Übersicht

Projektleitung Wittmaier, Martin, Prof. Dr.
Durchführende Organisation externe Einrichtung, Institut für Energie und Kreislaufwirtschaft an der Hochschule Bremen GmbH
Projekttyp Drittmittelprojekt (Zuwendung)
Mittel- bzw. Auftragsgeber Bund, Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi)
Förder- bzw. Auftragssumme 170.803,00 €
Laufzeit 01/2019 - 10/2020
Forschungscluster Region im Wandel

Um den weltweiten Klimaschutzbestrebungen gerecht zu werden, wird international eine Dekarbonisierung der Transportketten vorangetrieben. Es werden verschiedenste Ansätze diskutiert, um CO2-Emissionsreduktionen bei gleichzeitiger Kostenwirksamkeit zu erreichen. In Bezug auf den Hafenstandort oder das Hafenquartier müssen die Klimaschutzziele noch inhaltlich quantitativ abgestimmt und verknüpft werden. Aktuell fehlt es an kooperativen Maßnahmen, jeder Akteur im Hafenquartier hat seinen eigenen energietechnischen Bilanzkreis und eine Gesamtbetrachtung für das Hafenquartier erfolgt nicht. 95% des Gesamtenergiebedarfs im Hafenquartier wird für die Umschlags- und Logistikleistungen der Hafenunternehmen EUROGATE (Container) und BLG (v.a. Automobile) benötigt. Die eingesetzte Energie wird bisher nur als Betriebsmittel gesehen und nicht als Optimierungsziel einer betrieblichen Transportdienstleistung. Darüber hinaus besteht ein robustes energetisches Resilienzkonzept zur Sicherstellung des Hafenbetriebs zurzeit nicht. Die Energieversorgung von (Hafenbetriebs-) Schiffen, Anlagen (z.B. Schleusen, Pumpen, Steuerstände, etc.) Gebäuden (auch Kühlhäuser) und Terminalfahrzeugen basiert in erster Linie auf fossilen Energieträgern. Eine nennenswerte Eigenerzeugung von erneuerbarer Energie, ebenso wie der Einbezug dedizierter externer verteilter (regenerativer) Energieerzeugungsanlagen im Bilanzkreis des Hafenquartiersl, erfolgt im Quartier bisher nicht. Die Integration von dezentralen Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energie (hier im Wesentlichen aus Wind und Biomasse) in die energietechnische Versorgung des Hafenquartiers würde zur Reduzierung von CO2-Emissionen beitragen und helfen, Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien über den Zeitraum ihrer EEG-Vergütung hinaus zu erhalten bzw. weiterzuentwickeln. Zusätzlich können hierbei Perspektiven einer sektorübergreifenden Integration von erneuerbaren Energieerzeugungsanlagen entwickelt werden, wodruch ein Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele geleistet wird. Da aber nicht abgestimmte Ausbauszenarien der einzelnen Akteure im Hafenquartier hinsichtlich Erzeugung und Nutzung erneuerbarer Energien zwangsläufig zu suboptimalen technischen und wirtschaftlichen Lösungen bzgl. der Anpassung von Energieangebot & -nachfrage führen, bedarf es aus Effizienzgründen eines koordinierten Vorgehens. Ziel des Projektes ist, mittels zu simulierender Zukunftsszenarien ein Investitionskonzept für das Zusammenwirken verschiedener Akteure im Hafenquartier abzuleiten, welches dieses für die beabsichtigte nachhaltige Entwicklung energietechnisch und logistisch vorbereitet. Im Projekt SHARC sollen für das Hafenquartier „Überseehafen“ in Bremerhaven beispielhaft die Integration erneuerbarer Energiequellen in Hafeninfra- und –suprastruktur sowie die logistischen Betriebsprozesse für verschiedene Zukunftsszenarien modelliert und die Effekte (Energieverbrauch, Kosten, CO2- Reduzierungen, Umweltwirkungen) simuliert werden. Um das Hafenquartier auf die beabsichtigte nachhaltige Entwicklung energietechnisch vorzubereiten, soll ein Investitionskonzept für das Zusammenwirken der Akteure abgeleitet werden. Dieses bildet die Basis für eine Implementierung in einer - sich an das Projekt anschließenden – Demonstrationsphase, in der die technischen und organisatorischen Maßnahmen zu validieren sind und ggf. optimiert würden.

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