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Seit 30 Jahren: „Internationales Kutterpullen“ auf der Weser - Start am 26. November, 8:30 Uhr

Am 26. November 2016 ist es wieder so weit: Die Fachrichtung Nautik und Seeverkehr der Hochschule Bremen lädt zum „Internationalen Kutterpullen“ auf der Weser zwischen dem Flaggenmast am Osterdeich und Martini-Anleger ein. Start ist um 8:30 Uhr, der Endlauf ist für 16:30 Uhr geplant. In diesem Jahr werden 22 Mannschaften ihr Können unter Beweis stellen, darunter Teams aus Frankreich („École Nationale Supérieure Maritime“) und Belgien („Hogere Zeevaartschool Antwerpes“). Und nicht zu vergessen: Auch die Bremer Kutterpull-Mannschaft „Tritonen“ ist mit von der Partie. Das 30-jährige Jubiläum haben die Tritonen - überwiegend Nautik-Absolventen der ehemaligen Bremer Seefahrtsschule und heutigen Hochschule Bremen - zum Anlass genommen, noch einmal an dem internationalen Rennen teilzunehmen. Schirmherr des Wettbewerbs ist Bremens Bürgermeister Carsten Sieling. In diesem Jahr wird das Internationale Kutterpullen von Studierenden der Internationalen Studiengänge Shipping and Chartering und Ship Management organisiert. Zahlreiche Sponsoren der maritimen Wirtschaft unterstützen das Traditionsrennen in Bremen schon seit vielen Jahren.

Die Regatta mit drei Kuttern pro Renndurchlauf wird zwischen dem Flaggenmast am Osterdeich und dem „Möwenmann“ (Stephan Balkenhols Skulptur „Mann mit Vogel“) am Martini-Anleger ausgetragen. Mit einer Strecke von rund 600 Metern gehört sie zu den mittleren Distanzen. Vom Martinianleger aus werden je drei bauähnliche Kutter besetzt und anschließend mittels Schlepper zur Startlinie verholt. Vom Flaggenmast aus pullen die Mannschaften dann in mehreren im K.o.-System um die Platzierungen. Die Sieger werden auf der ab 20 Uhr stattfindenden „Nautikparty“ am Hochschulstandort Werderstraße 73 geehrt, zu der die Mannschaften freien Eintritt haben. Alle übrigen Gäste zahlen vier Euro.

Im Jahr 1986 wurde das erste Kutterpullen des Nautik-Studienganges der Hochschule Bremen organisiert - mit weniger als zehn Mannschaften und als Begleitprogramm zum damals im Mittelpunkt stehenden Fußballturnier der angehenden Bremer Nautiker. Doch im Laufe der Zeit verlor das Fußballturnier an Bedeutung, und das Kutterpullen erlangte immer mehr Aufmerksamkeit. Heute ist das Kutterpullen alleiniger Veranstaltungspunkt und derart beliebt, dass regelmäßig bis zu 36 Mannschaften auf der Weser gegeneinander antreten. Da jede dieser Mannschaften aus mindestens elf Personen besteht, kommen auf diese Weise alljährlich um die 400 Sportler zusammen, die von zahlreichen Fans und Schaulustigen begleitet und unterstützt werden. Der traditionelle Renntag am Samstag vor dem Ersten Advent wird auch von vielen Gästen des Bremer Weihnachtsmarktes genutzt, um beim Kutterpullen am Martinianleger vorbeischauen.

Alljährlich wird von den Organisatoren besonderer Wert darauf gelegt, auch Mannschaften von befreundeten Seefahrtschulen anderer Nationen einzuladen. So haben bereits Teams aus Belgien, Dänemark, Frankreich, Holland, Italien, Polen, Slowenien und Schweden an der Regatta der Hochschule Bremen teilgenommen. Einige dieser Mannschaften kommen jedes Jahr aufs Neue und sorgen dafür, dass das „Internationale Kutterpullen“ seinen Namen zu Recht trägt. In weiten Kreisen der einschlägigen Szene hat die Bremer Winterregatta inzwischen sogar den Status einer inoffiziellen Europameisterschaft erlangt. Mittlerweile ist es daher beinahe ein „Pflichttermin“ für nautische Semester, am Internationalen Kutterpullen in Bremen teilzunehmen.

Gerudert wird in früher als Beiboote großer Seeschiffe verwendeten Kuttern, die sowohl zum Anlanden als auch zur Seenotrettung verwendet wurden. Verzichtet man auf Segel oder einen Motor, sind elf Personen erforderlich, um das Boot per Muskelkraft fortzubewegen. Diesen Vorgang nennt man „Pullen“: Zehn Puller - je fünf an Steuerbord und Backbord - sitzen mit Blick gegen die Fahrtrichtung („achteraus“) auf den so genannten Duchten, wobei jeder einen ca. dreieinhalb Meter langen Riemen führt. Die am weitesten achtern sitzenden Puller sind die Schlagleute. Sie verständigen sich untereinander und mit Hilfe des Steuermanns auf eine Schlagfrequenz, nach der sich die restlichen Puller zu richten haben. Aufgabe des ganz achtern stehenden Steuermannes ist es, den Kurs zu halten, bei Interaktion mit anderen Fahrzeugen den Kutter seemännisch korrekt zu führen und für die Koordination und Motivation der Puller zu sorgen.

Um den ungefähr 1,4 Tonnen wiegenden Kutter auf Geschwindigkeit zu bringen, ist Teamwork unerlässlich, denn alle Riemen müssen im Gleichtakt gepullt werden. Der Sport fordert und fördert also Kommunikation, Koordination, Disziplin, Kraft und Ausdauer - allesamt Eigenschaften, die den alten Werten der „guten Seemannschaft“ zugeordnet werden können. Kutterpullen wird auch heute noch (oder wieder) an vielen Seefahrtschulen und durch zahlreiche Gruppen und Vereine in Norddeutschland als Mannschaftssport betrieben.


Hinweis für Redaktionen:
Für Rückfragen: Bereichs-AStA Nautik der Hochschule Bremen, 0421-5905 4144, asta-werderstrasse@hs-bremen.de.


veröffentlicht am 2016-11-22 12:48

 

 

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