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Kommentar zu den Haushaltsplanungen des Landes Bremen: Damit aus dem Bremer Weg kein Irrweg wird

Stellungnahme von Prof. Ulrike Mansfeld, Dekanin der Fakultät 2 Architektur, Bau und Umwelt, und Prof. Dr. Christopher Klug, Dekan der Fakultät 3 Gesellschaftswissenschaften
Das Land Bremen ist unverschuldet in eine pandemiebedingte finanzielle Ausnahmesituation geraten. Nun nach Wegen zur Bewältigung der Herausforderungen zu suchen, ist Aufgabe der Politik und aller gesellschaftlichen Akteure. Mit massiven Kürzungen am Wissenschaftssystem zu reagieren ist ein Irrweg. Das Bremer Wissenschaftssystem betreibt keineswegs Selbstbeschäftigung. Vielmehr bietet es Jahr für Jahr Anlass für mehrere tausend (meist) junge Menschen, nach Bremen zu ziehen oder zu bleiben. Sie vertrauen uns ihre Qualifikation an und legen den Grundstein für ihre spätere berufliche Existenz. Sie kaufen hier ein und gehen aus, gründen Familien, gehen Bindungen ein, engagieren sich und bringen ihre Kompetenzen zur Bewältigung der Herausforderungen unserer Zeit in die Stadtgesellschaft ein.

Die Hochschulen selbst nehmen ihre Aufgabe, trotz knapper Mittel und beispielloser Unterfinanzierung, ernst und richten ihre Angebote bedarfsgerecht an den Themen der Zukunft aus: Wir bilden die Menschen aus, die in Krankenhäusern pflegen, die in Kreißsälen Geburten kompetent begleiten, die für Kindswohl in der Sozialen Arbeit sorgen. Wir bilden die aus, die unsere Brücken, Gebäude und Quartiere nachhaltig planen, unsere künftige Mobilität vorausdenken und in der Lage sind, Klimafreundlichkeit und Nachhaltigkeit in konkretes Handeln umzusetzen und als Fach- und Führungskräfte die Existenz der Unternehmen in der Region zu sichern. Dafür tragen wir die Verantwortung, denn unser wichtigster „Rohstoff“ in Bremen sind gut ausgebildete, an die Region gebundene Menschen. Jeder Euro, der in das Wissenschaftssystem fließt, kommt sehr gut verzinst zurück und entfaltet heute und in Zukunft seine Wirkung.

Kein Landwirt käme auf die Idee, auf eine nicht zufriedenstellende Ernte mit weniger Aussaat für das kommende Jahr zu reagieren und kein Automobilhersteller würde auf schlechte Absatzzahlen mit massiven Kürzungen in Forschung und Entwicklung reagieren. Im Gegenteil: Sie alle wüssten, dass sie damit am Ast sägen, auf dem sie sitzen und sich ihrer Zukunftsfähigkeit berauben. Aus einer unverschuldeten finanziellen Krise gestärkt hervorgehen liegt nun in der Verantwortung der Politik. Damit aus einer unverschuldeten Krise keine nachhaltig wirkende, dann eigenverschuldete Krise erwächst, sind die richtigen Schlüsse notwendig: Allein der Plan, an der Ausbildung qualifizierter junger Menschen den Rotstift anzusetzen, ist fatal. Das Gegenteil muss passieren, der Wissenschaftsplan 2025 muss umgesetzt werden. Dann dürften sich Politik wie Stadtgesellschaft völlig zurecht feiern lassen, denn es liegt in ihrer Verantwortung.

Prof. Dr. Christopher Klug,
Dekan Fakultät Gesellschaftswissenschaften, Hochschule Bremen und
Prof. Dipl.-Ing. Ulrike Mansfeld,
Dekanin Fakultät Architektur, Bau und Umwelt, Hochschule Bremen


veröffentlicht am 2021-03-12 10:01

 

 

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