
Die Hochschule Bremen (HSB) lebt von den Menschen, die hier studieren, arbeiten und sie als Gäste bereichern. In unserer Rubrik „Menschen an der HSB“ (früher: „Drei Fragen an“) stellen wir einige von ihnen vor. Hier: die Designerin Janina Ebner. Ihre Kompetenzen und Erfahrungen bringt die Mitarbeiterin der Hochschule Bremen zurzeit in die europäische Hochschulallianz STARS EU ein. Im Interview berichtet sie, was ein Pavillon auf Teneriffa damit zu tun hat.
Frau Ebner, auf dem Foto sieht man Sie in einem Pavillon, der im Foyer eines Gebäudes der Universität La Laguna (ULL) auf Teneriffa steht. Erzählen Sie uns mehr dazu.
Der Pavillon ist ein Ergebnis von „Interspace – Ou[te]r Campus“, einem etablierten Lehr- und Reallaborformat, das die School of Architecture Bremen (Hochschule Bremen) und der Studiengang Integrated Design (Hochschule für Künste Bremen, HfK) gemeinsam mit Studierenden durchgeführt haben. Im Sommersemester 2025 haben wir das Format eng an den europäischen Hochschulverbund STARS EU angebunden. Begleitet wurde das Format neben mir von Kolleginnen der School of Architecture Bremen (HSB): Professorin Ulrike Mansfeld, Prof. Maria Clarke und Prof. Dr. Claudia Kromrei, sowie von Kollegen der Hochschule für Künste Bremen (HfK): Prof. Detlef Rahe und Falk von Zobeltitz. Ausgangspunkt war die Leitfrage: „What is [a European] campus?“ – also die Frage, wie ein Campus als gemeinsamer, co-kreativer Raum gedacht werden kann, der standortübergreifend Zusammenarbeit, Austausch und Zugehörigkeit innerhalb einer europäischen Allianz ermöglicht.
Aus dem Projekt sind acht räumliche und konzeptionelle Arbeiten hervorgegangen. Der auf dem Foto zu sehende Pavillon trägt den Titel UNI.KIT und wurde von der Projektgruppe DeryaKuziak, Marlene Laurösch, Jalina Oetjen und Amon Osterkamp (Studierende der School of Architecture Bremen) entwickelt. UNI.KIT ist kein Einzelobjekt, sondern ein Baukasten- und Weitergabeprinzip: Handbuch, Pläne und definierte Elemente können innerhalb des STARS-EU-Netzwerks geteilt werden, sodass Partner:innen den Pavillon lokal mit eigenen Ressourcen, Materialien und Anpassungen umsetzen können.
Warum steht der erste Prototyp in La Laguna auf Teneriffa?
Die Universität La Laguna ist STARS-EU-Partnerin. Sie wurde als erster Testort gewählt, um die Übertragbarkeit des Systems praktisch zu erproben. Auf Basis der von den Studierenden bereitgestellten Unterlagen wurde der Pavillon vor Ort nach einem Handbuch nachgebaut. Perspektivisch wollen wir das Konzept an weiteren STARS-EU-Standorten umsetzen – als sichtbarer Anknüpfungspunkt für europäischen Austausch und Zusammenarbeit.
Für was steht dieser Pavillon?
Für mich steht er vor allem für Sichtbarkeit, Verbindung – und für die Vielfalt an Ideen, die die Studierenden im „Ou[te]r Campus“ entwickelt haben. Er ist ein gemeinsamer Ankerpunkt, an dem sich unterschiedliche Projekte, Inhalte und Perspektiven bündeln und vermitteln lassen.
Im Kontext von STARS EU funktioniert UNI.KIT wie ein Kommunikationssatellit: Er macht am jeweiligen Standort sichtbar, dass dort europäische Zusammenarbeit stattfindet – und dass man Teil einer Allianz ist. Gleichzeitig erleichtert er Austausch ganz praktisch: Man bleibt stehen, wird neugierig, kommt ins Gespräch, knüpft Kontakte und findet schnell Anknüpfungspunkte für gemeinsame Themen oder nächste Schritte. Gerade weil die Arbeiten so vielfältig sind, hilft ein solches sichtbares Medium, diese Vielfalt anschlussfähig zu machen und standortübergreifend weiterzutragen.
Wie geht es in dem Projekt weiter?
Mit dem Semesterende ist „Interspace – Ou[te]r Campus“ nicht abgeschlossen – im Gegenteil: Die Erfahrungen und Ergebnisse aus 2025 sind der Ausgangspunkt für die nächste Phase auf europäischer Ebene im Rahmen von STARS EU. Ziel ist, die Impulse aus dem Reallabor aufzugreifen, weiterzudenken und in längerfristige, auch institutionell verankerte Strukturen zu überführen – hin zu einem Co-Creation-Campus, der disziplinäre und geografische Grenzen überschreitet.
Dementsprechend werden Professorin Maria Clarke und ich „Ou[te]r Campus“ im Sommersemester 2026 wieder als Modul an der School of Architecture Bremen anbieten und mit einem Blended Intensive Programme (BIP) kombinieren. Dadurch können erstmals Studierende aus allen neun STARS-EU-Partnerhochschulen gemeinsam teilnehmen und in internationalen Teams an Projekten weiterarbeiten. Das BIP verbindet eine Online-Phase mit einer Präsenzwoche im Mai in Bremen und mündet in gemeinsamen Abschlusspräsentationen. So überführen wir das Bremer Lehrformat gezielt in ein europäisches Lehrformat.
Parallel dazu entwickeln wir auch UNI.KIT weiter: Der Aufbau in La Laguna war der erste Test, um die Übertragbarkeit des Systems praktisch zu erproben. Als nächster Schritt sollen weitere Standorte das Kit nutzen, lokal umsetzen und an ihre Bedingungen anpassen. So kann der Pavillon künftig an mehreren Campusstandorten als sichtbarer Ankerpunkt funktionieren, der Austausch fördert, Kontakte ermöglicht und ganz konkret zeigt: Wir sind Teil einer gemeinsamen europäischen Allianz.

Janina Ebner
STARS EU | Co-Creation Campus
+49 421 5905-2381
E-Mail
Vom Konzept zum fertigen Pavillon: Janina Ebner im Foyer eines Gebäudes der Universität La Laguna (ULL) auf Teneriffa. Der Pavillon ist ein Ergebnis von „Interspace – Ou[te]r Campus“, einem etablierten Lehr- und Reallaborformat, das die School of Architecture Bremen (Hochschule Bremen) und der Studiengang Integrated Design (Hochschule für Künste Bremen, HfK) gemeinsam mit Studierenden durchgeführt haben.
© HSB - Meike Mossig
