Projekte
Zwischen Einbürgerung und Ghetto:Thema Integration im Crossmediaprojekt
Auch in diesem Jahr hat der Abschlussjahrgang des Studiengangs
Fachjournalistik ein großes Projekt geschultert. Diesmal haben sich die Studierenden dem Thema Integration angenommen. Ihr besonderer Fokus lag dabei auf der Problematik der Segregation.
In kaum einer anderen Stadt lässt sich die Segregation so gut nachfühlen wie in Bremen. Reiche Stadtteile grenzen direkt an verarmte und benachteiligte Kinder wachsen neben privilegierten auf. Mit einem crossmedialen Projekt richten 36 Studierende des Internationalen Studienganges Fachjournalistik den Blick auf Bremen.
Sie haben Kameras und ihre offenen Ohren dorthin getragen, wo die meisten sonst ungerne hinsehen und das Mikrofon denen gereicht, die sonst selten zu Wort kommen. Das Interesse galt Menschen aus anderen Kulturen, Menschen mit Migrationshintergrund. Sie zeigen, wie sie sich fühlen, was die Stadt ihnen bietet und welche ganz eigenen Bedürfnisse jeder einzelne hat.
Stellvertretender Bildchef aus Bremen
zu Besuch im Journalistikstudiengang:
„Ekel und Elend ist unser täglich’ Brot“
Die Bildzeitung ist nicht nur die größte Tageszeitung in Europa, sie ist auch die Zeitung mit den meisten Presseratsrügen in Deutschland. Sie zeigt gegen den Willen der Eltern Fotos von jungen Unfallopfern, bildet Opfer einer Familientragödie ab, macht aus einem Heim für schwer erziehbare Kinder ein „Heim für Kindergangster“ und schlachtet Selbstmorde aus. Für Till Jecke, stellvertretender Chefredakteur der Bild Bremen, das tägliche Geschäft. Bei seinem Besuch im Studiengang Fachjournalistik ließ er die Studierenden einen Blick hinter die Kulissen der Bildzeitung werfen: „Wir nehmen die Strafzahlungen des Presserates in Kauf, weil wir durch die Geschichte selbst viel mehr Geld verdienen“.
Eine fragwürdige Ethik und Moral, menschenverachtende Artikel und Sensationsgier – das fiel den Studierenden des ersten Semesters zuerst zum Stichwort Bildzeitung ein. So interessierte einen der angehenden Journalisten vor allem eins: wie er als Journalist hinter diesem „bluttriefenden Zirkus“ stehen kann. Till Jecke ist solche Fragen gewöhnt. Täglich rufen Leser in seiner Redaktion an und beschimpfen ihn mit „Schwein“ und „diese scheiß’ Bildzeitung“ – Kommentare, zu denen er keine Stellung mehr nimmt. „Leser dürfen sich gerne bei mir beschweren, aber bitte konstruktiv“, sagt er. Lächelnd sitzt er auf dem Tisch des Vorlesungsraumes, sein Hemd guckt über den V-Ausschnitt seines Pullovers hervor, die braune Nadelstreifenhose sitzt perfekt. Ausführlich beschreibt er seinen beruflichen Weg zur Bildzeitung und beantwortet danach jede Frage zwar knapp, aber überraschend ehrlich. Er steht zum Boulevardjournalismus und will eine gute Boulevardzeitung machen und zwar jeden Tag. „Quatsch lesen die Leute eben gerne.“ Und diesen „Quatsch“ müsse er produzieren und das so viel und so reißerisch wie möglich - schließlich müsse die Bildzeitung jeden Tag aufs Neue die Leser dazu überreden, 60 Cent zu bezahlen. Die Gründe für den Erfolg der meist gelesenen Tageszeitung der Republik liegen für ihn in der Emotionalisierung der Themen: „Menschen wollen in ihren Gefühlen gepackt werden und das schafft die Bild mit ihren personalisierten Geschichten“. Er erinnert dabei an das Lied der Band „Die Ärzte“, die in einer ihrer Liedzeilen die Inhalte der Bildzeitung verkürzt darstellt mit „Angst, Hass, Titten und dem Wetterbericht“. „Besser kann man es nicht sagen – das ist unser Erfolgsrezept“, so Jecke. Doch trotz der hohen Leserdichte hat die Bildzeitung einen schlechten Ruf – „im Springerhaus übrigens einen schlechteren als außerhalb des Hauses“, verrät der Bildzeitungschef, „dabei vergessen diese Journalisten, dass die Bildzeitung defizitäre Produkte wie die Welt mitfinanziert, die sich Springer nur aus Imagegründen leistet“.
