
Bremer Studierendengruppe bei der Sommerhochschule Kinderschutz 2026 an der FH Münster - Kinderschutz als dialogische und kooperative Krisenbegleitung
Unter der Begleitung von Prof. Dr. Sabine Wagenblass und Prof. Dr. Christian Spatscheck konnten 19 Studierende des Studiengangs Soziale Arbeit an der Sommerhochschule Kinderschutz 2026 der deutschen Kinderschutz-Zentren teilnehmen. Die Veranstaltung fand unter dem Titel „Beziehungsstatus: Krise – In Verbindung kommen und bleiben in der Auseinandersetzung um das Kindeswohl – Haltungen, Methoden und Organisation“ vom 15.-17.09.2026 an der Fachhochschule Münster statt.
Die Sommerhochschule versammelte 180 Studierende und 18 Lehrende aus 11 Hochschulen aus Deutschland und der Schweiz sowie 13 Praxisworkshops aus verschiedenen Handlungsfeldern der Kinderschutzarbeit. Veranstaltet wird die Sommerhochschule von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Kinderschutz-Zentren. Sie bildet die vielfältigen Facetten des modernen Kinderschutzes ab und bietet ein Forum für Studierende und Lehrende der Sozialen Arbeit, sich intensiv mit dem Thema Kinderschutz auseinanderzusetzen. Wissen, Können und Haltungen werden dort weiter entwickelt um einen effektiven und fachlich reflektierten Kinderschutz zu realisieren.
Die Eröffnung wurde von Dr. Stefan Heinitz und Franziska Probst von der BAG der Kinderschutz-Zentren, Vizepräsident Prof. Dr. Stephan Barth von der FH Münster sowie Münsters Oberbürgermeister Tilmann Fuchs gestaltet. Sie betonten das Ziel, Studierende frühzeitig auf die Komplexität der Aufgaben des Kinderschutzes fundiert und systematisch vorzubereiten. Dabei wurde auch auf das Zusammentreffen der Eröffnung mit dem Internationalen Tag der Demokratie verwiesen und der Notwendigkeit von Beteiligung, Dialogkultur und Partizipation aller Beteiligten im Kinderschutz betont.

Prof. Dr. Sabine Wagenblass
Professorin für Geschichte und Theorien der Sozialen Arbeit
+49 421 5905 3771
E-Mail

Prof. Dr. Christian Spatscheck
Professor für Theorien und Methoden der Sozialen Arbeit
+49 421 5905 2762
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Teilnehmende bei der Eröffnungsveranstaltung im Hörsaal des Leonardo-der FH Münster (Foto: FH Münster/Janine Taplan)
Nach zwei Tagen mit zahlreichen Vorträgen, Workshops und Exkursionen richtete am dritten Tag Prof. Dr. Sabine Wagenblass von der Hochschule Bremen in ihrem Abschlussvortrag den Fokus auf Familie als komplexes System in der Kinderschutzarbeit. Sie stelle den Wandel und die Diversifizierung moderner Familienformen dar und verwies auf die besondere Notwendigkeit, Interventionen nicht nur isoliert auf das einzelne Kind, sondern auf alle Familienmitglieder in ihren Wechselwirkungen auszurichten.
Prof. Dr. Sabine Wagenblass (HS Bremen) bei ihrem Abschlussvortrag (Foto: FH Münster/Janine Taplan)
Im abschließenden Podiumsgespräch diskutierten Anna Stephan (Jugendamtsleiterin der Stadt Hamm), Michael Kaiser (Einrichtungsleiter der Kinder- und Jugendhilfe St. Mauritz), Robin Winter (KSD Münster), Prof. Dr. Christian Spatscheck (Hochschule Bremen), Lucia Bernstorff (Studierende Hochschule Bremen) sowie Dana Terhechte (Studierende FH Münster). Dort standen die Verantwortlichkeiten, die Gestaltung von Partizipation in Machtverhältnissen und die interprofessionelle und organisationsübergreifende Zusammenarbeit im Vordergrund sowie die besondere Rolle von Ausbildung, Forschung und Lehre an den Hochschulen im Blick
Zur Bedeutung der Kinderschutzarbeit sagt Dr. Stefan Heinitz von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Kinderschutz-Zentren e.V. „Fachkräfte müssen Risiken und elterliche Kompetenzen kritisch einschätzen – und zugleich daran festhalten, dass Veränderung möglich ist. Das bedeutet auch, fachlich versiert mit Abwehr, Widerstand, Interessenkonflikten und psychodynamischen Kräften wie etwa Übertragungen umzugehen. Dafür braucht es fachliches Wissen, methodisches Können, eine reflektierte Haltung und nicht zuletzt tragfähige Kooperationen im Hilfenetzwerk.“
Wolfgang Tenhaken, der mit Prof. Dr. Sabine Ader den studentischen Fachkongress seitens der FH Münster organisierte, ergänzt: „Wir müssen Risiken für Kinder und Jugendliche kritisch einschätzen, gleichzeitig aber daran festhalten, dass Veränderungen mit Unterstützung der Fachkräfte möglich sind“.
Weitere Informationen zur Sommerhochschule Kinderschutz 2026 können unter folgendem Link bei den Kinderschutz-Zentren abgerufen werden: https://www.kinderschutz-zentren.org/aktuelles/fort-und-weiterbildungen/rueckblick-7-sommerhochschule-2026-fh-muenster/
Zudem hat die FH Münster unter folgendem Link die Veranstaltung dokumentiert: https://www.fh-muenster.de/de/ueber-uns/newsroom/news/sw/studierende-vernetzen-sich-bei-der-7.sommerhochschule-kinderschutz
Der Bremer Studiengang Soziale Arbeit steht seit vielen Jahren in enger Verbindung mit den deutschen Kinderschutz-Zentren und konnte es durch diese Kooperation bereits zum siebten Mal Studierenden und Lehrenden ermöglichen, an einer Sommerhochschule Kinderschutz teilzunehmen. Im Jahr 2019 war der Studiengang Soziale Arbeit der Hochschule Bremen der auch austragende Studiengang dieser Veranstaltung.