
Eine aktuelle Studie von Forschenden der Arbeitsgruppe Biologische Werkstoffe am Bionik-Innovations-Centrums (B-I-C) der Hochschule Bremen eröffnet neue Perspektiven für ressourcenschonende Anwendungen im Fahrzeugbau. Die Veröffentlichung im englischsprachigen Fachjournal „Materials Today Communications“ zeigt, dass nachhaltige Werkstoffe nicht nur ökologisch sinnvoll sind, sondern auch technisch überzeugen können. Die Veröffentlichung der Studie unterstreicht die Bedeutung anwendungsorientierter Forschung an der HSB im Bereich nachhaltiger Werkstoffe und zukunftsfähiger Werkstoffsysteme.
Bislang werden in der Automobilindustrie petrochemische Kunststoffe verwendet, die auf Erdölbasis hergestellt werden. Forschende der HSB haben im Rahmen einer aktuellen Studie das Potenzial biobasierter Hybridwerkstoffe für den Automobilbau untersucht – also innovative Verbundwerkstoffe, die aus mindestens zwei unterschiedlichen Komponenten bestehen, von denen mindestens eine auf nachwachsenden Rohstoffen basiert. Das Ergebnis: Nachhaltige Werkstoffsysteme stellen eine leistungsfähige Alternative zu klassischen petrochemischen Kunststoffen dar.
Im Mittelpunkt der Forschung an der HSB stehen biobasierte Verbundwerkstoffe, deren mechanische Eigenschaften durch gezielte Hybridisierung mit Flachs- und Regeneratcellulosefasern deutlich verbessert werden konnten. Die Ergebnisse verdeutlichen insbesondere das hohe Anwendungspotenzial im Automobilbereich, in dem leichte und zugleich hochbelastbare Werkstoffe gefragt sind.
„Die Studie zeigt, wie leistungsfähig biobasierte Werkstoffe heute bereits sein können. Durch die gezielte Hybridisierung lassen sich Eigenschaften erreichen, die klassische petrochemische Kunststoffe übertreffen“, erklärt Dr. Nina Graupner aus der Arbeitsgruppe „Biologische Werkstoffe“.
Darüber hinaus zeigen die Untersuchungen, dass die entwickelten Werkstoffe in einzelnen Bereichen sogar bessere Eigenschaften aufweisen als glasfaserverstärkte Polyolefine, die bislang als Standardwerkstoffe in zahlreichen technischen Anwendungen gelten.
„Unsere Ergebnisse machen deutlich, dass nachhaltige Werkstoffe nicht nur ökologisch sinnvoll sind, sondern auch technisch überzeugen können. Damit eröffnen sich neue Perspektiven für ressourcenschonende Anwendungen im Fahrzeugbau“, betont Professor Dr. Jörg Müssig.
Graupner, N. & Müssig, J. 2026: Bio-based flax/rayon-PLA hybrid composites: A review and experimental study on toughness and mechanical performance in injection moulding. In: Materials Today Communications, Vol. 53, April 2026, 115340 (ISSN 2352-4928).
Die Aufnahme zeigt die innere Struktur eines neu entwickelten biobasierten Verbundwerkstoffs mit verstärkenden Fasern.
© Jörg Müssig