zu Besuch im Journalistikstudiengang:
„Ekel und Elend ist unser täglich’ Brot“
Die Bildzeitung ist nicht nur die größte Tageszeitung in Europa, sie ist auch die Zeitung mit den meisten Presseratsrügen in Deutschland. Sie zeigt gegen den Willen der Eltern Fotos von jungen Unfallopfern, bildet Opfer einer Familientragödie ab, macht aus einem Heim für schwer erziehbare Kinder ein „Heim für Kindergangster“ und schlachtet Selbstmorde aus. Für Till Jecke, stellvertretender Chefredakteur der Bild Bremen, das tägliche Geschäft. Bei seinem Besuch im Studiengang Fachjournalistik ließ er die Studierenden einen Blick hinter die Kulissen der Bildzeitung werfen: „Wir nehmen die Strafzahlungen des Presserates in Kauf, weil wir durch die Geschichte selbst viel mehr Geld verdienen“.
Dass Menschen den Bildzeitungsreportern die Tür öffnen, ihnen Fotos und etwaige Abschiedsbriefe eines gerade verstorbenen Angehörigen geben, das konnten die Studierenden sich nicht vorstellen. „Viele Leute wollen nach so einem Vorfall reden“, erklärt Jecke „und das wird ausgenutzt“. Er selbst war noch nie in der Situation, an der Haustür von Eltern klingeln zu müssen, um nach dem Foto des gerade verstorbenen Kindes zu fragen. „Gott sei dank“, gesteht er, „ich weiß nicht, wie man sich dabei fühlt“. Hat man da wirklich keine moralischen Bedenken, keine Gewissensbisse? Eine Frage, die während des gesamten Besuches unbeantwortet im Raum steht. Genau weiß Jecke diese Frage nicht zu beantworten, weil er selbst im Politikteil tätig und nur indirekt mit menschlichen Dramen konfrontiert ist. Und bestätigt erneut: Er steht hinter dem Gesamtprodukt und er will eine gute Boulevardzeitung machen. Mehr nicht. Einmal hakt eine Studentin noch nach: Angenommen, er sehe die Fotos seiner tödlich verunglückten Kinder in der Zeitung, wie er dann reagieren würde? „Das will ich mir nicht vorstellen. Danke. Nächste Frage.“
Erstsemester der Fachjournalistik zu Besuch beim Weser Kurier:
Die kochen auch nur mit Wasser
Ein strenger Chefredakteur und emsig mitschreibende Journalisten wetteifern um die meisten Zeilen - so ist der Redaktionsalltag des Weser Kurier in der Vorstellung junger, unerfahrener Journalistikstudierenden des ersten Semesters. Ein Besuch bei den „Profis“ belehrte uns eines Besseren.
Von Laura Bohlmann
Der Weg in das Herzstück des Weser Kurier ist lang. Knapp 100 Stufen geht es eine Wendeltreppe hinauf, drei Türen muss man durchqueren, um den Puls der Tageszeitung fühlen zu können: der Newsroom. Hier treffen sich morgens um Viertel nach elf alle Ressortleiter, um die Themen für die kommende Ausgabe zu besprechen.
Die Schreibtische sind in U-Form angeordnet. An den Wänden hängen noch die Schlagzeilen von gestern. Ein großes, weißes Sofa in der Ecke lädt ein, den Redaktionsalltag zu beobachten. Wir nehmen Sofa und Fensterbänke in Beschlag um an der Redaktionskonferenz teil zu nehmen.
