
Chronische Wunden und die begrenzte Verfügbarkeit geeigneter Materialien für den Hautersatz stellen große Herausforderungen in der regenerativen Medizin dar. In einem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekt entwickeln Prof. Dr. Dorothea Brüggemann und ihre Arbeitsgruppe an der Hochschule Bremen (HSB) neue Biomaterialien, die den natürlichen Aufbau der Haut nachahmen und die Wundheilung unterstützen sollen. Mit Fasernetzwerken aus Fibrinogen und Kollagen wird hierzu eine natürliche Umgebung für Hautzellen geschaffen, die zugleich verhindern soll, dass schädliche Bakterien die Wunde besiedeln. Ein Bild von Bakterien auf Nanofasern, das mit einem hochauflösenden Rasterelektronenmikroskop (REM) aufgenommen wurde, hat es in den Jahreskalender 2026 der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geschafft. Eine Jury wählte das Motiv im Rahmen eines Fotowettbewerbs aus.
Entstanden ist die Aufnahme im Rahmen des DFG-Forschungsprojekts „Geschichtete Proteinfasergerüste für das Tissue Engineering von Haut“ von Prof. Dr. Dorothea Brüggemann. Ihre Arbeitsgruppe ist sehr erfolgreich: So haben bereits mehrere Nachwuchsforschende Auszeichnungen für ihre Arbeiten in diesem und anderen Projekten erhalten. Auch wurde Dorothea Brüggemann ein europäisches Patent für das sogenannte „Fibrinogen Scaffold“ (Patent-Nr. EP3801657B1) erteilt: ein dreidimensionales Eiweißgerüst, das die Wundheilung unterstützen könnte.
Die Bildaufnahme hat die Doktorandin Lea Dierker aus Professorin Brüggemanns Forschungsgruppe im hochmodernen Gerätezentrum für multidiziplinäre Strukturanalyse (GZMS) der HSB gemacht. Lea Dierker untersucht in ihrem Promotionsprojekt, das eng mit dem HSB-internen Clusterprojekt „FiPeWu: Fibrinogen und Peptide für die Wundheilung“ verzahnt ist, die Interaktion von Bakterien mit Fasergerüsten aus dem Protein Fibrinogen.
Das GZMS wird ebenfalls von der DFG finanziert und wurde vor einem Jahr im Januar 2025 feierlich an der HSB eröffnet. Das Herzstück des neuen Gerätezentrums ist ein hochmodernes Elektronenmikroskop. Damit können Forschende zusammen mit anderen Methoden vielfältige biologische und synthetische Materialien auf verschiedenen Längenskalen analysieren.
Die rasterelektronenmikroskopische Aufnahme zeigt Escherichia coli-Bakterien (orange) auf einem Netzwerk aus Fibrinogen-Nanofasern.
© HSB - L. Dierker & D. Brüggemann


