"Nach"-Schau zur Dozentenausstellung von GESTALTENDE KUNST
- Presseartikel zur Dozentenausstellung (583211 Byte)
und ausgewählte Fotos von Katja Jähne, Kirstin Reil und Ingeborg Ziegler
Eröffnungsworte von Heinz Ottschoffsky
Heinz Ottschoffsky ist seit September 2001 kontinuierlich Studierender des Weiterbildungsstudiums GESTALTENDE KUNST.
Er hat das Zertifikat im SS 2007 erworben.
Er hat das Zertifikat im SS 2007 erworben.
"In aller gebotenen Kürze möchte ich etwas über mein Lernen hier an der Hochschule sagen und etwas über die Lehrenden:
Seit 10 Jahren belege ich über die Koordinierungsstelle Kurse und in dieser Zeit habe ich ganz viel über Kunst gelernt, aber auch über andere wichtige Themen meines Lebens. Z.B, dass Kreativität letztlich keine intellektuelle Leistung ist, sondern ein Geschenk. Ich kann meine schöpferische Energie zwar fördern, ihr auf die Sprünge helfen, aber die zündende Idee erdenkt man nicht - sie fällt einem zu. Man kann ihr allenfalls entgegengehen. Das macht ein bisschen demütig– und ich glaube: dass tut mir gut.
Dazu kommt ein anderer Aspekt: Malen gelingt mir nur wirklich, wenn ich ganz gegenwärtig sein kann - ganz hier und ganz jetzt. Denn wenn ich irgendwie gefesselt bin an meine Erfolge oder Misserfolge von gestern oder an meine Ängste und Sorgen über die Zukunft, dann bleibe ich ideenlos vor der leeren Leinwand stehen. Ich habe gelernt, dass Gegenwärtigkeit ein gutes Lebenskonzept ist.
Und nun etwas über die Lehrenden!
Ungefähr ein Drittel der heutigen Dozenten habe ich in dieser Zeit kennen gelernt, und ich kann sagen, dass gerade deren Unterschiedlichkeit für mich ein großer Gewinn war.
Ich habe da großes Wissen gefunden, das mir den Blick geweitet hat, und mir geholfen hat Vorurteile abzubauen. Mir sind pädagogische Fähigkeiten begegnet, die in mir Wagnisse provozieren konnten.
Ich bin auf schonungslos offene Kritik gestoßen - aber sie hat mir geholfen, weil sie konstruktiv war.
Und schließlich hat mir die Geduld wohlgetan, mit der mir – aber nicht nur mir – etwas zum zigsten Mal erklärt oder gezeigt wurde.
Ich bin auf schonungslos offene Kritik gestoßen - aber sie hat mir geholfen, weil sie konstruktiv war.
Und schließlich hat mir die Geduld wohlgetan, mit der mir – aber nicht nur mir – etwas zum zigsten Mal erklärt oder gezeigt wurde.
Und dabei sind Künstler ja nicht von Natur aus Lehrende.
Hinter einem Künstler als Lehrer könnte schlicht Geldnot stecken – es scheint nicht leicht zu sein, sich mit Kunst seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Es könnten die bitteren Erfahrungen mit dem erbarmungslosen Kunstbetrieb sein, oder die Qual, sich immer selbst vermarkten zu müssen.
Und doch muss das Lehren deshalb keine Flucht sein, sondern kann bewusst gewählt werden, weil das Unterrichten von Schülern ähnliche Befriedigung verschafft, und vielleicht noch größere gesellschaftliche Relevanz hat, als die künstlerische Tätigkeit selbst.
Solche Dozenten habe ich hier kennen gelernt – ich habe bei ihnen die Freude am Weitergeben gespürt. Deshalb haben sie mich beeindruckt, beeinflusst und bereichert.
Ich schließe mit einem Dank an alle Dozenten, an die Koordinierungsstelle mit Frau Dr. Ulferts-Römmermann und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und wage dies auch im Namen aller Studierenden zu tun. Vielen Dank! "




