Als Chefredakteur Lars Haider seinen Platz einnimmt, wird unsere Kommilitonin Frauke Gieselmann aufgefordert, sich neben ihn zu setzen - denn heute dürfen wir die Blattkritik machen. Vor dem Besuch haben wir in der Hochschule die einzelnen Bücher des Weser Kurier analysiert. Nicht nur die einzelnen Ressortleiter sind anwesend, auch die Redakteure der Regionalausgaben sind uns per Telefon zugeschaltet. Frauke lobt, kritisiert, lacht auch mal. Unsere Kritikpunkte werden gut aufgenommen. Nur einmal zieht eine Redakteurin die Augenbraue hoch. Frauke kritisiert an einem Artikel, der die tschechische Zustimmung zum EU-Vertrag behandelt, die sprachliche Gestaltung. Die Sprache sei zu blumig, der eigentliche Inhalt bliebe dem Leser verborgen. Im Newsroom wird es merklich unruhiger, eine Redakteurin räuspert sich, eine andere zieht die Augenbrauen hoch, wieder andere nicken zustimmend.
Die kochen auch nur mit Wasser
Ein strenger Chefredakteur und emsig mitschreibende Journalisten wetteifern um die meisten Zeilen - so ist der Redaktionsalltag des Weser Kurier in der Vorstellung junger, unerfahrener Journalistikstudierenden des ersten Semesters. Ein Besuch bei den „Profis“ belehrte uns eines Besseren.
Der Weg in das Herzstück des Weser Kurier ist lang. Knapp 100 Stufen geht es eine Wendeltreppe hinauf, drei Türen muss man durchqueren, um den Puls der Tageszeitung fühlen zu können: der Newsroom. Hier treffen sich morgens um Viertel nach elf alle Ressortleiter, um die Themen für die kommende Ausgabe zu besprechen.
Die Schreibtische sind in U-Form angeordnet. An den Wänden hängen noch die Schlagzeilen von gestern. Ein großes, weißes Sofa in der Ecke lädt ein, den Redaktionsalltag zu beobachten. Wir nehmen Sofa und Fensterbänke in Beschlag um an der Redaktionskonferenz teil zu nehmen.
Als Chefredakteur Lars Haider seinen Platz einnimmt, wird unsere Kommilitonin Frauke Gieselmann aufgefordert, sich neben ihn zu setzen - denn heute dürfen wir die Blattkritik machen. Vor dem Besuch haben wir in der Hochschule die einzelnen Bücher des Weser Kurier analysiert. Nicht nur die einzelnen Ressortleiter sind anwesend, auch die Redakteure der Regionalausgaben sind uns per Telefon zugeschaltet. Frauke lobt, kritisiert, lacht auch mal. Unsere Kritikpunkte werden gut aufgenommen. Nur einmal zieht eine Redakteurin die Augenbraue hoch. Frauke kritisiert an einem Artikel, der die tschechische Zustimmung zum EU-Vertrag behandelt, die sprachliche Gestaltung. Die Sprache sei zu blumig, der eigentliche Inhalt bliebe dem Leser verborgen. Im Newsroom wird es merklich unruhiger, eine Redakteurin räuspert sich, eine andere zieht die Augenbrauen hoch, wieder andere nicken zustimmend.
Frauke scheint sich der Stimmung bewusst zu sein und lobt daraufhin den Artikel über die Bundeskanzlerin Merkel vor dem US-Kongress. Besonders das Foto sei gut gewählt. Zu sehen ist die Bundeskanzlerin Merkel, die dem lächelnden US-Präsidenten Obama etwas hinter vorgehaltener Hand zuraunt. Auch der Text sei, laut Frauke, unterhaltsam und gut zu lesen. „Um auch mal ein positives Beispiel zu nennen“, nimmt sie sich selbst auf die Schippe. Sie wirft ein charmantes Lächeln in die Runde und fährt fort. Die Redakteure entspannen sich wieder, es geht weiter. Nachdem Frauke mit der Kritik des Politikteils fertig ist, sind nach und nach die anderen Bücher an der Reihe. Wieder ernten wir mal schmunzelnde, mal erstaunte Blicke, bekommen am Ende aber unseren Applaus.
Jetzt werden die einzelnen Redakteure nach ihren Themen für die nächste Ausgabe befragt. Zuerst das Regionale, dann die einzelnen Ressorts. Nach und nach stellen sie ihre Themen vor. Vom Lokalen, über den Sport, Feuilleton, Vermischtes und Wirtschaft sind die Redakteure nach über einer Stunde bei der Politik angelangt. Top Themen des Tages sind die Schweinegrippe, der verkürzte Zivildienst und Opel. Was kann man an welcher Stelle wie einbringen? Wir erleben hautnah mit, wie der Weser Kurier von morgen gemacht wird. Die Redakteure sind konzentriert, aber sympathisch. Es wird gescherzt, diskutiert, nachgedacht. Und wir sind mitten drin.
