
Architektur- und Bauingenieurstudierende der Hochschule Bremen (HSB) und in Tansania setzen sich für den Erhalt der historischen Gebäude von Stone Town ein. Die Jahrhunderte alte, von vielfältigen Kulturen geprägte Altstadt auf der Insel Sansibar (Tansania) besteht aus Korallensteinen und ist seit 25 Jahren eine UNESCO-Welterbestätte. Am Mittwoch, 17. Juni 2026, 18 Uhr, laden die Studierenden aus den beiden Ländern zu einer gemeinsamen Vernissage in das Bremer Zentrum für Baukultur (bzb) ein (Am Wall 165-167, 28195 Bremen). Die Ausstellung ist bis zum 3. Juli 2026 zu sehen.
Im Mittelpunkt steht die Projektinitiative CO3: Collaboration for the Conservation of Coral Stone. Sie dient dem Verständnis, der Dokumentation und der Förderung des bebauten Erbes von Stone Town. Studierende aus Bremen, Daressalam und Sansibar arbeiten gemeinsam daran, die charakteristischen Gebäudetypen der Altstadt zu identifizieren, zu vermessen und digital zu erfassen.
Seit Mitte April dieses Jahres findet in Kooperation mit der School of Architecture der Hochschule Bremen im Rahmen eines ASA-Global-Projekts - ein entwicklungspolitisches Austausch- und Stipendienprogramm - erstmals ein gegenseitiger Austausch zwischen Studierenden der Architektur und des Bauingenieurwesens aus Bremen und Tansania statt. Dabei entstehen vielfältige interkulturelle Begegnungen und anregende Diskussionen über Baukultur, Denkmalschutz und nachhaltiges Bauen.
Die Ausstellung widmet sich zwei bedeutenden historischen Bauwerken in Sansibar: dem Hansing House und dem Old Customs House. Anhand dieser Beispiele werden Fragen des baulichen Erbes, seiner Erhaltung und seiner Bedeutung für die lokale Identität thematisiert.
Stone Town ist der älteste Stadtteil von Sansibar, der Hauptstadt des gleichnamigen tansanischen Teilstaates. Der Name ist von überwiegend ab den 1830er Jahren aus hellem Korallenkalkstein errichteten, repräsentativen Gebäuden und Wohnhäusern abgeleitet.
„Der Stadtteil ist ein unglaublicher Mix verschiedener Kulturen und Religionen, die durch interne und externe Einflüsse stark geprägt wurde“, sagt Maria Clarke, Projektleiterin von CO3 und Professorin für Baukonstruktion an der HSB. „Faktoren wie Klimawandel, Tourismus, aber auch städtebauliche Veränderungen zwingen erneut zum Wandel und Stone Town läuft Gefahr, buchstäblich die Grundlagen seiner Identität zu verlieren.“
Die meisten der ca. 1.700 historischen Gebäude aus Korallenstein sind in schlechtem Zustand, viele sind bereits eingestürzt. „Die Vermessung und Dokumentation dieser Gebäude ergänzte die bis dato sehr spärliche Literatur und Dokumentation des baulichen Erbes von Stone Town und trägt so zur Verbesserung der Datenlage zum kulturellen Bauerbe von Stone Town in Form von Grundlagenforschung bei“, so die Wissenschaftlerin.
Das multikulturelle Erbe von Stone Town ist nicht nur eine einzigartige Sammlung von Gebäuden, sondern auch ein lebendiges Zeugnis der kulturellen und religiösen Vielfalt. CO3 befasst sich daher nicht nur mit der Bedeutung des Erhalts der Strukturen von Stone Town, sondern auch mit der soziokulturellen Integrität des Stadtteils.
„Die kulturell vielfältige Geschichte von Stone Town hat die Stadtentwicklung und die architektonische Typologie stark beeinflusst. Stone Town unterscheidet sich deutlich von der europäischen Stadt und erfordert ein neues Verständnis dafür, wie sich Städte und ihre architektonischen Komponenten entwickeln können. Dazu kann unser internationales und interkulturelles Projekt erheblich beitragen“, so Professorin Maria Clarke.

Prof. Maria Petra Clarke
Building Construction
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Das Bild zeigt Gebäude in Stone Town. Viele von ihnen, wie das Haus rechts auf dem Foto, sind renovierungsbedürftig.
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