Aktuelles
Preiswürdige Bremer JungjournalistenAugen auf Bremen: Was als Seminarthema im Winter 2010 begann, hat im Frühling 2012 die Aufmerksamkeit einer hochrangigen Jury auf sich gezogen. Das crossmediale Projekt des Journalismus-Studiengangs der Hochschule Bremen ist für den „European CIVIS Online Media Prize“ nominiert. Und damit befindet sich der Studiengang in bester Gesellschaft. Für diesen Preis reichen unter anderem die ARD, die BBC, France 2, der MDR oder die österreichische Zeitung „Der Standard“ ihre Arbeiten ein. In diesem Jahr haben sich 631 professionelle und hochkarätige Programme aus 25 Ländern der EU und der Schweiz beworben.
Thema der Bremer Jungjournalisten ist Integration. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt auf dem Aspekt der Segregation. Die Internetseite kann unter www.augenaufbremen.de angeklickt werden. In Form von Filmen, Comics, Hintergrundtexten, Hörstücken bietet die Seite anrührende Einblicke in ein komplexes Thema. Menschen und deren Hintergründe stehen im Mittelpunkt. Seriöse Hintergründe beleuchten journalistisch, anschaulich ein eher sperriges Thema.
CIVIS zeichnet seit über zwei Jahrzehnten Programmleistungen im Radio und Fernsehen und seit 2010 auch im Internet aus, die das friedliche Zusammenleben von Menschen unterschiedlichster nationaler, ethnischer, religiöser oder kultureller Herkunft fördern. Die Preisverleihung findet am 18. April im Bundeskanzleramt in Berlin vor geladenen Gästen statt. Die ARD-Vorsitzende und Intendantin des Westdeutschen Rundfunks, Monika Piel, wird gemeinsam mit Staatsministerin Prof. Dr. Maria Böhmer den „CIVIS Online Medienpreis 2012“ an die Preisträgerinnen und Preisträger überreichen. Der „European CIVIS Online Media Prize“ ist mit 5.000 Euro dotiert.
Die Würdigung der Seite der Hochschule Bremen übernimmt Prof. Dr. Andreas Zick, Universität Bielefeld, Lehrstuhl für Sozialisation und Konfliktforschung.
Für die Hochschule Bremen ist Prof. Dr. Barbara Witte zur Preisverleihung geladen. Die Arbeit am Projekt www.augenaufbremen.de wurde von ihr und den KollegInnen Friederike Stüven, Martin Ulrich und Achim Eidenberg 2010/2011 betreut. Bei der Preisverleihung in Berlin am 18. April werden auch einige der damals beteiligten Studierenden dabei sein.
Nähere Auskünfte gibt Prof. Dr. Barbara Witte. Sie ist unter barbara.witte@hs-bremen.de zu erreichen.
Weitere Informationen auch unter http://www.civismedia.eu/index.php?id=2
ISFJ- Studentin für Kausa-Medienpreis nominiert Burcu Arslan aus dem Internationalen Studiengang Fachjournalistik ist für den Kausa- Medienpreis nominiert. Der Preis wird vom Bundesministerium für Bildung vergeben und ist mit insgesamt 30.000 Euro dotiert. Der Preis richtet sich an „junge Journalisten, die zu einer differenzierten Berichterstattung im Bereich „Migration, Integration und Bildung beitragen“. Eingereicht werden konnten veröffentlichte sowie nicht veröffentliche Beiträge in den Kategorien Print/Online, TV und Hörfunk. Burcu Arslan ist mit ihrem Porträt über einen ehemaligen Kindersoldaten aus Sierra Leone in der Kategorie „Hörfunk“ nominiert. Der Beitrag wurde im Funkhaus Europa/ Radio Bremen gesendet.
Die Preisverleihung findet am 1. Dezember in Berlin statt.