Eine Redakteurin erzählt von Schulkindern in Bremen, die beschlossen haben, ab sofort nur noch mit Masken in die Schule zu kommen - aus Angst vor der Schweinegrippe? Chefredakteur Haider wittert eine Geschichte, will das Thema ausweiten. Er fragt nach Verantwortlichen und Hintergrundinformationen, es gibt aber auch Gegenstimmen und Bedenken. Nach längerer Diskussion wird die Entscheidung vertagt.
Als wir am nächsten Tag den Weser Kurier aufschlagen, wissen wir schon, was drin steht. Opel, Schweinegrippe, Zivildienst. Nur die maskierten Schüler haben es nicht ins Blatt geschafft. Vielleicht setzen sie sich ja heute in der Konferenz durch.
Von der Theorie in die Praxis: Ein Newsroom voller Studierender
Gendertage an der Hochschule:
Das Frauenbild in der Presse
Zum dritten Mal fanden an der Hochschule die Gendertage statt. Mitarbeiter und Studierende konnten an diesen beiden Tagen zum Thema "...und was ist mit Gender?" diskutieren, ausprobieren und verschiedenen Vorträgen lauschen.
Aus diesem Anlass haben Barbara Witte und Kirsten Rautenberg eine Vorlesung im Modul Mediensysteme auf das Genderthema fokussiert. Gemeinsam mit dem ersten Semester wurde das Frauenbild im Spiegelbild der Medien unter die Lupe genommen
"Wichtig war und ist, dass sich möglichst viele Disziplinen an den Gender-Tagen beteiligen, und damit verdeutlichen, dass das Geschlecht in jeder Disziplin eine Rolle spielt", so Anna Müller, Frauenbeauftragte der Hochschule Bremen.
Dass die Medien das Bild von Frau und Mann in ganz besonderer Weise widerspiegeln, ist jedem klar. Es handelt von Klischee und Vorurteil, von Realität und Ideologie, von wahrer oder Möchtegern-Identität. Dabei wurde vor allem der Wandel in der Darstellung von Mann und Frau thematisiert.
Gast der Veranstaltung war Dr. Eva Schindele, Journalistin und Buchautorin. Sie ist Mitglied im Journalistinnenbund und hat bereits viele Artikel, Hörfunkstücke und Bücher zu Frauenthemen veröffentlicht. Sie berichtete aus ihrer journalistischen Praxis und kam zu dem beruhigenden Schluss: Im Journalismus ist die Kluft zwischen Mann und Frau sehr gering geworden. Die Männer/-Frauenverteilung im Arbeitsleben liegt bereits bei 60 zu 40 Prozent. Allerdings haben immer noch mehr Männer eine feste Anstellung im Journalismus als Frauen, was tendenziell daran liegt, dass in den vergangenen zehn Jahren immer weniger Festanstellungen vergeben werden und aus Kostengründen zunehmend mit freien Mitarbeitern gearbeitet wird.
Das Frauenbild in der Presse
Aus diesem Anlass haben Barbara Witte und Kirsten Rautenberg eine Vorlesung im Modul Mediensysteme auf das Genderthema fokussiert. Gemeinsam mit dem ersten Semester wurde das Frauenbild im Spiegelbild der Medien unter die Lupe genommen
"Wichtig war und ist, dass sich möglichst viele Disziplinen an den Gender-Tagen beteiligen, und damit verdeutlichen, dass das Geschlecht in jeder Disziplin eine Rolle spielt", so Anna Müller, Frauenbeauftragte der Hochschule Bremen.
Dass die Medien das Bild von Frau und Mann in ganz besonderer Weise widerspiegeln, ist jedem klar. Es handelt von Klischee und Vorurteil, von Realität und Ideologie, von wahrer oder Möchtegern-Identität. Dabei wurde vor allem der Wandel in der Darstellung von Mann und Frau thematisiert.
