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Hochschule Bremen - University of Applied Sciences

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Projekttitel

Die Pflegevisite als Instrument der Qualitätssicherung in der ambulanten Pflege (BMBF Förderkennzeichen 01GT0307)

Projektleitung
Habermann, Monika, Prof. Dr.

Projektbeteiligte
Dipl.-Soz. Heidrun Biedermann

Projekttyp

Mittel- bzw. Auftragsgeber
Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) 2004-2006 Förderkennzeichen: 01GT0307

Laufzeit
05/2004 -  04/2006

Kooperationspartner
u. a. der Arbeiter-Samariter-Bund Bremen, die Arbeiterwohlfahrt Ambulant Bremen, der Medizinische Dienst der Krankenkassen Bremen und Niedersachsen

Kontakt
Hochschule Bremen
Zentrum für Pflegeforschung und Beratung
Monika Habermann
Neustadtswall 30
28199 Bremen
Tel.: 0421 5905 3781
Fax: 0421 5905 3789
E-Mail: monika.habermann@hs-bremen.de

Weitere Projektinformationen

Einleitung
Bei dem Projekt handelte es sich um eine explorative Studie, die im Zeitraum von zwei Jahren in Norddeutschland durchgeführt wurde. Kooperationspartner waren u. a. der Arbeiter-Samariter-Bund Bremen, die Arbeiterwohlfahrt Ambulant Bremen, der Medizinische Dienst der Krankenkassen Bremen und Niedersachsen.
Problem- u. Fragestellung
Pflegevisiten als Instrument der Qualitätssicherung in der Pflege wurden zunächst im klinischen Kontext implementiert und diskutiert (1, 2, 3, 4). Die Einführung von Pflegevisiten im spezifischen Kontext der stationären Altenpflege und der ambulanten Pflege erfolgte in vielen Einrichtungen in den letzten Jahren (5, 6, 7). Eine entsprechende Anregung des MDK in der Veröffentlichung seiner Prüfrichtlinien "MDK-Anleitung zur Prüfung der Qualität nach § 80 SGB XI in der ambulanten Pflege" (8) gab hierzu wesentliche Impulse. Wenngleich Zielsetzungen, konkrete Inhalte und Umsetzungsformen von Pflegevisiten eine große Variationsbreite aufweisen, besteht Konsens darin, dass diese als zentrales Instrument der pflegebezogenen Qualitätssicherung wirksam werden können. Auch für die ambulante Pflege werden daher u.a. folgende qualitätssteigernde Effekte durch Pflegevisiten erwartet:
• Stärkung pflegefachlichen Wissens wie auch auf die Pflegequalität bezogene, kommunikative Kompetenzen (5, 6, 7, 9, 10, 11)
• Durch die Stärkung der Pflegefachlichkeit Steigerung der professionellen Selbstgewißheit und damit der Berufszufriedenheit (5, 7, 9, 11)
• Ermöglichung einer gezielten Personalentwicklung wie auch Wahrnehmung von Fachaufsicht durch die leitende Pflegefachkraft (5, 6, 7, 10, 11, 12, 13)
• Stärkung der Vernetzung des Dienstleistungsangebotes wie auch eine Schnittstellenoptimierung (10)
• Steigerung der geforderten Partizipation und damit auch der Zufriedenheit von Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen (5, 6, 7, 9, 10, 11).
• Kostenkontrolle durch Überprüfung der gewährten Pflegeleistungen, Tourenplanung (12)
• Überprüfung, Weiterentwicklung bestehender Qualitätssicherungsinstrumente wie Pflegestandards, Pflegekonzepte etc. (7, 9, 12)
Der Diffusität in Begrifflichkeit und inhaltlicher Ausgestaltung der Pflegevisite und der Vielfalt der Erwartungen, die mit ihrer Einführung verknüpft wurden, standen zum Zeitpunkt der Antragstellung wenige empirische Erkenntnisse gegenüber. Diese bezogen sich auf den stationären, klinischen Sektor für den eine Befragung zur Verbreitung und konkreten Umsetzungsformen durchgeführt worden war (14) und die Ergebnisse einer Studie, die Effekte auf die Befindlichkeit der Patienten zu klären suchte (15). Die mangelnde Verwertbarkeit der Ergebnisse wurde in der dieser letztgenannten Studie u.a. mit einer unzureichend vorab erfolgten, qualitativen Exploration der Pflegevisite begründet.