- Studienverlauf Fachjournalistik (61440 Byte)
Achtung! Studieninhalte verändern sich zum Wintersemester 2011/2012 Derzeit werden einige Inhalte des Studiengangs Fachjournalistik den aktuellen Gegebenheiten im Journalismus angepasst. So wird es mit einem Modul Onlinejournalismus eine Ergänzung der Medienpraxis geben. Des Weiteren ist in Planung, die Fachschwerpunkte Technik und Wirtschaft durch mehr Wahlmöglichkeiten zu ersetzen. Die Studierenden werden dann die Möglichkeit haben, spezifische Module in anderen Studiengängen zu belegen. Die neuen Inhalte werden bereits zum Wintersemester 2011/2012 gelehrt.
Mehr Informationen dazu in Kürze auf dieser Webseite.
Unter diesem Link findet sich der neue Studienverlauf: Bremer Studierende debattieren mit Studierenden aus Holland
Mitte Juni haben sich etwa 100 Studierende des Internationalen Studiengangs Fachjournalistik der Hochschule Bremen und des kommunikationswissenschaftlichen Studiengangs der Hanze University of Groningen getroffen. Im Rahmen des jährlich stattfindenden Groningen-Projekts an der Hochschule Bremen haben sie zum Thema „Atomenergie“ Pressekonferenzen vor dem Hintergrund eines Krisenszenarios inszeniert und Debatten zu verschiedenen Aspekten des Themas geführt.
Neue Publikation des Forschungsprojekts "Zukunft der Öffentlichkeit" Wahlkämpfe werden auch in Deutschland zunehmend ins Internet verlagert. Mit Web 2.0-Elementen versuchen Parteien, Bürger in politische Prozesse einzubinden. Wie weit sind die deutschen Parteien in Sachen Social Media? Wird der Bevölkerung die Möglichkeit gegeben, sich über Web 2.0 an der politischen Kommunikation zu beteiligen? In einer neuen Publikation stellen Barbara Witte, Kirsten Rautenberg und Claudia Auer neueste Ergebnisse zu diesem Thema aus ihrem Forschungsprojekt vor. Der Artikel gibt einen Überblick über die Webaktivitäten der Parteien während des Wahlkampfs 2009 und gibt einen Einblick in die Ergebnisse aus 2010. Wesentliche Erkenntnis ist, dass die Parteien im Jahr 2009 das Web 2.0 eher aus Marketingzwecken genutzt haben. 2010 hingegen lässt sich bei allen Parteien eine Hinwendung zu partizipativen Elementen erkennen sowie vor allem bei der FDP eine Einbeziehung der Bürger in politische Entscheidungen.
Die vollständige Publikation kann auf Englisch in der neuen Ausgabe der Médiatiques ab Seite 5 unter unten stehendem Link als PDF in der Ausgabe Nr. 47/2010 heruntergeladen werden. Neuer Blog:
Students of journalism write articles in English Newkidzondablog is a platform for quality student journalism in English. The concept is that students write better when they are writing for a real audience. The website also offers practice with multi-author writing, text management and ‘soft’ skills like teamwork and interpersonal communication. Although you probably wouldn’t realise when reading the articles, the writers are not native speakers of English. English language feedback is therefore an important element of the project.
Original assignments are published directly by the multi-author team, and critical peer editing takes place in groups afterwards. The team responsible for newkidzondablog all come from the 2009 cohort of isfj students at Hochschule Bremen University of Applied Sciences.
