SAFE
| Projektleitung | Stanze, Henrikje, Prof. Dr. |
|---|---|
| Projektbeteiligte | Owusu Boakye, Sonja |
| Durchführende Organisation | Hochschule Bremen, Fakultät 3 |
| Projekttyp | HSB-intern gefördertes Projekt |
| Mittel- bzw. Auftragsgeber | Hochschule Bremen, F&E-Fonds |
| Förder- bzw. Auftragssumme | 6.758,00 € |
| Laufzeit | 04/2026 - 03/2027 |
| Forschungscluster | Lebensqualität |
Ein früher Partner:innenverlust löst intensive Trauer aus und stellt ein höchst stressvolles, einschneidendes biographisches Ereignis dar, das zentrale Identitätsdimensionen als Partner:in, Elternteil, Berufstätige und hinsichtlich sozialer Positionierungen berührt. Dieses Erleben kann zu Selbstwertdiffusion, Identitätskrisen, Kontrollverlust, eingeschränkter Handlungsfähigkeit sowie sozialer Isolation oder Einsamkeit führen. Auch anhaltende und komplizierte Trauerreaktionen wie existenzielle Ängste, Depressionen oder PTBS können das Alltagshandeln, die familiären Dynamiken sowie das Trauererleben der Kinder nach dem Verlust des Elternteils beeinflussen. Gleichsam wird der soziale Status als „junge Witwe“ und „alleinerziehendes Elternteil“ oft ambivalent und destabilisierend wahrgenommen. Während viele Studien vor allem herausfordernde Aspekte hervorheben, fehlt es bislang an ressourcenorientierten und perspektivenübergreifenden qualitativen Forschungsansätzen die die spezifische Situation verwitweter Frauen in Deutschland hervorheben. Diese Lücke zeigt sich darin, dass das gleichsame Erleben von Witwen- und Alleinerziehende Mutterschaft bisher kaum analytisch betrachtet und zusammen mit Selbstwertund Selbstwirksamkeitserleben vor dem Hintergrund von gesellschaftlichen, institutionellen, sozialen und individuellen Spannungsverhältnissen in den Fokus gerückt wurde. Dabei zeigen quantitative Forschungen, dass Ressourcen, wie existenzielle Sicherheit, Gesundheit oder subjektive Selbstwirksamkeits- und positives Kompetenzerleben, mit einer höheren elterlichen Zufriedenheit und besseren psychischen Anpassung nach Verwitwung assoziiert sind. Offen bleibt, wie sich potentielle Ressourcen konkret in der Lebens- und Alltagswelt junger Verwitweter in Deutschland äußern und sich langfristig etablieren und welche subjektiv und familiär stabilisierende Auswirkungen sie haben. Ein neuwertiges multiperspektivisches Forschungsvorgehen versucht verschiedene Perspektiven zu integrieren, um Wechselwirkungen zwischen Trauer- und Wiederherstellungsprozessen sowie professioneller Unterstützung sichtbar zu machen. Auf diese Weise sollen neue Ansatzpunkte für ressourcenorientierte Interventions- und Unterstützungsformate eröffnet werden.