Gast der Veranstaltung war Dr. Eva Schindele, Journalistin und Buchautorin. Sie ist Mitglied im Journalistinnenbund und hat bereits viele Artikel, Hörfunkstücke und Bücher zu Frauenthemen veröffentlicht. Sie berichtete aus ihrer journalistischen Praxis und kam zu dem beruhigenden Schluss: Im Journalismus ist die Kluft zwischen Mann und Frau sehr gering geworden. Die Männer/-Frauenverteilung im Arbeitsleben liegt bereits bei 60 zu 40 Prozent. Allerdings haben immer noch mehr Männer eine feste Anstellung im Journalismus als Frauen, was tendenziell daran liegt, dass in den vergangenen zehn Jahren immer weniger Festanstellungen vergeben werden und aus Kostengründen zunehmend mit freien Mitarbeitern gearbeitet wird.
Dr. Eva Schindele diskutiert mit den Studierenden über den Genderaspekt im Journalismus. Foto: Nassim A. Azarmsa
Da geht es unter „Bremen zählt“ um Finanzen und andere Miseren. „Bremen schwebt“ erzählt spannend, was es in der Hansestadt mit Hightech und Raumfahrt auf sich hat. Wenn „Bremen grübelt“, dann geht es um Sinn und Unsinn von Forschungsgeldern. Es werden Themen ins Visier genommen wie die Zukunft der Zeitung, Start ins Berufsleben und letztendlich kommen gute, alte Reportagen aus dem Arbeitsleben in das Internet. Wer mehr über das Projekt wissen will und erleben will, wie Medien von morgen aussehen werden, kann das unter diesem Link tun:
Viertsemester produzieren Blog zur EU-Wahl
Was steht eigentlich im Vertrag von Lissabon und was sagen Europaskeptiker? Wie funktioniert das Wahlsystem und was hat die kleine Insel Lampedusa mit der EU zu tun? Die Studierenden des vierten Semesters Fachjournalistik haben ein kleines hörbares Europa-Lexikon aufgenommen und sich gefragt, warum sie eigentlich zur EU-Wahl gehen werden. Auf dem Blog sind Fotos, Texte und Hörstücke zum Thema EU zu finden.Die dazu gehörigen Wahlsprüche wurden auch im Programm von Funkhaus Europa gesendet und sind nun auf der Homepage von Radio Bremen zu finden.
Das Blog wurde im Rahmen der Lehrveranstaltung "Europa- und internationale Politik" produziert und von Libuse Cerna, Redakteurin von Funkhaus Europa, betreut.
Wo das politische Leben tobt:
Journalistikstudierende zu Besuch im ARD-Studio und beim RBB in Berlin Wo das Morgenmagazin und der Bericht aus Berlin zu Hause ist, da zieht es auch künftige Journalisten hin: Ins ARD-Hauptstadtstudio direkt an die Spree und sich an das Pult stellen, wo Ulrich Deppendorf 1999 das erste Mal den Bericht aus Berlin moderierte.
Das Hauptstadtstudio gilt als einer der modernsten digitalen Medienbetriebe in Europa: zwei Videoserver, zwei TV-Studios, sechs digitale Schnittplätze plus eigener Grafik machten noch mehr Lust auf den Beruf.
Danach ging es zum Berliner Landesrundfunkhaus, dem RBB. Highlight beim RBB war der Raum, in dem die Hörspiele aufgezeichnet werden. Hier konnte man Sandwege und geteerte Wege entlang gehen, die im Hörspiel so klingen, als seien sie echt. Der Raum ist komplett schallisoliert, so dass jegliche Geräusche, die dort produziert werden, ohne Hall entstehen. Der geschichtliche Gang durch das Gebäude, das sogar noch einen funktionierenden Paternoster besitzt, wurde mit dem Besuch im Radiosender Multikulti abgerundet. Den Redakteuren des Senders ging es allerdings nicht besonders gut: Ihr Radiosender steht kurz vor dem Aus, jedweder Widerstand seitens der Journalisten scheint zwecklos. Ein Zeitzeugnis der Medienkrise und für angehende Journalisten die Konfrontation mit dem hart umkämpften Markt. Wir wünschen den Multikultis viel Glück und versprechen, ihren Aufkleber in Bremen zu verteilen: Multikulti muss bleiben.
Hier einige Fotoimpressionen des Besuchs aus dem Jahr 2008:
Zweitsemester mit Dozentin Kirsten Rautenberg (re.) am Puls journalistischen Lebens
Gruppenbild im RBB: Danach ist für einige klar - an diese Adresse geht die nächste Bewerbung.