Comments and constructive criticism are welcome. Twitter und Winnenden: Neue Publikation von Barbara Witte Im Mai 2010 fand an der Universität Ottawa eine internationale Tagung zur journalistischen Ethik statt. Der Titel: „Les journalismes : réalités plurielles, éthique commune?“ Die Teilnehmer kamen u.a. aus Kanada, Frankreich, Mexiko und Brasilien. Sie untersuchten an aktuellen Beispielen aus den jeweiligen Ländern die journalistische Realität. Der Fokus der Tagung lag auf der Frage, inwiefern die unterschiedlichen Realitäten noch auf einer gemeinsamen Ethik fußen. Die Universität Ottawa hat die aus den Vorträgen hervorgegangenen Tagungsbeiträge nun veröffentlicht. Der Beitrag von Prof. Dr. Barbara Witte beschäftigt sich mit dem Fall Winnenden und hier insbesondere mit der Nutzung des Microbloggingdienstes Twitter durch den deutschen Journalismus in eben diesem Fall.
Fachjournalismus international
Es ist eine völlig überarbeitete Neuauflage des 2004 erschienenen Bandes "Fachjournalismus - Expertenwissen professionell vermitteln", herausgegeben von Siegfried Quandt und dem Deutschen Fachjournalistenverband auf dem Markt. Beatrice Dernbach analysiert in ihrem Beitrag "Fachjournalismus international" (S. 35-51), wie deutsche Fachmedien und Fachverlage sich auf die Internationalisierung einstellen und welche Strategien sie zur Auslandsexpansion entwickeln. Weitere Autoren wie beispielsweise Siegfried Quandt, Lutz Frühbrodt, Michael Schaffrath, Andreas Schümchen, Peter Szyszka und Gero Himmelsbach beschreiben Wissenschafts-,
Wirtschaft-, Sport- und Technikjournalismus, das Verhältnis von
Fachjournalismus und Marketing sowie Medienrecht für Fachjournalisten.
Wirtschaft-, Sport- und Technikjournalismus, das Verhältnis von
Fachjournalismus und Marketing sowie Medienrecht für Fachjournalisten.
Publikation von Barbara Witte, Kirsten Rautenberg und Claudia Auer
Im Forschungsprojekt "Zukunft der Öffentlichkeit" des Studiengangs Fachjournalistik werden ständig neue Daten zur Nutzung der Internetkommunikation erhoben. In einer jetzt erschienenen Publikation zeigen die Ergebnisse, dass Parteien und Medien das Web 2.0 lediglich zu Marketingzwecken nutzen, nicht aber, um Bürger in politische Prozesse einzubinden. Die Publikation beschäftigt sich mit der Netzkommunikation von Parteien und Medien in Bremen.
Weitere Themen des Sammelbandes: Wie nutzen Bürgerschaft und politische Repräsentanten das Internet für ihre politischen Ziele? Welche Rolle spielt das Netz in Wahlkämpfen? Wie verändert Onlinenutzung die persönliche Themenagenda? Was sind die Barrieren medialer Partizipation?
Der Band widmet sich dem Einfluss von computervermittelter Kommunikation auf die Politik und politische Kommunikation. Thematisch spannen die Beiträge einen inhaltlichen Bogen von eher „klassischen“ Onlineangeboten wie Politiker-, Parteien- und Regierungshomepages bis hin zu den Diskursen in neuen Öffentlichkeiten des sogenannten „Web 2.0“, wie Weblogs und Wikipedia.
Der Sammelband ist im Nomos-Verlag erschienen.
Fachjournalismus zum Nachhören
Die Vielfalt des Fachjournalismus - das neue Buch von Prof. Dr. Beatrice Dernbach nimmt den Ressortjournalismus unter die Lupe und beschreibt verschiedene Fachjournalismen mit dem Fokus, wie einzelne Fachmedien sich voneinander abgrenzen. In einem Interview hat Joanna Larynowicz, Studentin aus dem 4. Semester, sie im Fachjournalist-Podcast befragt. Weitere Themen des Sammelbandes: Wie nutzen Bürgerschaft und politische Repräsentanten das Internet für ihre politischen Ziele? Welche Rolle spielt das Netz in Wahlkämpfen? Wie verändert Onlinenutzung die persönliche Themenagenda? Was sind die Barrieren medialer Partizipation?