Vor dem skizzierten Hintergrund wurden mit dem Forschungsprojekt folgende Zielsetzungen verbunden:

Formen der Implementierung der Pflegevisite, ihr organisationsbezogener Kontext wie auch konkrete Ausgestaltungen in der Umsetzung und die Einschätzung der Auswirkungen sollten aus Sicht der Beteiligten in ambulanten Pflegediensten und anhand der bei der Pflegevisite verwendeten Dokumente exploriert werden. Die Bedingungsfaktoren, die ein Gelingen/Misslingen der Anpassung, Einführung und Routinisierung der Pflegevisite bewirken, sollten in der Form von Hypothesen herausgearbeitet werden und Ansätze zur Überprüfung der qualitätsbezogenen Effekte entwickelt werden. Weiterhin zielte die Untersuchung darauf ab, die Einbettung der Pflegevisite in die gesamte qualitätsbezogene Organisationsentwicklung der Einrichtungen zu erfassen. Entsprechend wurden im Einzelnen folgende Fragestellungen verfolgt:
I. In welcher Form werden Pflegevisiten im ambulanten Bereich durchgeführt und welche Erfahrungen werden damit gemacht?
II. Welche Dokumente werden bei der Pflegevisite verwendet? Wie werden sie geführt?
III. Welche Implementierungsstrategien wurden genutzt?
IV. Wie stellt sich die Einbettung der Visite in den Gesamtkontext der Qualitätsentwicklung dar?
V. Welche Zielsetzungen, Inhalte und Ablaufgestaltungen können demnach als essentiell für die erfolgreiche Umsetzung von Pflegevisiten im ambulanten Bereich erachtet werden?
Design und Methoden
Es handelte sich somit um eine explorative Studie in der die strukturellen Voraussetzungen, die formale Umsetzung und die inhaltliche Gestaltung der Pflegevisite von Anbietern der ambulanten Pflege beschrieben und analysiert wurden. Als Methode hierzu wurden die Gruppendiskussion, das Einzelinterview und die Dokumentenanalyse verwandt.
Ergebnisse und deren Relevanz
Die in der ambulanten Pflege mit hohen Erwartungen versehene Pflegevisite als ein Instrument der Qualitätssicherung und ihre Verankerung in der gesamten Qualitätsentwicklung wurde mit ihren Potentialen und Beschränkungen beschrieben. Es wurden weiter Vorschläge für deren effektive Einführung und Umsetzung gemacht. Ergebnisse der Studie verweisen auf individuelle, managementbezogene und somit organisationale aber auch versorgungspolitische Handlungsebenen.

Die Ergebnisse der Untersuchung wurden in einer Reihe von Veröffentlichungen und Vorträgen (s.u.) sowie im Rahmen einer Transfer-Tagung am 14.06.2006 an der Hochschule Bremen (siehe http://www.zepb.de/de/tagung.html) vorgesellt. Das Buch zum Projekt wurde 2007 durch den Mabuse-Verlag publiziert.


Veröffentlichungen und Vorträge zum Projekt:
Habermann M., Biedermann H. Die Pflegevisite als Instrument der Qualitätssicherung in der ambulanten Pflege. In: Schaeffer D., Behrends H., Goerres S. (Hrsg.) Optimierung und Evidenzbasierung pflegerischen Handelns: Ergebnisse und Herausforderungen der Pflegeforschung. 2008, Weinheim: Juventa: 308-332 (Auszug siehe Link Seitenende)
Habermann M., Biedermann H. Die Pflegevisite als Instrument der Qualitätssicherung in der ambulanten Pflege. Vortrag auf dem Bremer Pflegekongress. 07.05.08
Habermann M., Biedermann H. Die Pflegevisite als Instrument der Qualitätssicherung in der ambulanten Pflege. 2007, Frankfurt: Mabuse
Habermann M., Peinemann S., Josuks H. Die Pflegevisite. In: Forum Sozialstation, 2007, 147, August, S. 26-29
Habermann M., Biedermann H. Die Pflegevisite als Instrument der Qualitätssicherung in der ambulanten Pflege. Kurzfassung einiger Forschungsergebnisse zum gleichnamigen Projekt des Zentrums für Pflegeforschung und Beratung. http://www.zepb.de/dateien/habermann_biedermann_pflegevisite_auszug.pdf
Habermann M. Die Pflegevisite als Instrument der Qualitätssicherung in der ambulanten Pflege. Vortrag auf dem Kongress der Pflegeforschung am Klinikum Links der Isar München. 06.-07.10.2007
Görres S., Reif K., Biedermann H., Borchert C., Habermann M., Köpke S., Meyer G., Rothgang H. Optimierung des Steuerungsprozesses durch neue Steuerungsinstrumente. Zeitschrift Gerontologie Geriatrie 2006, 39: S. 159-164
Die Pflegevisite als Instrument der Qualitätssicherung. Transfer-Tagung zum gleichnamigen Projekt (Förderung der Tagung durch das BMBF), Hochschule Bremen. 14.06.2006
Habermann M., Biedermann H. Die Pflegevisite als Instrument der Qualitätssicherung in der ambulanten Pflege. In: Pflege- und Gesellschaft 2005, 10, 1: S. 39-41
Habermann M., Biedermann H. Die Pflegevisite im ambulanten Bereich. Pflege Aktuell 2005, 59, 9: S. 466-469
Habermann M., Biedermann H. Nursing Rounds. A Quality Tool for Home Care Nursing. Vortrag auf der International Conference on Community Health and Nursing Research. Tokyo. 30.09-02.10.2005. Abstract: ‚Nursing Rounds’ – A Tool for Quality Assurance in Health Care Settings? Findings of a German Study. In: ICCHNR 2005: The 3rd International Conference on Community Health Nursing Research. Programme and Abstracts. S. 76
Habermann M., Biedermann H. Implementing quality in home care settings. Vortrag auf der First Conference on Community Nursing. Madrid. 21.-24.09.2005

