
In welches Gewand kleiden die Länder der Bundesrepublik Deutschland eigentlich ihre Volksvertretungen? Wird die Herrschaftsform Demokratie auch in der Gebäudegestalt sichtbar? Anlässlich des 60. Jubiläums des Hauses der Bürgerschaft widmet sich die Ausstellung "Demokratie als Bauherrin" der Architektur deutscher Parlamentsgebäude und insbesondere der des denkmalgeschützten Hauses am Bremer Marktplatz (oben rechts im Bild). Die Ausstellung ist eine Kooperation des Bremer Zentrums für Baukultur (b.zb) und der Bremischen Bürgerschaft. Zur Eröffnung sind Interessierte am Mittwoch, 2. Sepzember 2026, um 17:30 Uhr im Festsaal der Bürgerschaft (Am Markt 20) herzlich eingeladen. Die Ausstellung kann ab dem 3. September zu den regulären Öffnungszeiten des Hauses besichtigt werden (Montag 10 bis 12 Uhr, Dienstag bis Freitag 10 bis 18 Uhr).
1966 nach Plänen des Berliner Architekten Wassili Luckhardt errichtet, ist das Haus der Bürgerschaft selbst Ergebnis demokratischer Willensbildung: Mehrere Wettbewerbe, hitzige Debatten und Überarbeitungen führten letztlich zu der Verbindung von moderner Architektur und historischem Bezug, die wir in Form und Fassade des Hauses noch heute wiedererkennen. Das Gebäude gilt als bedeutendes Beispiel moderner Parlamentsarchitektur.
Für Wassili Luckhardt war das Haus der Bürgerschaft der Höhepunkt einer langjährigen Beschäftigung mit der Bauaufgabe „Parlament“. Mit dem Bremer Landtagsgebäude schuf er einen zentralen Ort der Demokratie, den Abgeordnete, Mitarbeiter:innen und Bürger:innen bis heute mit Leben füllen.
Am darauffolgenden Donnerstag, 10.9.2026, gibt es im Rahmen der Ausstellung einen Vortrag der Architektursoziologin Heike Delitz mit dem Titel: “Das Politische der Architektur". Auch dieser beginnt um 17:30 Uhr und findet im Festsaal der Bürgerschaft statt. Für den Vortrag wird um Anmeldung gebeten unter anmeldung@buergerschaft.bremen.de .
Die Hochschule Bremen (HSB) und das b.zb sind eng verbunden. So gehört die HSB zu den ständigen Gründungsmitgliedern des Trägervereins des Bremer Zentrums für Baukultur (b.zb), der im September 2003 ins Leben gerufen wurde. Beide Institutionen arbeiten bei Fachveranstaltungen, Ausstellungen und Diskussionsreihen, wie zum Beispiel dem Bremer Stadtdialog, zusammen, um Themen wie Architektur, Stadtentwicklung und Infrastruktur in Bremen öffentlich zu vermitteln.

Prof. Dr. Christian von Wissel
Theorie der Stadt
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