Der Band widmet sich dem Einfluss von computervermittelter Kommunikation auf die Politik und politische Kommunikation. Thematisch spannen die Beiträge einen inhaltlichen Bogen von eher „klassischen“ Onlineangeboten wie Politiker-, Parteien- und Regierungshomepages bis hin zu den Diskursen in neuen Öffentlichkeiten des sogenannten „Web 2.0“, wie Weblogs und Wikipedia.
Der Sammelband ist im Nomos-Verlag erschienen.
Journalistik-Studierende veröffentlichen Daten zur
Zufriedenheit der Studierenden an der Hochschule Bremen
Ergebnis: Die Studierenden sind zufrieden Von Frauke Gieselmann, Christina Hardwig, Kristin Böhmer und Mirja Helms
Die Proteste der Studierenden verstärken die Forderungen der Hochschulrektoren nach einer Bestandsaufnahme der Studienbedingungen nach Bologna: Bildungsministerin Anette Schavan (CDU) lädt Wissenschaftsminister der Länder, Vertreter der Landesrektoren- und der Hochschulrektorenkonferenz sowie Studierendenvertreter zum Bologna-Gipfel nach Berlin. Die Beschlüsse der Hochschulrektorenkonferenz werden zu diesem Termin auf den Prüfstand gestellt. Vor allem die verschulten Studiengänge und der hohe Leistungsdruck in geballten Prüfungen wurden von den Studierenden beklagt. Außerdem stehen die Regelstudienzeit und die mangelnden Einflussmöglichkeiten auf Veranstaltungsinhalte in der Kritik.
Während in ganz Deutschland viele Hörsäle noch bis Anfang 2010 leer bzw. besetzt geblieben und Studierende auf die Straße gegangen sind, ist es an der Bremer Hochschule vergleichsmäßig ruhig geblieben. Der Internationale Studiengang Fachjournalistik der Hochschule Bremen hat dies zum Anlass genommen, eine Befragung unter den Studierenden durchzuführen. Ziel war es, herauszufinden, was die Hochschüler in ihren Unterrichtsräumen gehalten hat, während in anderen Städten mit großer Beteiligung Hörsäle besetzt wurden. Hierbei interessierten die Fachjournalisten unterschiedliche, an die öffentlichen Klagen angelehnte Indikatoren, die sie als mögliche Gründe für die niedrige Beteiligung ansahen.
Die Studierenden im zweiten Semester haben 445 Studenten zu ihrer Zufriedenheit befragt, da diese als Hauptindikator für die niedrige Beteiligung an den Protesten vermutet wurde. Des weiteren wurden die Studenten zu verschiedenen Aspekten ihrer Prüfungsleistungen sowie zur Finanzierung ihres Studiums befragt. Auch die Selbstgestaltungsmöglichkeiten und der Zeitaufwand, den die Studierenden investieren, wurden abgefragt.
Auffällig bei der Auswertung der Ergebnisse war allerdings, dass viele Indikatoren keinen nachweisbaren Einfluss auf die Beteiligung an den Protesten hatten. Jedoch gerade die allgemeine Zufriedenheit mit dem Studium und die Betreuung der Studenten durch ihre Professoren haben aussagekräftige Ergebnisse geliefert. So gaben gerade einmal 13 Prozent an, mit ihrem Studium eher nicht oder überhaupt nicht zufrieden zu sein.
Ist Radio fair?
