
In diesem Sommer konnte der Internationale Studiengang Global Management B.A. zum ersten Mal das Max-Bauer-Stipendium verleihen. Die Förderung für ihr ISGM-Auslandsstudium erhielten Ben Forcher, Cornelius Barnabas Kimme und Silas Maria Schirrmacher.
Benannt nach Max Bauer, selbst einst Absolvent des Studiengangs ISGM, einer der wenigen Studiengänge in Deutschland, in dem eine Spezialisierung auf die Zielregion Brasilien möglich ist, konnte in diesem Jahr erstmalig das Max-Bauer-Stipendium verliehen werden. Herzlichen Glückwunsch hierzu an Ben Forcher, Cornelius Barnabas Kimme und Silas Maria Schirrmacher!
Das Max-Bauer-Stipendium richtet sich an ISGM-Studierende, die sich auf die Zielregion Brasilien fokussieren und ihr Auslandsstudium in der 2. Jahreshälfte 2026 antreten. Das Stipendium umfasst eine Laufzeit von fünf Monaten und unterstützt die Studierenden mit einem Beitrag von 600,- Euro monatlich.
Max Bauer, der nach seiner Krebsdiagnose, den Wunsch und die Hoffnung auf Heilung nie verlor, plante weiterhin so viel er konnte und leitete dieses Stipendium in die Wege. Damit sollen ISGM-Studierende unterstützt werden, die, wie er einst, ihr Auslandsjahr in Brasilien verbringen würden. Mit der finanziellen Unterstützung können nun die Stipendiatinnen und Stipendiaten ihre Zeit in Brasilien sicher noch effektiver nutzen und auch genießen.
Max Bauer hinterlässt nicht nur durch das Stipendium nun ein Vermächtnis, sondern ist auch in den Erinnerungen von Lehrenden und Mitstudierenden weiterhin präsent.
Prof. Dr. Mechthild Schrooten, langjährige Studiengangsleiterin des Studiengangs ISGM erinnert sich an Max Bauer als einen klugen, auch menschlich beeindruckenden jungen Mann.
Katrin Nissel, die Max Bauer auch unterrichtete und seinerzeit seine Bachelorarbeit betreute, erinnert sich an ihn als einen schon in seiner Studienzeit brillanten Denker mit wertvollen Beiträgen in ihren Modulen Diversity Management und Kulturwissenschaften Brasiliens. "Seine Inputs im Unterricht waren bereichernd und unsere Gespräche, in denen Max tief in die brasilianische Kultur eintauchte und auch seine Liebenswürdigkeit, Offenheit und Hilfsbereitschaft gegenüber den brasilianischen Austauschstudierenden sind mir immer in Erinnerungen geblieben.", so Katrin Nissel.
Sie erinnert daran, dass Max Bauer selbst in seinem Abschlussberichts für sein UNIBRAL Stipendium schrieb: "Insgesamt hat mich das Auslandssemester viel gelehrt. Zunächst einmal über die Unterschiede im Bildungssektor und im Alltag. Aber auch, besser über die aktuelle Situation und den Stand Deutschlands in der Welt zu reflektieren. Zusätzlich habe ich viele interessante Kontakte geschlossen und meine Sprach- und kulturellen Kenntnisse erweitert."
Und so sagt Katrin Nissel weiter: "Mit der Stipendienvergabe sind sein Vermächtnis und seine Großzügigkeit am Leben und begleiten die Stipendiatinnen und Stipendiaten in ihrer Zeit in Brasilien."
Laura Müller, eine gute Freundin von Max und ehemalige Kommilitonin erinnert sich an ihn folgendermaßen: "Max hatte einen wunderbar trockenen Humor, der neben seinen Mitstudierenden auch die Lehrerschaft vergnügte. Er brachte Wissbegier mit und den Willen, Menschen zusammenzubringen. Er war ein aufgeweckter Student, ich denke, Fr. Prof. Dr. Schrooten wird das bestätigen. Und er war ein exzellenter Gastgeber – und auch wenn er sich jedes Mal bei Vorbereitungen ein wenig stresste, waren er und seine Gäste am Ende immer mehr als glücklich. Die Zeit in Brasilien hat ihm gutgetan, ein wenig von diesem Stress loszulassen. (…) In dem weniger kontrollierbaren Brasilien durfte er sich mehr der Lebensfreude hingeben. In diesem Sinne verinnerlichte Max auf eine interessante Weise die deutsche und auch die brasilianische Kultur, eine "Mistura" aus Verantwortungsbewusstsein und Loslassen. Das Sinnbild eines ISGM Studierenden. Als Freund war Max sehr verlässlich, ehrlich und empathisch. Er war jemand, der es schaffte, sich mit den verschiedensten Persönlichkeiten zu befreunden und lange in Kontakt zu bleiben, selbst über große Distanzen."
Nicht zuletzt soll auch Anett Bauer, die Mutter von Max, zu Wort kommen:
“Unser Sohn war ein junger Mensch mit einer außergewöhnlichen Neugier auf die Welt, ein richtiger Globetrotter. Schon früh wollte er verstehen, wie Menschen in anderen Ländern leben, arbeiten und denken. Besonders ihre Lebensweise die Kultur und was sie miteinander verbindet. Mit dieser Offenheit und seinem aufrichtigen Interesse begegnete er jedem Menschen auf Augenhöhe.”
Anett Bauer erzählte mir, dass sich Max aus diesem Interesse heraus schon nach dem Abitur bewusst dafür entschied, zunächst ein freiwilliges soziales Jahr in Peru zu absolvieren. Ein Jahr, welches ihn tief prägte. “Die Erfahrungen, die er dort sammeln durfte, bestätigten ihn darin, dass internationale Begegnungen und das Lernen von anderen Kulturen sein weiterer Lebensweg sein sollten.”
“Deshalb fiel seine Wahl auf den Studiengang internationales Management an der HS Bremen. Das Studium fiel ihm leicht, er hatte große Freude daran und war auch stolz, Teil der HS Bremen zu sein, das hat Max mir immer wieder bestätigt.”, so Anett Bauer.
Leider bekam Max im Oktober 2023 die Diagnose Krebs und er verstarb am 3. Februar 2024 im Alter von 30 Jahren. Seine Mutter erinnert sich natürlich daran, wie schwierig die Zeit nach der Diagnose für Max und die gesamte Familie war. Sie betont aber auch, wie wichtig es Max war, als er sich mit seinem Nachlass beschäftigte, etwas zurückzugeben. “Sein Wille war es. dass auch andere Studierende der HS Bremen die Erfahrungen machen können, die er in Brasilien gemacht hatte. So entstand die Idee, ein Stipendium in Höhe von EUR 20.000,00 zu stiften.”
Anett Bauer schloss unser Gespräch mit folgenden Worten: “Ich hoffe, dass die jungen Menschen, die dieses Stipendium erhalten, dieselbe Begeisterung für die Welt entwickeln dürfen, die unseren Sohn in seinem kurzen Leben begleitet hat und, dass sie seiner gedenken. Max war kein Globetrotter, der die Welt bereisen wollte. Max war ein Mensch, der die Welt verstehen wollte.”


