
Obwohl es seit Ende der 1990er Jahre zahlreiche Bemühungen und Erfolge in der Gleichstellungspolitik gab, bestehen in der Praxis nach wie vor erhebliche geschlechtsspezifische Unterschiede auf dem Arbeitsmarkt. Frauen haben geringere Erfolgsaussichten beim Zugang zu Beschäftigung und beim Verbleib in Beschäftigung. Ihre Bezahlung und ihre Aufstiegsmöglichkeiten sind schlechter. Die Beiträge des Bandes „Geschlechtergerecht gestalten - Möglichkeiten und Grenzen der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik“ bieten einen umfassenden Überblick über die aktuelle geschlechtsbezogene Arbeits(marktpolitik-)forschung. Herausgegeben wird das Buch unter anderem von Prof. Dr. Silke Bothfeld von der Hochschule Bremen (HSB).
„Im Hinblick auf die Gleichstellung von Frauen und Männern im Arbeitsmarkt hat sich in den vergangenen 30 Jahren sehr viel verändert, dennoch bestehen eklatante Unterschiede fort - beim Verdienst, bei den Arbeitsbedingung, und auch dabei, was wir für Frauen als angemessen oder passend empfinden, wie etwa bestimmte Berufe oder der Umfang der Teilzeitarbeit“, erklärt Bothfeld, die an der HSB Professorin für Politikwissenschaft ist.
Herausgegeben mit den drei Kolleg:innen Aysel Yollu-Tok (Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin), Christian Hohendanner (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung in Nürnberg) und Petra Schütt (Referat für Arbeit und Wirtschaft der Landeshauptstadt München), betrachten mehr als 40 Autor:innen in 30 Kapiteln die Erwerbstätigkeit von Frauen aus sehr unterschiedlichen Perspektiven. „Ich denke, unser gemeinsamer Schluss ist, dass wir auch in Zukunft ganz deutliche Anstrengungen unternehmen müssen - in Kooperation aller gesellschaftlicher Akteure - wenn wir die Gleichstellung von Frauen und Männern als ernstzunehmendes politisches Ziel sehen. Dazu gehören auch gesetzliche Vorschriften. Dieses Jahr etwa werden wir sehen, wie die Bundesregierung die europäische Anforderung der Entgelttransparenz-Richtlinie hoffentlich endlich in wirksames nationales Recht umsetzen wird“, resümiert Silke Bothfeld.
Entstanden ist der Band als Ergebnis einer Jahrestagung der "Deutschen Vereinigung für sozialwissenschaftliche Arbeitsmarktforschung - SAMF e.V." -ein Zusammenschluss von Wissenschaftler:innen verschiedener Fachdisziplinen, der zwischen Wissenschaft und Praxis vermittelt.
2026 findet die Jahrestagung des SAMF e.V. am 21. Und 22. Mai in Bremen statt.