Gespräch mit Barbara Witte über Mogeleien im Radio Aufgezeichnete Gespräche werden im Radio als Livegespräche angekündigt, PR-Beiträge als journalistisch verkauft und bei Gewinnspielen wird gemogelt. Was im privaten Rundfunk gang und gäbe ist, zieht teilweise auch im öffentlich-rechtlichen Rundfunk ein. Grund genug für motiverte Radiojournalisten, mit der Initiative "Fair Radio" dagegen zu halten und für qualitativen Journalismus einzustehen. Ein Gespräch von der Studentin Angela Niggemeyer aus dem 4. Semester mit der Studiengangsleiterin der Fachjournalistik Prof. Dr. Barbara Witte. Journalistik-Studierende produzieren Blog zur Europa-Politik Was steht eigentlich im Vertrag von Lissabon und was sagen Europaskeptiker? Warum sind die Balkan-Länder noch nicht in der EU und was hat die kleine Insel Lampedusa mit der Staatengemeinschaft zu tun? In ihrer "1 Eurobar" haben die Studierenden der Fachjournalistik ein hörbares Europa-Lexikon aufgenommen. Die Lehrbeauftragte für europäische und internationale Politik, Libuse Cerna, führt gemeinsam mit den Viertsemestern jedes Jahr das Blog zu gleichnamiger Lehrveranstaltung weiter. Highlight der Lehrveranstaltung ist auch in diesem Jahr wieder eine Reise nach Brüssel zum EU-Parlament.
Beatrice Dernbach:
Die Vielfalt des Fachjournalismus
Eine systematische Einführung
Gibt es den Fachjournalismus? Oder sind es viele Fachjournalismen, vom Reise- über den Motor- bis hin zum Medizin- und Wissenschaftsjournalismus? Seit Jahren ist beobachtbar, dass sich Journalismus inhaltlich und thematisch diversifiziert. Er reagiert damit auf den steigenden Bedarf an Spezialwissen in der Life-long-learning-Gesellschaft. Das Buch analysiert diese Entwicklung, indem es einerseits in den gesellschaftlichen Themenfeldern selbst und andererseits in deren Widerspiegelung in der Publizistik nachforscht und damit einen aktuellen und systematischen Überblick zu den verschiedenen Facetten des Fachjournalismus bietet.
Einleitung: Gibt es den Fachjournalismus? - Die Besonderheiten - Der Markt des Fachjournalismus - Die Vielfalt des Fachjournalismus (Reise-/Umwelt-/Sport-/Mode-/Medizin-/Gesundheits-/Wirtschafts-/Wissenschafts-/Technikjournalismus) - Fachjournalismus als Forschungsfeld - Ist nicht alles Fachjournalismus? Oder: Was ist nicht Fachjournalismus?
Autorin Dr. Beatrice Dernbach ist Professorin für Theorie und Praxis des Journalismus an der Hochschule Bremen und Leiterin des Studiengangs Wissenschaftskommunikation (M.A.).
Zielgruppe: Studierende und Dozenten der Medien- und Kommunikationswissenschaft, Journalistik, PR, Institutionen der journalistischen Aus- und Weiterbildung (Journalistenschulen, PR-Akademien etc.) Die Vielfalt des Fachjournalismus
Die Vielfalt des Fachjournalismus
Eine systematische Einführung
Einleitung: Gibt es den Fachjournalismus? - Die Besonderheiten - Der Markt des Fachjournalismus - Die Vielfalt des Fachjournalismus (Reise-/Umwelt-/Sport-/Mode-/Medizin-/Gesundheits-/Wirtschafts-/Wissenschafts-/Technikjournalismus) - Fachjournalismus als Forschungsfeld - Ist nicht alles Fachjournalismus? Oder: Was ist nicht Fachjournalismus?
Autorin Dr. Beatrice Dernbach ist Professorin für Theorie und Praxis des Journalismus an der Hochschule Bremen und Leiterin des Studiengangs Wissenschaftskommunikation (M.A.).
