Und wie kann die Mobilität älterer Menschen in der Langzeitpflege gestärkt werden? Diese und andere zentrale Fragen standen im Mittelpunkt des Studierendenkongresses „Pflegeforschung und ihre Bedeutung für die Pflegepraxis“, der Ende des Sommersemesters am Campus Am Brill der Hochschule Bremen (HSB) stattfand.
Die Studierenden des vierten Semesters des Internationalen Bachelorstudiengangs Pflege hatten sich mit zahlreichen praxisrelevanten Themen auseinandergesetzt – alle direkt aus der täglichen Arbeit von Pflegeeinrichtungen in Bremen abgeleitet. Die Themen wurden gemeinsam mit den Praxispartner:innen DIAKO, Rotes Kreuz Krankenhaus, Haus St. Elisabeth (Caritas), St. Joseph Stift Bremen, Bremische Schwesternschaft und Klinikum Bremerhaven Reinkenheide entwickelt – ein klares Zeichen dafür, dass die Forschung an der HSB nicht in der Theorie bleibt, sondern aus der Praxis kommt und in die Praxis zurückkehrt.
Neun Studierendengruppen konnten nun vor rund 80 Gästen zeigen, wie aus praxisrelevanten Problemen und Fragestellungen evidenzbasierte Lösungsansätze entstehen und präsentierten diese Ergebnisse. Die Themen reichten von der Schlafqualität im Krankenhaus über die Inanspruchnahme von Gewaltschutzambulanzen bis hin zu Mobilitätsförderung in der Langzeitpflege, Ernährungsmanagement, Verweildauer in der Langzeitpflege und Prävention postoperativer Delire bei Demenz – also gezielte medizinische und pflegerische Maßnahmen, um einen akuten, schweren Verwirrtheitszustand nach einer Operation zu verhindern.
„Der Studierendenkongress ist für uns Studis eine super Möglichkeit für Fragestellungen aus der Praxis evidenzbasierte Antworten zu finden und so unsere spätere berufliche Praxis zu erlernen", sagt Maarten Jost. Er studiert im 4. Semester den Internationalen Studiengang Pflege. „Besonders schön war der Austausch und die Diskussion unserer Ergebnisse mit den Partnern aus der Praxis", ergänzt seine Kommilitonin Hanna Fritschi.
Annika Schmidt, Seminarleitung des Moduls „Pflegeforschung und ihre Bedeutung für die Pflegepraxis“: „Beim Studierendenkongress zeigt sich eindrucksvoll, wie die Studierenden die erlernte Theorie in die Praxis überführen können. Im Verlauf des Semesters haben sie sich intensiv mit den Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens, den Methoden der empirischen Sozialforschung sowie den Aufgaben und Zielen der Pflegeforschung auseinandergesetzt. Die heute präsentierten Arbeiten zeigen unter anderen, dass sie Forschungsergebnisse kritisch einordnen und deren Bedeutung für eine qualitativ hochwertige pflegerische Versorgung reflektieren können.“
Antje Kube-Bischoff, Zentrale Praxisanleitung am DIAKO ergänzt: „Es ist spannend zu sehen, wie die Studierenden die Fragestellungen der Praxis mit evidenzbasierten Inhalten füllen konnten.“