Rezensionen zum Buch „Die Pflegevisite als Instrument der Qualitätssicherung in der ambulanten Pflege“ (2007, Mabuse)

Johanna Niederberger-Burgherr: Buchbesprechungen. H. Habermann, H. Biedermann: Die Pflegevisite als Instrument der Qualitätssicherung in der ambulanten Pflege. 2007, Mabuse, Frankfurt a.M., 296 Seiten, ISBN-13: 9783938304693. In: Pflege 2008; 21: S. 125–134
Barbara Scharfenberg: Rezension vom 11.08.2008 zu: Monika Habermann, Heidrun Biedermann: Pflegevisite [...] Qualitätssicherung in der ambulanten Pflege. Mabuse Verlag (Frankfurt am Main) 2007. 296 Seiten. ISBN 978-3-938304-69-3. In: socialnet Rezensionen, http://www.socialnet.de/rezensionen/5773.php, Datum des Zugriffs 03.06.2009

Literatur
1. Die Zeitschrift "Die Schwester/ Der Pfleger" veröffentlichte im Zeitraum 5/94 bis 8/95 eine Serie zu Theorie und Praxis der Pflegevisite
2. Heering, Ch, Heering, K, Müller, B: Pflegevisite und Partizipation, München: Urbahn & Fischer; (1997)
3. Willenborg, A. Pflegevisite. IN: Meyer H. & Friesacher H. & Lange P. Handbuch der Intensivpflege. 7. Ergänzungslieferung, 12, S. 1-10 (1999)
4. Maul A., Förstermann D: Pflegevisite auf Intensivstation. Die Schwester, der Pfleger 10: 843-847 (2000)
5. Löser, A. Das schaffen wir gemeinsam besser! Pflegevisite bei Patienten mit Hirnleistungsstörungen. Teil 1-3 Pflegezeitschrift 12/99, S.872- 877, 1/2000, S. 32-38, 2/2000, S. 100-104)
6. Gültekin, Jan E., Liebchen, A.: Pflegevisite und Pflegeprozess. Theorie und Praxis für die stationäre und ambulante Pflege. Stuttgart (2003)
7. Hellmann, St., Kundmüller, P.: Pflegevisite in Theorie und Praxis für die ambulante und stationäre Pflege. Hannover (2003)
8. MDK-Anleitung zur Prüfung der Qualität nach § 80 SGB XI in der ambulanten Pflege (2000)
9. Kämmer, K. Auf Visite kommen. Altenpflege 8: 28-30 (2001)
10. Ratz, B.: Mehr als ein Besuch: die Pflegevisite. Forum Sozialstation 108 (2001)
11. Thelen, A. Pflegevisiten nutzen allen Beteiligten. Pflegen ambulant 14.Jahrg 1: 42-45 (2003)
12. Messer, B. Tägliche Pflegeplanung in der ambulanten Altenpflege: Beispiele und Lösungen. Hannover 2003
13. Brüggemann, J. PDL: Peilen, Durchblicken, Lösen. Forum Sozialstation 109, 4 : 19-23 (2001)
14. Görres, St., Markus, I., Reif, K. et al.: "Pflegevisite: Möglichkeiten und Grenzen". Eine empirische Untersuchung in den Bundesländern Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Pflege 2002; 15. S. 25-32
15. Heering, Ch.: Pflegevisite und das Gefühl von Kontrolle über die Situation. Die Schwester/Der Pfleger 43: S. 448-453 (2004)



 

 

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