Zielgruppe: Studierende und Dozenten der Medien- und Kommunikationswissenschaft, Journalistik, PR, Institutionen der journalistischen Aus- und Weiterbildung (Journalistenschulen, PR-Akademien etc.) Die Vielfalt des Fachjournalismus
Stellvertretender Bildchef aus Bremen
zu Besuch im Journalistikstudiengang:
„Ekel und Elend ist unser täglich’ Brot“
Die Bildzeitung ist nicht nur die größte Tageszeitung in Europa, sie ist auch die Zeitung mit den meisten Presseratsrügen in Deutschland. Sie zeigt gegen den Willen der Eltern Fotos von jungen Unfallopfern, bildet Opfer einer Familientragödie ab, macht aus einem Heim für schwer erziehbare Kinder ein „Heim für Kindergangster“ und schlachtet Selbstmorde aus. Für Till Jecke, stellvertretender Chefredakteur der Bild Bremen, das tägliche Geschäft. Bei seinem Besuch im Studiengang Fachjournalistik ließ er die Studierenden einen Blick hinter die Kulissen der Bildzeitung werfen: „Wir nehmen die Strafzahlungen des Presserates in Kauf, weil wir durch die Geschichte selbst viel mehr Geld verdienen“.
Eine fragwürdige Ethik und Moral, menschenverachtende Artikel und Sensationsgier – das fiel den Studierenden des ersten Semesters zuerst zum Stichwort Bildzeitung ein. So interessierte einen der angehenden Journalisten vor allem eins: wie er als Journalist hinter diesem „bluttriefenden Zirkus“ stehen kann. Till Jecke ist solche Fragen gewöhnt. Täglich rufen Leser in seiner Redaktion an und beschimpfen ihn mit „Schwein“ und „diese scheiß’ Bildzeitung“ – Kommentare, zu denen er keine Stellung mehr nimmt. „Leser dürfen sich gerne bei mir beschweren, aber bitte konstruktiv“, sagt er. Lächelnd sitzt er auf dem Tisch des Vorlesungsraumes, sein Hemd guckt über den V-Ausschnitt seines Pullovers hervor, die braune Nadelstreifenhose sitzt perfekt. Ausführlich beschreibt er seinen beruflichen Weg zur Bildzeitung und beantwortet danach jede Frage zwar knapp, aber überraschend ehrlich. Er steht zum Boulevardjournalismus und will eine gute Boulevardzeitung machen und zwar jeden Tag. „Quatsch lesen die Leute eben gerne.“ Und diesen „Quatsch“ müsse er produzieren und das so viel und so reißerisch wie möglich - schließlich müsse die Bildzeitung jeden Tag aufs Neue die Leser dazu überreden, 60 Cent zu bezahlen. Die Gründe für den Erfolg der meist gelesenen Tageszeitung der Republik liegen für ihn in der Emotionalisierung der Themen: „Menschen wollen in ihren Gefühlen gepackt werden und das schafft die Bild mit ihren personalisierten Geschichten“. Er erinnert dabei an das Lied der Band „Die Ärzte“, die in einer ihrer Liedzeilen die Inhalte der Bildzeitung verkürzt darstellt mit „Angst, Hass, Titten und dem Wetterbericht“. „Besser kann man es nicht sagen – das ist unser Erfolgsrezept“, so Jecke. Doch trotz der hohen Leserdichte hat die Bildzeitung einen schlechten Ruf – „im Springerhaus übrigens einen schlechteren als außerhalb des Hauses“, verrät der Bildzeitungschef, „dabei vergessen diese Journalisten, dass die Bildzeitung defizitäre Produkte wie die Welt mitfinanziert, die sich Springer nur aus Imagegründen leistet“.
zu Besuch im Journalistikstudiengang:
„Ekel und Elend ist unser täglich’ Brot“
Die Bildzeitung ist nicht nur die größte Tageszeitung in Europa, sie ist auch die Zeitung mit den meisten Presseratsrügen in Deutschland. Sie zeigt gegen den Willen der Eltern Fotos von jungen Unfallopfern, bildet Opfer einer Familientragödie ab, macht aus einem Heim für schwer erziehbare Kinder ein „Heim für Kindergangster“ und schlachtet Selbstmorde aus. Für Till Jecke, stellvertretender Chefredakteur der Bild Bremen, das tägliche Geschäft. Bei seinem Besuch im Studiengang Fachjournalistik ließ er die Studierenden einen Blick hinter die Kulissen der Bildzeitung werfen: „Wir nehmen die Strafzahlungen des Presserates in Kauf, weil wir durch die Geschichte selbst viel mehr Geld verdienen“.
