Generationen gemeinsam: Wie können Unternehmen mit jungen Menschen die Wirtschaft von morgen gestalten?
Samstag, 27.06.2026, tt:mm - tt:mm
Haus der Wissenschaft, Sandstraße 4/5, 28195 Bremen
1. OG, Seminarraum 1
Fachkräftemangel ist nur ein Problem von vielen anderen Herausforderungen der Wirtschaft. In einer Welt mit KI, Energiewende, globaler Unsicherheit und sozialen Umbrüchen brauchen Unternehmen nicht nur Arbeitskräfte um bestehende Stellen zu besetzen. Sie brauchen eine Kultur des gemeinsamen Lernens über Generationen hinweg. Aufbauend auf Ergebnissen der Talente-Challenge der Hochschule Bremen erkunden die Teilnehmenden mithilfe von Co-Design-Tools zukunftsfähige Antworten auf diese Herausforderungen. Ziel des Workshops ist es, eine frische Perspektive auf den Fachkräftemangel und mögliche Lösungsansätze zu entwickeln.
Der Fachkräftemangel ist ein akutes Problem auf dem Arbeitsmarkt. So verzeichnete das Institut der deutschen Wirtschaft (IW Köln) im Jahr 2024 rechnerisch rund 500.000 nicht besetzbare offene Stellen. Es wird erwartet, dass diese Fachkräftelücke sich noch verstärkt. Je nach Szenario und Methode wird mit 3 bis 7 Millionen fehlenden Fachkräften bis 2035–2040 gerechnet. Institutionen, wie das Statistische Bundesamt, das Institut für Arbeitsmarkt‐ und Berufsforschung (IAB), Prognos und das IW Köln erklären diese Fachkräftelücke als demografisch und strukturell bedingt. Es scheiden mehr Menschen der sogenannten "Babyboomer‐Generation" aus dem Arbeitsmarkt aus, als jüngere nachrücken. Darüber hinaus gibt es auch noch strukturelle Gründe für die vergleichsweise niedrigere Erwerbsbeteiligung einiger Gruppen, etwa von Frauen mit Verantwortung für unbezahlte Care‐Arbeit.
Aufbauend auf Ergebnissen der Talente‐Challenge, an der Studierende der Hochschule Bremen mit Partnern aus Bremen und Bremerhaven seit 2023 gearbeitet haben, erkunden wir in diesem Workshop zwei alternative Perspektiven, mit jeweils unterschiedlichen Lösungsansätzen.
Nach der vorherrschenden arbeitsmarktorientierten Perspektive geht es vorrangig darum, offene Stellen durch Stärkung der Arbeitgeberattraktivität und Erweiterung des Pools von Arbeitnehmenden zu besetzen sowie bestehende Mitarbeitende in einem wettbewerbsorientierten Arbeitsmarkt zu halten.
Die alternative Perspektive betrachtet den Fachkräftemangel als ein komplexes systemisches Problem, das weder einfach zu beheben ist, noch isoliert von anderen aktuellen Herausforderungen der Wirtschaft betrachtet werden kann. Dazu zählen zum Beispiel: globale Unsicherheit, Ressourcenknappheit, KI, Energiewende und sozialen Umbrüchen. Diese zweite Perspektive erfordert neue Lösungsansätze. Neben der kurz‐ und mittelfristigen Besetzung freier Stellen und dem Halten von Mitarbeitenden, wird es zunehmend wichtig zu erkunden, wie ein möglicherweise kleinerer Pool erwerbstätiger Menschen aller Generationen gemeinsam und innovativ die Wirtschaft von morgen gestalten kann.
Der interaktive Workshop lädt Teilnehmende ein, Lösungsansätze gemeinsam zu erkunden. So können Teilnehmende auch die weitere Entwicklung des Forschungsprojekts aktiv mitgestalten.
Prof. Dr. Svenja Tams, School of International Business, Hochschule Bremen