
Wie trifft ein Vorstandsteam unter Zeitdruck Entscheidungen über Produktion, Preise und Investitionen, wenn die Konkurrenz aus einem halben Dutzend simulierter Unternehmen besteht? Antworten auf diese Frage suchten im Sommersemester 2026 rund 25 Studierende aus fünf europäischen Hochschulen, die zur einwöchigen Präsenzphase eines Blended Intensive Programme (BIP) an die Hochschule Bremen kamen.
Unter dem Titel „Doing Business in Europe as Team Challenge" waren beteiligt: das Instituto Politécnico de Bragança (IPB, Portugal), die University of Luxembourg (Luxemburg), die Silesian University in Opava (Tschechien), die Uniwersytet Gdański (Polen) als langjähriger Kooperationspartner der HSB sowie die Hochschule Bremen als gastgebende Einrichtung. Mehrere dieser Hochschulen gehören zur europäischen Allianz STARS EU, eine weitere ist über Erasmus eng eingebunden.
Wie schon im Vorjahr gliederte sich das BIP in zwei Phasen. In einer virtuellen Vorphase erarbeiteten sich die Studierenden in mehreren Online-Sitzungen die fachlichen, rechtlichen und kulturellen Grundlagen, darunter internationale Rechnungslegung sowie interkulturelle Teamarbeit. In der anschließenden Präsenzwoche vom 17. bis 23. Mai 2026 traten die international gemischten Teams im computergestützten Unternehmensplanspiel gegeneinander an, präsentierten ihre strategischen Entscheidungen vor einer simulierten Hauptversammlung und stellten die Brücke zur unternehmerischen Wirklichkeit durch eine Werksbesichtigung im Mercedes-Benz Werk Bremen, eine Führung durch die Union Brauerei sowie eine Tagesexkursion nach Hamburg her.
Entscheidungsdruck, Teamarbeit und Industriebesuch als Lernmix
„Im Unternehmensplanspiel müssen die Teams in wenigen Tagen Entscheidungen treffen, die in der unternehmerischen Wirklichkeit Monate dauern würden, und zwar gemeinsam mit Kommilitonen, die sie zu Beginn der Woche noch gar nicht kannten. Genau diese Kombination aus Entscheidungsdruck, Teamarbeit und realem Industriebesuch macht den Lerneffekt aus", sagt Prof. Dr. Stefan Veith aus der Fakultät 1 (Wirtschaftswissenschaften) der HSB, der das BIP gemeinsam mit Prof. Dr. Martina Röhrich organisiert hat.
Martina Röhrich ergänzt: „Wir sehen sehr deutlich, dass Studierende in international gemischten Teams nicht nur fachlich profitieren, sondern auch ihr Selbstbewusstsein im Umgang mit anderen Arbeitskulturen wächst. Für uns als Lehrende an einer Hochschule ist das BIP zugleich ein Format, in dem wir uns mit europäischen Kolleginnen und Kollegen über Lehre, Forschung und gemeinsame Projekte austauschen, ohne dass dafür ein langfristiger Auslandsaufenthalt erforderlich wäre."
Forschungsdialog am Rande der Mobilitätswoche
Während der Präsenzwoche fand am Freitag zusätzlich eine Research Spotlight Session statt, in der die beteiligten Hochschullehrenden aktuelle Forschungsprojekte vorstellten und Anknüpfungspunkte für gemeinsame Publikationen identifizierten. Auf diese Weise nutzt die HSB das BIP nicht nur für die Internationalisierung der Lehre, sondern auch als Anbahnungsformat für grenzüberschreitende Forschungskooperationen.
Das BIP wurde mit Erasmus-Mitteln in Höhe von € 6 000 finanziert. Bei der Organisation unterstützte das Erasmus-Büro des International Office der Hochschule Bremen.