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Hochschule Bremen - University of Applied Sciences

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Forschungsvorhaben HWS-Bildung

Anpassung der Ausbildung Deichverteidigung und Hochwasserschutz des THW-Ausbildungszentrums Hoya an die Herausforderungen des Klimawandels

Projektförderung:

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU)

Förderkennzeichen: 67DAS080

Projektzeitraum: 2016 bis 2018

Projektdurchführung:

  • Institut für Wasserbau (IWA), Hochschule Bremen
  • THW Bundesschule Hoya, jetzt THW-Ausbildungszentrum Hoya

Anlass und Hintergrund

Extreme Hochwasserereignisse, wie das Hochwasser im Mai und Juni 2013 in Mitteleuropa, das in Deutschland zu Überschwemmungen in acht Bundesländern führte, zeigen, dass ein enormer materi­eller und personeller Aufwand zur Verteidigung bestehender Deichlinien gegen akutes Versagen im Hochwasserfall erforderlich sind. In vielen Gebieten sind mehrere katastrophale Hochwas­serereignisse in kurzer Zeit aufgetreten, wie im Einzugsgebiet der Elbe in den Jahren 2002, 2006 und 2013. Extreme Hochwasserereignisse sind eine Folge extremer Wetterlagen, wobei davon auszuge­hen ist, dass deren Eintrittswahrscheinlichkeit mit dem Klimawandel steigt. Zudem ist zu erwarten, dass die Vorhersage von Extremereignissen durch Prozesse des Klimawandels erschwert werden und somit die Anpassungsfähigkeit der Systeme stärker in den Vordergrund gerückt werden muss. Hierzu gehört auch ein effektiver organisatorischer wie technischer Katastrophenschutz.

Zielstellung

Ziel des Projekts HWS-Bildung ist die Entwicklung und pilothafte Umsetzung von Ausbildungsmodulen am THW-Ausbildungszentrum Hoya zur Deichverteidigung und zum Hochwasserschutz mit dem Fokus der Klimawandelanpassung. Die Überarbeitung und Erweiterung der bestehenden Bildungsmodule bezieht sich insbesondere auf die folgenden Themen:

  • Aspekte des Klimawandels und naturwissenschaftliche Grundlagen von Hochwasserereignissen
  • Vulnerabilität der Hochwasserschutzsysteme bei Eintritt von Extremereignissen
  • Technik und Logistik des abwehrenden Hochwasserschutzes unter Einbindung neuartiger Schutzsysteme (sogenannte Sandsackersatzsysteme)

Darüber hinaus wurden Konzepte entwickelt, die darauf abzielen auch nicht- organisierte Bevölkerungsschichten - also Personen die nicht dem THW, Feuerwehren oder anderen Hilfsorganisationen angehören - hinsichtlich der Problematik Hochwasserschutz und Klimawandelanpassung zu sensibilisieren und ihnen als potentielle freiwillige Helfer eine Grundausbildung in der Deichverteidigung und im Hochwasserschutz anzubieten.

Umsetzung

Es wurden Lehrgangskonzepte und -materialien erstellt und in laufenden Lehrgängen am THW-Ausbildungszentrum Hoya erprobt und weiterentwickelt. Im Rahmen der Arbeiten wurden in Kooperation mit dem THW-Ausbildungszentrum Hoya und verschiedenen THW-Ortsverbänden Kurzfilme zu unterschiedlichen Themen erstellt. Eine Auswahl der Filme umfasst die folgenden Themen:

Die folgenden Materialien dienen als Nachschlagewerk bzw. der Ausbildung vor Ort, oder während eines Einsatzes:

Mit Abschluss des Projekts HWS-Bildung im September 2018 wurden in Kooperation mit dem THW-Ausbildungszentrum Hoya die Lehrgänge Grundlagen 'Hochwasserschutz und Deichverteidigung' sowie Technischer Berater 'Hochwasserschutz und Deichverteidigung' hinsichtlich der Thematik Klimawandelanpassung überarbeitet und stellen die Grundlage für die Ausbildung im Bereich Hochwasserschutz und Deichverteidigung von THW-Helfern sowie von Katastrophenschutzhelfern anderer Organisationen und Institutionen wie Angehörige von Wasserwirtschaftsverwaltungen und der Bundeswehr dar. Dies sichert einen effektiv ausgebildeten Katastrophenschutz und trägt somit zu einem nachhaltigen Bevölkerungsschutz bei. Darüber hinaus stehen Materialien für die Ausbildung sogenannter Spontanhelfer zur Verfügung, so dass eine effektivere Einbindung der nicht-organisierten Bevölkerung in den Katastrophenschutz ermöglicht wird.

Im Zusammenhang mit dem Projekt HWS-Bildung und weiteren Forschungsarbeiten am Institut für Wasserbau wurden die folgenden wissenschaftlichen Veröffentlichungen erstellt:

Massolle, C.: Lankenau, L.; Koppe, B., 2018: Emergency Flood Control: Practice-Oriented Test Series for the Use of Sandbag Replacement Systems. Geosciences, MDPI, Basel 2018. DOI: http://www.mdpi.com/2076-3263/8/12/482/pdf

Massolle, C.; Lankenau, L.; Koppe, B.; Schlurmann, T., 2019: Operativer Hochwasserschutz - Eignung, Einsatz und Leistungsfähigkeit von Sandsackersatzsystemen in praxisorientierten Versuchsreihen. Wasser und Abfall, 9/2019, Springer.

Lankenau, L.; Massolle, C.; Koppe, B.; Krull, V.: Sandbag Replacement Systems - a nonsensical and costly alternative to sandbagging? Natural Hazards and earth System Sciences. European Geosciences Union EGU (im Reviewverfahren, Stand Oktober 2019).


Institut für Wasserbau
 

 

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