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Hochschule Bremen - University of Applied Sciences

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Fische als Bioindikatoren

Fische spielen heute bei der Bewertung von Lebensräumen eine große Rolle, z.B. bei der Einstufung des ökologischen Zustandes von Flüssen und Seen nach dem Wasserrecht (Wasserrahmenrichtlinie) oder vor dem Hintergrund des europäischen Schutzgebietssystems NATURA 2000 (FFH-Richtlinie). Hinzu kommen die internationalen Verpflichtungen zum Erhalt der globalen Biodiversität, also auch der Fischarten und ihrer genetischen Vielfalt in Deutschland.

Alle diese Themen werden im weiteren Verlauf des Studiums (Umweltbiologie) noch ausführlich behandelt. Eine Schlüsselqualifikation ist dabei die Kenntnis der Arten und ihrer Lebensräume, die wir auf den hier angebotenen praktischen Geländeübungen erwerben wollen. In den Übungen werden wir gemeinsam mit Kooperationspartnern aus der Praxis (z.B. Gewässerschutzstiftungen, Angelvereine) Gewässer befischen und deren Fischfauna analysieren. So bekommen wir nicht nur Kenntnis der Arten sondern lernen auch viel über die Beeinträchtigungen der Lebensräume bzw. deren Renaturierung.
Weitere Informationen
Befischung der Este am 16.10.2009
Die Fischfauna der Este (bei Tostedt in der Nähe von Hamburg) wurde in Kooperation mit der Edmund-Siemers-Stiftung für Gewässerschutz befischt. Untersucht wurden drei Gewässerabschnitte in einem unterschiedlichen Renaturierungszustand. Die von ISTAB erhobenen Daten sind wertvolle Grundlagen für das weitere Naturschutzmanagement in diesem wertvollen Gewässerlebensraum.

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Studenten in Regenjacken im Gelände beim Vermessen von Fischen
Hier wird bei Sturm und Regen auch noch der kleinste Stichling exakt vermessen und protokolliert. Foto: Heiko Brunken.
3 Fischer mit Keschern und Wathosen in einem Fluss
Action in der Este! Die gewonnenen Daten sind Grundlagen für weitere Renaturierungsmaßnahmen. Foto: Matthias Hein.
2 Studentinnen im Wald mit Regenschirm
Mit Bleistift kann man auch im Regen protokollieren. Dieser ließ dann aber zum Glück mal irgendwann nach. Foto: Matthias Hein.
Bachabschnitt mit Sand und Holz in einem Wald
Ein ehemals versandeter und kanalisierter Abschnitt hat durch das künstliche Einbringen von Holzelementen (z.B. Strömungslenker) wieder ansatzweise naturnahe Struktueren entwickelt. Hier konnten wir Larven des Bachneunauges (Lampetra planeri) nachweisen. Foto: Heiko Brunken.
Bachforelle auf einem Messbrett
Die Forelle (Salmo trutta) - hier in der phänotypischen Ausprägung als Bachforelle mit den typischen roten Punkten - war die dominierende Art. Eine große Anzahl von Jungfischen deutete auf eine natürliche Reproduktion hin. Ein großer Erfolg für die bisherigen Renaturierungsmaßnahmen! Foto: Ludwig Tent.
2 Fischer beim Fischen mit langen Keschern in einem Fluss
Aus Sicht einer Wasserspitzmaus! Foto: Matthias Hein.
Mann mit Gesichtsmaske und Wanne im Wasser
Gleich nach der Befischung wurden die Fische - nach Bestimmung und Vermessung - wieder an Ort und Stelle ins Gewässer zurückgesetzt. Foto: Matthias Hein.
Befischung der Südender Leke in Varel/Friesland am 11.10.09
Die Südender Leke stellt ein typisches Übergangsgewässer an der Grenze von der Geest zur Marsch dar. Der ökologische Zustand des Gewässers ist aufgrund von Kanalisierungs- und Ausbaggermaßnahmen äußerst unbefriedigend. Hinzu kommen Probleme mit der Wasserqualität durch intensive Landwirtschaft im Einzugsgebiet. In Zusammenarbeit mit dem Sportfischerverein Varel Varel e.V. dokumentieren wir den Zustand der Fischfauna, um Argumente für die Dringlichkeit einer Renaturierung zu sammeln und um auf die bestehenden Missstände hinzuweisen.
monotones kleines Fließgewässer
Was früher mal ein struktur- und artenreiches Gewässer war, ist heute nur noch ein monotoner Abflusskanal. Die von uns nachgewiesene Fischfauna zeigte dementsprechend auch deutliche Defizite in Bezug auf Artenzahlen, Fischmengen und Alterstrukturen auf. Foto: Heiko Brunken.
Studentengruppe beim Picknick mit Campingbus
Draußen kann man irgendwie noch mehr essen als in der Mensa. Foto: Heiko Brunken.
Befischung von Südender und Nordender Leke in Varel/Friesland am 25.10.09
Mit einem Boot haben wir die größeren Gewässerabschnitte der beiden Marschengewässer befischt. Die Artenvielfalt war diesmal ein wenig höher. Nur direkt am Hafen war fast nichts zu fangen. Wie sich durch Messungen herausstellte, war im tieferen Wasser eine stark salzhaltige Schicht vorhanden ("Salzkeil").

[Artenliste wird in Kürze nachgeliefert; HB 02.11.09]
Studenten schauen von einer Brücke aus ins Wasser
Wo fischen sie denn? Foto: Heiko Brunken.
Studenten betrachten kleines Objekt in einem Glas
Westlicher Stichling (Gasterosteus aculeatus) oder doch der Östliche Stichling (Gasterosteus gymnurus)? Foto: Heiko Brunken.
Studentengruppe macht Untersuchungen am Gewässerufer
Die Fänge werden sorgfältig bestimmt und vermessen. Die Ergebnisse zeigen eine stark verarmte Fischfauna. In diesem kanalsierten Gewässer finden Fische kaum geeignete Lebensbedingungen vor. Foto: Heiko Brunken.
Student fotografiert kleinen Fisch in einem Glas
Wenigstens gab es Gründlinge (Gobio gobio). Diese anspruchgslose Art kommt auch in strukturarmen und versandten Gewässern noch vor. Foto: Heiko Brunken.
Studenten vermessen kleine Fische
Zählen zu den wichtigsten Arbeitsgeräten: Wannen, Messbrett, Protokollbögen. Foto: Heiko Brunken.
Studenten befischen ein Gewässer vom Boot aus
Eine der wenigen strukturreichen Stellen. Durch hohe Salzgehalte im tieferen Wasser gab es jedoch kaum Fische. Foto: Heiko Brunken.
Studentengruppe im Boot beim Fischen
Auch im Schilf konnte bis auf einen Aal an dieser Stelle nichts gefangen werden. Foto: Heiko Brunken.
Studentegruppe beim Fischen im Boot
In der Nordender Leke konnten wir große Schleien (Tinca tinca) und ganz kleine Strandgrundeln (Pomatoschistus microps) nachweisen. Foto: Heiko Brunken.

 

 

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