Wie sollte zukünftig die Verkehrssituation im Schweizer Viertel gestaltet werden, um möglichst allen gerecht zu werden? Diese Frage wurde unter den Menschen des so genannten Schweizer Viertels im Bremer Stadtteil Osterholz schon häufig erörtert. Die Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa will mit ihrem „Aktionsprogramm Stadtteilzentren“ die Quartiere in Bremen durch eine Mitfinanzierung geeigneter Maßnahmen unterstützen. Der Förderverein Schweizer Viertel e. V. (i. Gr.) hat sich vorgenommen, Vorschläge zu erarbeiten, mit denen die Aufenthaltsqualität, die Attraktivität, und die Erreichbarkeit optimiert werden können. Damit soll das Stadtteilzentrum Osterholz gestärkt werden. In den vergangenen Jahren hat die Interessengemeinschaft Schweizer Viertel gemeinsam mit den Unternehmern des Stadtteilzentrums bereits mit diversen Aktionen positive Veränderungen vor Ort erreichen können. Grundsätzlich ist die Weiterführung  jetzt eine Frage der Gestaltung und der Verkehrsneuordnung. Studierende der Hochschule Bremen im Studiengang Bauingenieurwesen sollen jetzt konkrete Gestaltungsvorschläge für das Schweizer Viertel ausarbeiten.

Fragt man die Aktiven oder einfach die Menschen in Osterholz nach Verbesserungsmöglichkeiten, fällt das Augenmerk schnell auf die unbefriedigende Verkehrssituation. Durchgangsverkehr, Erreichbarkeit, Verweilflächen, Sicherheitsgefühl, motorisierter und nicht motorisierter Individualverkehr, Aufenthaltsqualität sind häufig genannte Begriffe. Der gesamte Verkehr und die Menschen in Osterholz brauchen neue Lösungen, die Aufenthalt, Sicherheitsgefühl, Barrierefreiheit, Erreichbarkeit von Geschäften, Wohnungen und der Osterholzer Mitte bedenken. Dabei spielen Verkehrsneuordnung des motorisierten und nicht motorisierten Verkehrs, Freiraum-Möblierung, Urban Gardening, Begrünung oder auch eine Fahrradstation entscheidende Rollen.

An der Hochschule Bremen werden Bauingenieurinnen und Bauingenieure ausgebildet, die solche Transformationsprozess später im Beruf begleiten, planen und realisieren sollen. Im Modul „Städtebau und Verkehrsplanung“ (Prof. Dr. Carsten-W. Müller, Fakultät Architektur, Bau und Umwelt) haben sich insgesamt  35 Studierende gefunden, um Ideen für zukunftsfähige Gestaltungsvorschläge zu unterbreiten. Dabei steht die Analyse und das Finden von neuen Lösung für Verkehr und Aufenthalt im Vordergrund.

Die Studierenden sind dazu mehrfach ins Schweizer Viertel gekommen, haben die Menschen vor Ort interviewt und versucht, die Lage vor Ort genau kennenzulernen. In Treffen mit Teilnehmenden von Ortsamt, Beirat, Bauausschuss, Förderverein Schweizer Viertel und Stadtteilmanagement  konnten die Studierenden das Schweizer Viertel nicht nur am „grünen Tisch“ betrachten, sondern den Ort, die Sorgen und Bedürfnisse im Schweizer Viertel auch hautnah kennenlernen.

Insgesamt acht Teams aus drei bis fünf Studierenden werden versuchen, im Rahmen des Moduls „Städtebau und Verkehrsplanung“ in ihren Semesterarbeiten Lösungen im Sinne der gesuchten Verbesserung zu finden. Es sollen von diesen Arbeiten Impulse für die Menschen und Akteure im Schweizer Viertel und für die weitere Diskussion ausgehen. Die studentischen Ideen sollen außerdem den weiteren Verlauf der Abstimmung über die Zukunft des Schweizer Viertels befördern. Dabei spielt für die Studierenden auch eine Rolle, ihre Ideen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und zu erklären. Dass die praxisorientierte Ausbildung ein typisches Element des Studiums an der Hochschule Bremen ist, wird auch an diesem Beispiel deutlich.

Als Anreiz winkt den Studierenden ein Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro, gestiftet vom Förderverein Schweizer Viertel. Diese Preise werden nach den besten drei erreichten Gesamtnoten gestaffelt. Der Förderverein Schweizer Viertel hat mit der Hochschule Bremen vereinbart, nach der fachlichen Beurteilung der zahlreichen studentischen Vorschläge auch die Meinungen der Stadtteilbewohnerinnen und -bewohner zu berücksichtigen. Sie sollen aus ihrer Perspektive die vorgelegten Arbeiten der Studierenden beurteilen. Für die von den Osterholzer Bürgerinnen und Bürgern prämierte Arbeiten sollen die betroffenen Studierenden ebenfalls belohnt werden. Zu diesem Zweck lobt der Förderverein Schweizer Viertel zusätzlich einen Bürgerpreis aus. Die Vorstellungen der Arbeiten wurden aufgezeichnet und werden der Öffentlichkeitzugänglich gemacht. So können die Ergebnisse  trotz der Pandemie dem Osterholzer Publikum zur Verfügung gestellt werden. Ab sofort sind sieben Präsentationen (jede von 20 Minuten Dauer) auf einen Kanal bei YouTube hochgeladen und können gestreamt werden. Den Publikumspreis gewinnt die Gruppe mit den meisten „Likes“ auf Youtube.

Die Arbeiten können unter folgenden Links angesehen werden:

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