Schnell-Navigation:

Hochschule Bremen - University of Applied Sciences

Hochschule Bremen
Top-Themen


Projekttitel

Flexibilisierung und Gendering im ambulanten Pflegesektor: Leitende Pflegefachkräfte im Spannungsfeld von Humanität und Wirtschaftlichkeit

Projektleitung
Habermann, Monika, Prof. Dr.

Projektbeteiligte
Birgit Hullermann

Projekttyp

Laufzeit
01/2002 -  01/2005

Kooperationspartner
Universität Bremen, Projekt "Flexibilisierung von Erwerbsformen im Gesundheitssektor" Projektleitung: Prof. Dr. Karin Gottschall

Kontakt
Zentrum für Pflegeforschung und Beratung
Hochschule Bremen
Neustadtswall 30
D-28199 Bremen
Tel. +49 (0)421 5905 2258
Fax +49 (0)421 5905 3789
E-Mail: zepb@hs-bremen.de

Weitere Projektinformationen

Mit der Einführung des Pflegeversicherungsgesetzes 1995 wurden erstmalig leitende Pflegefachkräfte als unverzichtbare Akteure in ambulanten Pflegeeinrichtungen benannt. Neben der Sicherstellung und Weiterentwicklung der Qualität der erbrachten Pflegeleistung sind sie verpflichtet, die wirtschaftliche Erbringung der Leistung - je nach Trägerstruktur - in alleiniger oder kooperativer Verantwortung zu gewährleisten. Der Bedeutungszuwachs der damit für leitende Pflegende zu verzeichnen ist, erfolgt in einem komplexen Handlungsfeld in dem gesellschaftliche Erwartungen, tradierte Rollenbezüge, Professionalisierungsbestrebungen der Pflege, wirtschaftliche Erwägungen und gesetzliche Rahmenbedingungen wichtige Einflussgrößen darstellen. Das Nachzeichnen dieser Einflussgrößen im Einzelnen lässt ein Spannungsfeld für das alltägliche Handeln leitender Pflegekräfte konstatieren. Dies erwächst aus der Notwendigkeit, widersprüchlich scheinende Anforderungen und die damit verbundenen Handlungsrationalitäten bei gleichzeitig unzureichend erscheinenden, strukturellen Voraussetzungen in der Leitungsaufgabe zu verbinden. Als besonders bedeutsam für das derzeitige Handlungsfeld der leitenden Kräfte lässt sich dabei der Widerspruch bestimmen, der mit der Sicherstellung der wirtschaftlichen Erbringung der Pflegeleistung einerseits und der pflege-qualitätsbezogene Anliegen anderseits, verbunden ist. Auf die Beantwortung dieses Widerspruchs sind leitende Pflegefachkräfte auch aufgrund der geringen gesetzlichen Anforderun-gen an eine Qualifikation in diesem Bereich wenig vorbreitet. Die Untersuchung stellt einen wichtigen Beitrag zum Verständnis von aktuellen Potentialen und Barrieren einer zentralen Berufsgruppe in der ambulanten Pflege dar.
Mit dem Forschungsvorhaben sollen deshalb die wenigen bisherigen empirischen Erhebungen hinsichtlich des Handlungsfeldes leitender Pflegekräfte in der ambulanten Versorgung aus drei Perspektiven ergänzt werden:

1. Im Mittelpunkt der Untersuchung steht die Sichtweise der Akteure selbst. In Interviews mit leitenden Pflegefachkräften werden die Fragen verfolgt:
o Wie nehmen leitende Pflegekräfte Widersprüche zwischen Wirtschaftlichkeitsan-forderungen und pflegefachlichen Anforderungen wahr?
o Welche Bewältigungsstrategien werden angewandt?

2. Durch eine inhaltsanalytische Auswertung von curricularen Ordnungen (und gegebenenfalls deren Ausführungsbestimmungen) von Weiterbildungsinstitutionen (Hochschulen, Fort- und Weiterbildungsinstitutionen) sollen folgende Frage erhellt werden:
o Welche Inhalte bestimmen quantitativ die Weiterbildung?
o Sind qualitative Bestimmungen erkennbar, die eine Verbindung von betriebswirt-schaftlichen und pflegefachlichen Paradigmen und Handlungsmodellen erkennbar werden lassen?

3. Die Ergebnisse der Explorationen aus 1 und 2 werden als Grundlage in Experteninterviews mit Vertreterinnen von Weiterbildungseinrichtungen reflektiert.

Das Forschungsvorhaben ist innerhalb des Hochschul- und Wissenschaftsprogramms (HWP) angesiedelt. Es wird im Rahmen einer Promotionsstelle durchgeführt und soll dem besonderen Bedarf der Förderung weiblichen wissenschaftlichen Nachwuchses an Fachhochschulen Rechnung tragen.




 

 

Access Keys: