
Zwei lebensgroße Skulpturen der Bremer Stadtmusikanten hat der Architekturstudent Moritz Heyde in der Modellbauwerkstatt der School of Architecture Bremen der Hochschule Bremen (HSB) erstellt. Pünktlich zu den Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit in Bremen sind sie fertig – und beim Bürgerfest vom 2. bis 4. Oktober 2026 an zwei Orten zu sehen: eine im ehemaligen Galeria-Kaufhof-Gebäude, wo sich die HSB und zahlreiche Wissenschaftseinrichtungen präsentieren werden. Die andere steht im Rathaus.
Dort ist die Skulptur für den Staatsempfang im Bremer Rathaus vorgesehen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Bundesratspräsident und Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte sowie weitere Politiker:innen von Bund und Ländern werden sich am Freitag, 2. Oktober, mit ihren Unterschriften auf der Skulptur des HSB-Studenten verewigen.
Den Auftakt bildete im vergangenen Winter eine Anfrage im Auftrag der Senatskanzlei. „Ich hatte mich zu dieser Zeit intensiv mit parametrischem Design beschäftigt und sah darin die Chance, ein Designprojekt auch praktisch umzusetzen,“ sagt Moritz Heyde, der seit zwei Jahren als studentische Hilfskraft in der Modellbauwerkstatt der School of Architecture Bremen arbeitet.
Insgesamt entstanden 20 kleinere Skulpturen aus dem 3D-Drucker mit Eichensockel, die inzwischen an verschiedenen Stellen im Bremer Rathaus zu sehen sind, sowie zwei rund 2,5 Meter hohe Modelle mit einem Skelett aus Sperrholz und einer Haut aus Alu-Dibond. Die beiden großformatigen Figuren stehen auf Rollsockeln und bilden die Bremer Stadtmusikanten als überlebensgroße Standbilder ab. Alle Figuren bestehen aus Dreiecken - 160 Segmente mit 700 Einzelfacetten. Bei der Programmierung der Algorithmen, mit denen das 3D-Modell in eine produzierbare Form überführt wurde, kam zudem künstliche Intelligenz zum Einsatz.
Entstanden ist das Projekt im Rahmen eines freien Wahlmoduls bei Holger Schoefer, Leiter der Modellbauwerkstatt, und Andrea Dung, Professorin für Darstellungs- und Entwurfsmethodik.
„Die Bremer Stadtmusikanten kommen im digitalen Zeitalter an: parametrisch trianguliert und als Modell 1.1 neu gedacht. Aus dem vertrauten Märchenmotiv wird ein experimentelles digitales Modell – zwischen Tradition und algorithmischer Form, zwischen Erinnerung und Zukunft.“, so Professorin Andrea Dung.

M.A. Arch. Holger Schoefer
Leitung Modellbauwerkstatt
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