CM-IFRS
| Projektleitung | Veith, Stefan, Prof. Dr. |
|---|---|
| Projektbeteiligte | Fieberg, Christian, Prof. Dr. |
| Durchführende Organisation | Hochschule Bremen, Fakultät 1 |
| Projekttyp | HSB-intern gefördertes Projekt |
| Mittel- bzw. Auftragsgeber | Hochschule Bremen, F&E-Fonds |
| Förder- bzw. Auftragssumme | 5.490,00 € |
| Laufzeit | 04/2026 - 12/2026 |
| Forschungscluster | DTX |
Die Einführung von IFRS 9 und IFRS 17 im Jahr 2023 markiert einen tiefgreifenden Wandel der Versicherungsbilanzierung. Erstmals werden sowohl Finanzinstrumente als auch Versicherungsverpflichtungen weitgehend nach aktuellen Wertansätzen bewertet, wodurch das traditionelle, stark vorsichtsorientierte Mischmodell abgelöst wird. Ob diese Reform tatsächlich zu entscheidungsnützlicheren Finanzberichten führt, ist bislang jedoch empirisch ungeklärt. Das geplante Projekt untersucht daher, inwieweit sich die Wertrelevanz zentraler Bilanzierungsgrößen – insbesondere des Eigenkapitals, der versicherungstechnischen Rückstellungen und der Kapitalanlagen – durch die Einführung von IFRS 9/17 verändert hat. Methodisch soll das Projekt ein Difference-in-Differences-Design nutzen, das IFRS-anwende Versicherer mit Vergleichsunternehmen unter nationalen Rechnungslegungsregeln kontrastieren wird. Der Datensatz soll börsennotierte Versicherer aus Europa und Nordamerika für den Zeitraum 2005–2024 umfass und die Identifikation der durch die Reform verursachten Veränderungen im Zusammenhang zwischen Marktwerten und Rechnungslegungsgrößen erlauben. Das Projekt leistet damit einen wichtigen Beitrag zur internationalen Rechnungslegungsforschung, indem es erstmals umfassend die kapitalmarktorientierten Konsequenzen der IFRS-Reform im Versicherungssektor analysieren und damit evidenzbasierte Impulse für Standardsetzer, Aufsichtsbehörden und Investoren liefern soll.