Eine Wunderkammer besucht Bremen: Noch bis zum 7. Juni präsentieren Studierende der School of Architecture Bremen der Hochschule Bremen (HSB) Ideen und Entwürfe im Ludwig Roselius Museum in der Böttcherstraße (Paula Modersohn-Becker Museum). Sie zeigen, wie Exponate des Kunstsammlers Kai Scheuermann im Zusammenspiel miteinander und mit dem Raum inszeniert werden können. Das Projekt „Spannungsbogen“ von Jette Bauerdorf und Matilda Knogge wurde im Rahmen der Ausstellungseröffnung am vergangenen Freitag, 22. Mai 2026, ausgezeichnet und soll voraussichtlich Ende 2027 beziehungsweise Anfang 2028 im Paula Modersohn-Becker Museum realisiert werden. Zur Langen Nacht der Museen am 30. Mai lädt das Museum zu einem Blick hinter die Kulissen sowie zum Austausch mit den Studierenden und weiteren beteiligten Akteurinnen und Akteuren ein.
Der Sammler Kai Scheuermann hat über viele Jahre eine einzigartige Sammlung an Wunderkammerobjekten zusammengetragen, von der Teile perspektivisch im Ludwig Roselius Museum ausgestellt werden sollen. In einer Kooperation des Paula Modersohn-Becker Museums mit der School of Architecture der Hochschule Bremen haben Architekturstudierende Entwürfe für die Inszenierung der Werke erarbeitet, die nun anhand von Plänen und Modellen vorgestellt werden. Entstanden sind die Projekte im vergangenen Wintersemester im Rahmen eines Wahlmoduls bei Professorin Andrea Dung.
„Einen Raum für eine eklektische Sammlung zu schaffen, die verschiedene Stile, Materialien und Epochen umfasst, ist eine wirkliche Herausforderung“, sagt Sammler Kai Scheuermann. „Das Konzept ‚Spannungsbogen‘ hat sich dabei am überzeugendsten mit der Idee der Kunstkammer auseinandergesetzt. Wir freuen uns auf eine langfristig angelegte Zusammenarbeit, in deren Rahmen das Projekt weiter ausgearbeitet und künftig umgesetzt wird“.
Das Konzept der ausgezeichneten Studentinnen Jette Bauerdorf und Matilda Knogge sieht eine Ausstellung vor, die aus fünf hintereinander angeordneten Bögen mit integrierten Vitrinen besteht. Die Bögen greifen den gotischen Charakter des Raumes auf und rahmen den Blick auf die Installation „Der Ungezogene Garten“ von Lili Voigt sowie auf ein gotisches Fenster, das sich gegenüber im Raum befindet. Die Vitrinen sind versetzt positioniert und werden schrittweise breiter. Dadurch entsteht ein geführter Rundgang, bei dem die Exponate nach und nach entdeckt werden. Insgesamt bieten die Vitrinen Platz für bis zu 40 Objekte. Präsentiert werden diese auf höhenverstellbaren Stelen aus Edelstahlblech, die flexibel angepasst werden können und so eine variable Nutzung für Wechselausstellungen ermöglichen.
Im Rahmen der Langen Nacht der Museen am Samstag, 30. Mai, 22 Uhr, stellen Architekturstudierende ihre Entwürfe vor und sprechen mit dem Sammler Kai Scheuermann, der HSB Professorin Andrea Dung und dem Museumsdirektor Dr. Frank Schmidt über zeitgemäße Interpretationsmöglichkeiten des Konzepts Wunderkammer als Rauminszenierung.
Termin:
Samstag, 30. Mai, 22 Uhr, Ludwig Roselius Museum (Paula Modersohn-Becker Museum, Böttcherstraße 6-10, 28195 Bremen)
Öffnungszeiten:
Sonderöffnungszeit zur Langen Nacht der Bremer Museen:
Dr. Frank Schmidt
Direktor
E-Mail: info@museen-boettcherstrasse.de , presse@museen-boettcherstrasse.de

Prof. Dipl.-Ing. Andrea Dung
Darstellungs- und Entwurfsmethodik
+49 421 5905 2251
E-Mail
Preisverleihung im Ludwig Roselius Museum (von links): Jette Bauerdorf, Sammler Kai Scheuermann, Museumsdirektor Dr. Frank Schmidt und Matilda Knogge.
© HSB-Jessica Ammann


