Der ICV ist eine gemeinnützige Vereinigung von Controllern/innen, Wissenschaftlern/innen, Studentinnen/Studenten, Professorinnen/Professoren und Manager/innen. Der ICV zählt rund 6.500 persönliche und mehr als 130 Unternehmensmitgliedschaften aus 15 Ländern und besteht aus mehr als 70 Arbeits- und Fachkreisen. In diesen Kreisen nutzen die Mitglieder nicht nur die Chance zum Wissenstransfer und Erfahrungsaustausch, sondern arbeiten auch an der Entwicklung praxisnaher Controllinglösungen für die Zukunft.
Die Professoren Dr. Stephan Form und Dr. Ralf B. Schlemminger sind Mitglieder im ICV, um dort für die Fakultät Wirtschaftswissenschaften die neuesten Entwicklungen im Controlling aufzunehmen und eigene Entwicklungsbeiträge einzubringen. Im Rahmen dieser Funktion habe sie auch an dieser Bremer Tagung teilgenommen und mitdiskutiert – und es gab viel zu diskutieren:
- Wie kann die digitale Transformation hin zu Industrie 4.0 im deutschen Mittelstand gesteuert werden? Und was haben Controllerinnen und Controller zu tun , um diese Vision von der selbststeuernden Fabrik mit den parallelen Waren- und Werteflüsse Wirklichkeit werden zu lassen, und was kommt danach auf sie zu?
- Welche Vorteile im Hinblick auf Planungs- und Steuerungsunterstützung bietet SAP S4/HANA – eine Technologie, die Auswertungen großer Datenmengen mit höherer Performance verspricht? Der Erfahrungsbericht eines Unternehmens aus der kunststoffverarbeitenden Industrie über ein entsprechendes Einführungsprojekt machte deutlich, welche Herausforderungen das Controlling bewältigen muss und warum Durchhalten sich auf jeden Fall lohnt.
- "Wo Zahlen nicht mehr zählen" lautete das Thema eines Referenten eines Energieversorgers. Welchen Pioniergeist jenseits der Zahlenwelt muss man aufbringen, um auch den Kunden von morgen zufriedenzustellen? - Auch das Controlling muss hier eine Antwort finden. Immerhin liegt es in seiner "systemkoppelnden" Verantwortung , Planung, Kontrolle, Informationsversorgung, Organisation und Personal sinnvoll zu koordinieren, so dass vorhandene Erfolgspotenziale weiterentwickelt und neue aufgebaut werden können.
- Wenn es um Investitionen in die Zukunft geht, kann man vieles richtig machen, allerdings auch einiges "kaputtrechnen". Hier ist das Investitionscontrolling gefragt, die passenden Instrumente auszuwählen. Dies ist jedoch noch nicht alles: Bisweilen müssen die Controllerinnen und Controller auch ihr ganzes diplomatisches Geschick in die Waagschale werfen, damit die "richtige" Rechnung auch Akzeptanz beim Management findet.
Alles in allem hat es sich um eine sehr kurzweilige, bestens vorbereitete und informative Tagung gehandelt, die viele Impulse für die Praxis, aber auch für die Weiterentwicklung des Controllings geliefert hat.