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Mäuse als Virusüberträger

Ein studentischer Beitrag von Inga Hoffmann und Serina Trotzer

Dass ein so possierliches Tier wie eine Maus einem Menschen gefährlich werden kann ist kaum vorstellbar. Tatsächlich aber sind Nagetiere der Unterordnung Myomorpha (Mauseverwandte) sowie Insektenfresser der Familie Soridae (Spitzmäuse) Überträger von Hantaviren (1). Sie dienen dem Virus dabei allerdings lediglich als asymptomatischer Reservoirwirt (3).
Das Hantavirus
Zu diesen nach dem koreanischen Grenzfluss Hantan benannten Viren gehören die für den Menschen pathogenen Serotypen Hantaan-Virus, Puumala-Virus, Dobrava-Belgrad-Virus, Seoul-Virus, Korea-Fieber-Virus und Sin-Nombre-Virus.
Hantavieren sind behüllte Einzel-Strang(−)-RNA-Viren (ss(−)RNA). Die Inkubationszeit beträgt durchschnittlich 2 bis 4 Wochen (3). Oft verläuft eine Erkrankung allerdings asymptomatisch.
Obwohl während des Korea-Kriegs im Gebiet des Hantan-Flusses in den 1950er Jahren bis zu 3000 amerikanische Soldaten diesem starken Fieber erlagen, gelang es dem Virologen Dr. Ho Wang Lee erstmals 1977 das Hantavirus zu isolieren (6).
In Deutschland sind es vor allem die Rötelmaus und die Brandmaus, die das Hantavirus – speziell den Serotyp Puumala (PUU) – auf den Menschen übertragen. Eine Infektion mit den in Mitteleuropa vorkommenden Hantavirus-Typen (v.a. PUU) führt meist zu grippeähnlichen Symptomen:
3-4 Tage anhaltendes Fieber sowie Kopf-und Abdominalschmerzen, gefolgt von Nierenstörungen bis hin zu akutem Nierenversagen. Selten kann es im Falle einer Infektion mit dem Puumala-Virus auch zu akuten Lungenschäden kommen (1).
Wie werden Hantaviren übertragen?
Das Hantavirus wird sowohl als Kontaktinfektion, als auch oral und respiratorisch übertragen. Speichel, Urin und Kot der Nager enthalten die Pathogene, welche in der Umwelt lange Zeit stabil und somit infektiös bleiben. In der Regel erfolgt eine Ansteckung durch den Kontakt mit Ausscheidungen der Nager, durch das Einatmen verseuchten Staubs und ferner durch Nagetierbisse (1), jedoch immer nur von Tier zu Mensch. Es findet keine Übertragung von Mensch zu Mensch statt. Auch sind keine Fälle einer Übertragung von Haustier zu Mensch bekannt.

Myodes glareolus (Rötelmaus) [This media comes from Soebe]
Auftreten
Im Jahresvergleich treten starke Inzidenzunterschiede auf, welche sich auf die alle 2-3 Jahre auftretende Massenvermehrung der Rötelmauspopulationen, sowie die Stärke deren Durchseuchung zurückführen lässt. So wurden – laut Robert-Koch-Institut – zu Letzt zwischen Januar und Juni 2007 vermehrt labordiagnostisch bestätigte Hantavirus-Erkrankungen gemeldet (Epidemiologisches Bulletin 2007).
Zudem wird in Deutschland eine erhöhte Inzidenz in ländlichen Gebieten und während der Sommermonate von Mai bis September verzeichnet (3).

Apodemus agrarius (Brandmaus) [This media comes from Gerizo]
Vorsichtsmaßnahmen
Besondere Vorsichtsmaßnahmen wie Vermeidung von Kontakt zu Nagetieren und deren Exkrementen sollten bei Arbeiten in Forstwirtschaft und Bauwesen, bei Aufenthalt bzw. bei Reinigungsarbeiten in Scheunen, Schuppen, etc. vor allem in bekannten Endemiegebieten und Jahren vermehrter Inzidenz eingehalten werden (1, 3).
Interessante Links zu diesem Thema
Informationen zur Vermeidung von Hantavirus Infektionen:
http://www.charite.de/virologie/hantapraev.pdf

Epidemiologisches Bulletin 9. Mai 2007:
http://www.rki.de/cln_151/nn_468090/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2008/19__08,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/19_08.pdf
Quellen
(1) http://www.charite.de/virologie/hantapraev.pdf
(2) http://de.wikipedia.org/wiki/Hantaviren
(3) http://www.gesundheitsamt.de/alle/seuche/infekt/viru/
hv/eb/eb24_07.htm
(4) http://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%B6telmaus
(5) http://www.rki.de/cln_151/nn_468090/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2008/19__08,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/19_08.pdf
(6) http://de.wikipedia.org/wiki/Ho_Wang_Lee

Bannerfoto: This media comes from the Centers for Disease Control and Prevention’s Public Health Image Library.

 

 

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