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Hochschule Bremen - University of Applied Sciences

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Projekttitel

Kindererziehungs- und Pflegezeiten 2012

Projektleitung
Bothfeld, Silke, Prof. Dr.

Projekttyp

Laufzeit
01/2012 -  05/2012

Weitere Projektinformationen

Kindererziehungs- und Pflegezeiten 2012
Die Benachteiligung von Eltern und pflegenden Personen in der Sozialversicherung: Wann wird der Missstand behoben?

Die bessere Anerkennung von Kindererziehungszeiten in der Rentenversicherung ist zurück auf der sozialpolitischen Agenda: Aktuell verknüpft die Frauenunion ihre Zustimmung zum Betreuungsgeld an die Besserstellung eines Teils der Frauen, deren Kinder nach 1992 geboren sind. Eine vollständige Angleichung der Behandlung von Eltern älterer Kinder an die seit 1992 geltende Regelung wird schon seit in Kraft treten der Rentenreform von allen Frauenverbänden gefordert. Eine Angleichung ist bislang ausgeblieben und würde auch durch den Vorschlag der Frauenunion nicht erreicht. Eine ganze Reihe von Müttern werden benachteiligt bleiben.
Auch für Personen, die heute ihre Angehörigen pflegen und dafür ihre Arbeitszeit verkürzen oder ihr Beschäftigungsverhältnis aussetzen, entstehen Nachteile in der Renten- und Arbeitslosenversicherung. Eine aktuelle Publikation der Sozialpolitikexpertin und Studiengangsleiterin Internationales Politikmanagement Prof. Dr. Silke Bothfeld, bietet eine aktuelle und systematische Analyse der Berücksichtigung von Kindererziehungs- und Pflegezeiten in den Systemen der Renten- und Arbeitslosenversicherung und macht die Ungleichbehandlung deutlich. Ein internationaler Vergleich – mit Frankreich, Belgien und Österreich – zeigt, dass dieses Problem in Sozialversicherungsländern nicht zwangsläufig auftreten muss, sondern in anderen Ländern durchaus besser geregelt ist.
Ein Ergebnis dieser Untersuchung ist: Die Einführung einer Mindestrente und eines Mindestbetrages beim Arbeitslosengeld würde in Deutschland nicht nur Lücken schließen, sondern auch für Ausgleich sorgen, wenn Personen über lange Jahre in gering entlohnten Beschäftigungsverhältnissen tätig sind – ein derzeit wachsendes Problem im deutschen Arbeitsmarkt, das das steuerfinanzierte Sicherungssystem der Grundsicherung ohne Zweifel stark belasten wird, wenn die GeringverdienerInnen berentet werden.
Silke Bothfeld lehrt und forscht an der Hochschule Bremen zu sozialpolitischen Themen, insbesondere der Familien-, Arbeitsmarkt- und Gleichstellungspolitik und arbeitet in dem Forschungscluster „Tensions, Dynamics & x-treme Events“ mit.



 

 

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