
Barrierefreiheit in den Sozialen Medien ist entscheidend für digitale Teilhabe und Inklusion. Sie stellt sicher, dass Menschen mit Beeinträchtigungen Inhalte nutzen können. Ein Thema, das auch bei STARS EU wichtig ist, um die von der EU geförderte Hochschulallianz gemeinsam gut zu gestalten. Deshalb organisierten das Student Board der Allianz und das Zentrum für Lehren und Lernen (ZLL) der Hochschule Bremen (HSB) einen Online-Workshop zu Barrierefreiheit in den Sozialen Medien. Eine der Organisator:innen war Jule Sobanja. Die HSB-Studentin ist im Vorstand vom Student Board. Das Gremium vertritt die Studierenden der neun Partnerhochschulen in der Allianz. Im Interview erklärt die 23-Jährige, worauf man achten sollte, um Barrierefreiheit in den Sozialen Medien zu gewährleisten.
Eine Frage vorab, Frau Sobanja: Wie groß ist der Anteil bei den Zielgruppen in den sozialen Medien, die nicht erreicht werden können, wenn man Barrierefreiheit ignoriert?
Jule Sobanja: Laut unserer Workshop-Referentin Maria Jerez sind es rund 30 Prozent. Es zeigt, dass wir diesem wichtigen Thema viel mehr Aufmerksam schenken müssen. Maria Jerez hat uns hier Wissenswertes vermittelt und wertvolle Tipps gegeben. Sie ist Spezialistin für digitale Barrierefreiheit beim „Publications Office“ der EU in Luxemburg.
Welche Tipps sind das zum Beispiel?
Jule Sobanja: Wenn man einen Beitrag in den Sozialen Medien verfasst, ist es grundsätzlich wichtig, den Text lesbar und das Format einfach zu halten. Zeichensetzung und Rechtschreibung sollten Beispielsweise korrekt sein und keine Leerzeichen zur Formatierung des Textes verwendet werden, um die Verwendung eines Screenreaders zu ermöglichen.
Was ist ein Screenreader?
Das ist eine Vorlesesoftware, die vor allem blinde und sehbeeinträchtigte Leser:innen nutzen. Alle visuellen Inhalte, wie zum Beispiel Bilder, brauchen also eine textliche Beschreibung. Das verbessert neben Barrierefreiheit auch die Auffindbarkeit im Netz. Auch der bewusste Einsatz von Emojis ist in diesem Zusammenhang wichtig, damit zum Beispiel der vorgelesene Text zur gewünschten Aussage passt. Maria Jerez stellte uns hierfür Emojipedia vor. Dort kann man Beschreibungen von Emojis nachschlagen und so deren inhaltlich angemessene Verwendung prüfen.
Neben der Verwendung von Emojis haben Sie auch den Einsatz von Hashtags oder Links diskutiert – und was man sonst auf der visuellen Ebene beachten sollte.
Jule Sobanja: Richtig. Ein einfacher Trick, um sich selber zu überprüfen, besteht darin, den Bildschirm auf Schwarz-Weiß-Ansicht umzuschalten. So kann man sehen, ob der visuelle Inhalt auch unabhängig von Farben durch Formen funktioniert. Und was viele nicht wissen: GIFs sollten am besten nach fünf Sekunden stoppen oder keine grell blinkenden Elemente haben. So berücksichtigt man Nutzer:innen mit sogenannter photosensitiver Epilepsie oder ADHS. Insgesamt war es ein sehr interessanter Workshop zu einem wichtigen Thema. Vielen Dank an Maria Jerez für die tolle Umsetzung.
Insgesamt haben an dem Workshop 14 Teilnehmende (Mitarbeitende und Studierende) aus den vier Partnerhochschulen Aleksandër Moisiu University of Durrës (Albanien), Cracow University of Technology (Polen), University of La Laguna Teneriffa (Spanien) und der Hochschule Bremen teilgenommen.
Student Board informiert
Wer mehr Interesse an dem Thema Barrierefreiheit in den Sozialen Medien oder grundsätzlich an STARS EU hat, kann sich gerne an das Student Board an der HSB wenden. Weitere Veranstaltungen zu unterschiedlichen Themen sind in Arbeit.
Kontakt STARS EU Student Board an der HSB: starseustudentboard@hs-bremen.de
Informationen zu digitaler Barrierefreiheit:
Jule Sobanja studiert Pflegewissenschaften an der HSB und ist im Vorstand vom Student Board der STARS EU-Alllianz. Das Gremium vertritt die Studierenden der neun Partnerhochschulen in dem Netzwerk.
© HSB - Meike Mossig
