Angesprochen sind Studierende, die ihr Bachelor- oder Masterstudium nach der Machtübernahme der Taliban in ihrem Land nicht antreten oder zu Ende führen konnten.

"Hoffnung für morgen"

Schon der Name trägt die Hoffnung in sich: Das Stipendium „Omid Farda", persisch für „Hoffnung für morgen" will afghanischen Studierenden eine Perspektive für ein Studium in Bremen bieten. Denn: Studieren ist in Afghanistan seit August 2021 nahezu unmöglich geworden. Universitätsschließungen, Zwangsexmatrikulationen und Repressalien waren und sind an der Tagesordnung. Auch wenn seit Jahresbeginn die großen Universitäten des Landes den Lehrbetrieb wieder aufgenommen haben, hat nicht jeder Studierende wieder freien Zugang zur universitären Bildung. Besonders Frauen sind nach wie vor nicht gern an den Universitäten gesehen oder werden systematisch am Besuch der Lehrveranstaltungen gehindert.

„Dank verbliebener Restmittel haben wir die einmalige Gelegenheit, Studierenden in Not direkt helfen zu können," erläutert Frauke Meyer, Kanzlerin der Universität Bremen, den Grundgedanken des Omid Farda-Stipendiums. Angesprochen sind Afghan:innen, die unter den Taliban das Studium nicht antreten oder beenden konnten. „Auch wenn es nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist," so Meyer weiter „wollen wir doch das Mindeste tun und zehn Menschen ein Studium in Bremen ermöglichen, die in bedrohliche Lebens-situationen geraten sind und unverschuldet vor zerschlagenen Karriereplänen stehen."

Kriterien zur Stipendienbewerbung

Bewerben können sich Bachelor- und Masterstudierende, die ein Studienfach aus dem Fächerkanon der Hochschulen im Land Bremen wählen. Die sprachliche und fachliche Vorbereitung erfolgt in der hochschulübergrei¬fenden Academy HERE AHEAD. „Auch für die Fortsetzung eines Bachelorstudiums ist ein Deutsch C1-Niveau nötig," erklärt Dr. Christina von Behr, Geschäftsführerin der Academy. „Diese auf ein späteres Studium ausgerichteten Deutschkurse sind Teil des Vorbereitungsstudiums." Zudem erhalten die Teilnehmenden eine (über-)fachliche Vorbereitung, um den Übergang ins Regelstudium so stolperfrei wie möglich zu gestalten. Das Stipendium umfasst die Höhe eines für internationale Studieninteressierte notwendigen Sperrkontos (zwölfmal den BAföG-Höchstsatz von 861 Euro) und einen Reisekostenzuschuss. Ohne ein solches Stipendium kann das Visum zu Studienzwecken in den Botschaften nicht ausgestellt werden. „Für ihren Lebensunterhalt müssen die Studierenden in Bremen und Bremerhaven dann selbst aufkommen," so von Behr. „Ein nicht mehr funktionierendes Banken¬system in ihrem Heimatland macht es Studierenden derzeit unmöglich, solche Sperrkonten anzulegen." Die Stipendienausschreibung sieht dabei klare Kriterien vor: nicht älter als 30 Jahre, letzter Abschluss nicht älter als fünf Jahre, ein Nachweis über vorherige Schul- bzw. Studienleistungen und die Darlegung der derzeitigen Bedrohungslage werden gefordert. Bei vorzeitiger Exmatrikulation muss das Stipendium in voller Höhe zurückgezahlt werden.

Bewerbung

Bewerbungszeitraum ist vom 05. Mai bis 05. Juni 2022. Bewerbungen können ausschließlich über das Anmeldeformular auf der Website von der Academy HERE HEAD eingereicht werden.

Kontakt

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an die Ansprechpartner:innen in der Academy HERE AHEAD.

 

Autorin: Mirja Uschkureit, Academy HERE AHEAD

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