
In einem neuen bundesweiten Projekt bringt die Hochschule Bremen (HSB) ihre Expertise in den Bereichen IT-Sicherheit, Kommunikationsarchitekturen sowie Simulation kritischer Infrastrukturen ein: Das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) mit rund drei Millionen Euro geförderte Forschungsvorhaben „CloudEnerChain“ will sicherstellen, dass Geräte, Sensoren und Systeme in modernen Energienetzen sicher und verlässlich miteinander kommunizieren können – wie zum Beispiel Solaranlagen, Speicher oder digitale Stromzähler.
Das dreijährige Projekt baut dafür eine digitale „Vertrauenskette“ auf: von den kleinen Sensoren vor Ort über das Internet (IoT) bis hin zu den zentralen Steuerungssystemen in der Cloud. Diese Kette sorgt dafür, dass Daten nicht manipuliert werden können, dass nur autorisierte Geräte miteinander kommunizieren, ohne dass die Kommunikationspartner es merken und dass alles nachvollziehbar ist – wie ein digitaler „Fingerabdruck“ für jede Nachricht.
„In dem Projekt analysieren wir an der HSB Bedrohungsszenarien in energietechnischen Umgebungen und entwickeln Sicherheits- und Architekturkonzepte für eine robuste Vertrauenskette“, erklärt der Leiter der Forschungsgruppe Rechnernetze und Informationssicherheit (FRI), Prof. Dr. Richard Sethmann. Dazu gehören unter anderem hardwarebasierte Sicherheitsmechanismen, wie der Einsatz von Hardware-Sicherheitsmodulen (HSM) - etwa ein Trusted Platform Module (TPM) - sowie die Integration sicherer Kommunikationsstrukturen, zum Beispiel das Trusted Core Network (TCN). Darüber hinaus erweitert die Forschungsgruppe von Professor Sethmann bestehende Simulationsumgebungen, um typische Kommunikationsabläufe und Angriffsszenarien in OT-Systemen realitätsnah abzubilden und die entwickelten Konzepte umfassend zu testen.
Die Projektabkürzung „CloudEnerChain“ steht für „Cloudbasierte Interoperabilität in Energiesystemen durch sichere Vertrauenskette vom Feldgerät über Leitsystem bis zur Cloud“. Die Leitung des Verbundprojekts hat das Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT in Sankt Augustin. Neben der HSB sind die SWO Netz GmbH, die Digimondo GmbH sowie die PSI Software SE beteiligt. Assoziierte Partner sind die Schleswig-Holstein Netz AG und die Rhebo GmbH. Das Projekt ist am 1. März 2026 gestartet und läuft bis Februar 2029.
Kick-Off der Forschenden für ihr "CloudEnerChain"-Projekt im März 2026 in Aachen.
© Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT