MEERSICHT
| Projektleitung | Last, Philipp, Prof. Dr. |
|---|---|
| Projektbeteiligte | Sethmann, Richard, Prof. Dr. rer. nat. |
| Durchführende Organisation | Hochschule Bremen, Fakultät 4 |
| Projekttyp | Drittmittelprojekt (Zuwendung) |
| Mittel- bzw. Auftragsgeber | Bund, Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) |
| Förder- bzw. Auftragssumme | 217.642,60 € |
| Laufzeit | 06/2026 - 05/2029 |
| Forschungs- und Transfercluster | Digitale Transformation |
Das Verbundprojekt MEERSICHT zielt auf die forschungsgetriebene Entwicklung und Untersuchung eines sicheren, nahezu echtzeitfähigen Systemkonzepts zur Detektion, Analyse und erklärbaren Bewertung maritimer Bedrohungen ab. Maritime Infrastrukturen wie Häfen, Offshore-Anlagen sowie Unterwasserpipelines und -datenkabel geraten zunehmend ins Visier hybrider Bedrohungen. Ereignisse der vergangenen Jahre in Nord- und Ostsee haben diese Verwundbarkeit deutlich aufgezeigt und den Bedarf an schnellen, automatisierten, verlässlichen und zugleich nachvollziehbaren Lagebildern erheblich erhöht. Weltraumgestützte Erdbeobachtung eröffnet in Verbindung mit modernen KI-Methoden neue Möglichkeiten für eine automatisierte und menschlich nachvollziehbare Bewertung maritimer Risiken. Gleichzeitig bestehen weiterhin strukturelle Defizite hinsichtlich Echtzeitfähigkeit, Erklärbarkeit, Datenintegrität, Wissensintegration und europäischer Souveränität im Bereich sehr hochauflösender EO-Daten. Im Verbund erforschen Marble Imaging und DFKI erklärbare, wissensbasierte und unsicherheitsbewusste KI-Verfahren zur Erzeugung der Lagebilder aus multimodalen Datenströmen (EO, AIS, OSINT). Zur Untersuchung nahezu echtzeitfähiger Analyseansätze und perspektivischer On-Board-Verarbeitung analysiert IABG die Systemintegration und Echtzeitfähigkeit ausgewählter Edge-Computing-Komponenten. Die Hochschule Bremen erforscht ergänzend eine durchgängige Trusted-Computing-Architektur zur Absicherung der gesamten Verarbeitungskette von der Satellitennutzlast bis zur Cloud. Die im Projekt gewonnenen Erkenntnisse leisten einen Beitrag zur Entwicklung souveräner, erklärbarer und sicherer Konzepte der maritimen Lageerfassung und stärken langfristig die technologische Handlungsfähigkeit Deutschlands im Bereich der maritimen Sicherheit.