
Libellen, die Studierende für ein Projekt in der Luftfahrt inspirieren und ein Prototyp, der in ein Café in Island verwandelt wird: Vor Kurzem haben zwei Projekte der Hochschule Bremen (HSB) den Bremer Preis für 3D-Druck erhalten. Aus 23 Einsendungen wählte eine Fachjury die besten Beiträge in sechs Kategorien aus. Die Senatorin für Wirtschaft, Häfen und Transformation der Freien Hansestadt Bremen und die WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH haben den Wettbewerb ausgelobt. Darum geht es in den beiden ausgezeichneten Projekten der HSB:
Eine Projektarbeit aus dem Studiengang Bionik hat den Preis in der Kategorie „Bionische Gestaltung" gewonnen. Das Projekt „LightFlight" überzeugte die Jury mit einem bionisch optimierten, additiv gefertigten Schließmechanismus für Gepäckablagen in Verkehrsflugzeugen.
Das Projekt „LightFlight" entstand im Rahmen des „Challenge Based Learnings“ im Bachelorstudiengang Bionik der Hochschule Bremen während des Wintersemesters 2024/25. Die Studierenden Jona Ebeling, Tom Hirschmüller und Theo Hadler, mit Betreuung von Prof. Dr. Antonia Kesel und Florian Hoffmann, entwickelten gemeinsam mit Lufthansa Technik einen neuartigen Schließmechanismus für Kabinengepäckablagen. Dieser ist inspiriert von der Libelle und der Struktur von Knochenspongiosa und perfekt auf die Fertigungsbedingungen und den Einsatz von additiver Fertigung abgestimmt.
Durch die Kombination bionischer Konstruktionsprinzipien mit modernen Simulations- und Fertigungsmethoden gelang eine Massenreduktion des Bauteils von 19,2 Prozent bei gleichzeitiger Erfüllung aller funktionalen, mechanischen und sicherheitsrelevanten Anforderungen. Besonders bemerkenswert: Die Anzahl der Bauteile wurde von zuvor acht Einzelteilen auf ein einziges Funktionsintegriertes reduziert.
Die Aufgabenstellung von Lufthansa Technik adressierte drei zentrale Herausforderungen der modernen Luftfahrt: Leichtbau, Reduktion von Bauteilkomponenten und die unbedingte 3D-Druckbarkeit aller Komponenten. Letzteres ermöglicht eine dezentrale Produktion und reduziert Lager-, Produktions- und Ausfallzeiten erheblich – ein Ansatz mit direktem Einfluss auf CO₂-Emissionen und Betriebskosten.
„Die Projektarbeit zeigt eindrucksvoll, wie bionische Entwicklungsmethoden und additive Fertigung zusammenwirken können", sagt Florian Hoffmann vom Bionik-Innovations-Centrum Bremen (B-I-C).
In der Kategorie Design hat das Projekt „digital sandpit – From Concept to Fabrication" (Digitaler Sandkasten – vom Konzept bis zur Fertigung) der Studierenden Amina Janine und Svetlana Möllering den Bre3D-Award gewonnen. Das Projekt entstand an der School of Architecture im Rahmen des Moduls „digital sandpit -from concept to fabrication" unter der Leitung von Dr. Kathrin Wiertelarz.
In dem Modul untersuchen die Studierenden die Wechselwirkungen zwischen analoger und digitaler Gestaltung. Ausgangspunkt ist ein Formfindungsprozess nach den Prinzipien von Frei Otto, bei dem zunächst analoge Prototypen entwickelt werden. Diese werden per 3D-Scan digitalisiert und in 3D-Software weiterbearbeitet. Digitale Formfindungsprozesse in Rhino/Grasshopper dienen anschließend der strukturellen Optimierung.
Im konkreten Entwurf wird das Design für ein Café in Island angepasst und hinsichtlich statischer Anforderungen sowie lokaler Umweltbedingungen vor Ort weiterentwickelt. Ziel ist der Vergleich und die Bewertung von analoger und digital optimierter Geometrie.


