Übersicht

Projektleitung Stanze, Henrikje, Prof. Dr.
Durchführende Organisation Hochschule Bremen, Fakultät 3
Projekttyp HSB-intern gefördertes Projekt
Mittel- bzw. Auftragsgeber Hochschule Bremen, F&E-Fonds
Förder- bzw. Auftragssumme 10.377,00 €
Laufzeit 04/2022 - 03/2023
Institut Zentrum für Pflegeforschung und Beratung
Forschungscluster Lebensqualität

Durch den Beschluss des Bundesverfassungsgerichtes (BVerfG) 02/2020 ist in Deutschland erneut möglich, Menschen durch Suizidassistenz bei ihrem Sterbewunsch zu unterstützen. Das BVerfG erklärte in seiner Urteilsbegründung den Bedarf einer gesetzlichen Neuregelung der Suizidassistenz, auch wenn es keine klare Forderung war. Seitdem ist in Deutschland eine sehr kontroverse Debatte ausgelöst worden, die in medizinischen Fachgesellschaften, Interessensgemeinschaften, aber auch in der allgemeinen Bevölkerung geführt wird. Die Diskussionen sind geprägt von Begriffen wie „Selbstbestimmung“, „Selbstbestimmtes Sterben“ usw. Im Fokus der ethischen Diskussionen steht jedoch auch, dass bei gesetzlich und gesellschaftlich akzeptierten Regelung zur Suizidassistenz eine Gefahr bestehen könnte, dass z.B. stark pflegebedürftige Menschen einem internalen und externalen Druck ausgesetzt werden, die Familie oder Gesellschaft nicht zu belasten und somit das selbstbestimmte Sterben dem Leben vorziehen. Die Landes- und Bundesärztekammern haben sich von der Suizidassistenz distanziert und sehen darin keine ärztliche Aufgabe. Für die Pflege gab es bisher noch keine öffentliche Stellungnahme zu der beschriebenen Thematik. Dabei betonten der Deutsche Pflegerat (DPR) und der Deutscher Berufsverband für Krankenpflege (DBfK) bereits 2015, dass Pflegefachkräfte vor allem in der Palliativversorgung und Hospizarbeit häufig mit Patient:innen mit intensivem Todeswunsch und mit der Anfrage zur Suizidassistenz konfrontiert sind. Die Studienlage aus Ländern zeigt, dass Pflegefachkräfte durch ihre zentrale Rolle in der Patient:innen- und Angehörigen-Interaktion auch im Ramen der Suizidassistenz eine entscheidende Funktion einnehmen. Das Projektes SEILASS untersucht in einer qualitativen Studie, welche Sichtweisen und Einstellungen Pflegefachkräften zum assistierten Suizid haben, um die Ergebnisse in die Diskussion um eine gesetzliche Regelung integrieren zu können.