Dass Menschen den Bildzeitungsreportern die Tür öffnen, ihnen Fotos und etwaige Abschiedsbriefe eines gerade verstorbenen Angehörigen geben, das konnten die Studierenden sich nicht vorstellen. „Viele Leute wollen nach so einem Vorfall reden“, erklärt Jecke „und das wird ausgenutzt“. Er selbst war noch nie in der Situation, an der Haustür von Eltern klingeln zu müssen, um nach dem Foto des gerade verstorbenen Kindes zu fragen. „Gott sei dank“, gesteht er, „ich weiß nicht, wie man sich dabei fühlt“. Hat man da wirklich keine moralischen Bedenken, keine Gewissensbisse? Eine Frage, die während des gesamten Besuches unbeantwortet im Raum steht. Genau weiß Jecke diese Frage nicht zu beantworten, weil er selbst im Politikteil tätig und nur indirekt mit menschlichen Dramen konfrontiert ist. Und bestätigt erneut: Er steht hinter dem Gesamtprodukt und er will eine gute Boulevardzeitung machen. Mehr nicht. Einmal hakt eine Studentin noch nach: Angenommen, er sehe die Fotos seiner gerade tödlich verunglückten Kinder in der Zeitung - wie er dann reagieren würde? „Das will ich mir nicht vorstellen. Danke. Nächste Frage.“
Senden Sie noch oder twittern Sie schon?
Prof. Barbara Witte mit neuem Beitrag im Sammelband des OSI-Club
Unter der Überschrift "apropos Wahlkampf - Politik und Medien im Superwahljahr" ist jetzt die Dokumentation zur Ringvorlesung im Sommersemester erschienen. Journalisten, Wahlkampfpraktiker und Wissenschaftler hatten im Rahmen dieser Vortragsreihe am Otto-Suhr-Institut die Entwicklungen der Kommunikationslandschaft im Superwahljahr 2009 analysiert.
Jakob Augstein (der Freitag), Tissy Bruns (Tagesspiegel) und Jens König (stern) widmeten sich dem Thema aus publizistischer Perspektive.
Michael Kronacher (Berater von Schröder, Gabriel und anderen Sozialdemokraten), FDP-Bundesgeschäftsführer Hans-Jürgen Beerfeltz, Grünen-Werbeberater Hans-H. Langguth und der Berliner Volksbegehren-Manager Matthias Wambach (CDU) steuerten Erfahrungen und Erkenntnisse politischer Kommunikationsprofis bei.
Exkurse galten der historischen Entwicklung von Wahlkämpfen (Prof. Josef Klein), aktuellen Medienstrategien im Web 2.0 (Prof. Barbara Witte), den Lektionen des Europawahlkampfes (Marco Althaus) sowie dem Wahlkampf Barack Obamas in den USA (Bettina Gaus, taz).
Prof. Barbara Witte mit neuem Beitrag im Sammelband des OSI-Club
Jakob Augstein (der Freitag), Tissy Bruns (Tagesspiegel) und Jens König (stern) widmeten sich dem Thema aus publizistischer Perspektive.
Michael Kronacher (Berater von Schröder, Gabriel und anderen Sozialdemokraten), FDP-Bundesgeschäftsführer Hans-Jürgen Beerfeltz, Grünen-Werbeberater Hans-H. Langguth und der Berliner Volksbegehren-Manager Matthias Wambach (CDU) steuerten Erfahrungen und Erkenntnisse politischer Kommunikationsprofis bei.
Exkurse galten der historischen Entwicklung von Wahlkämpfen (Prof. Josef Klein), aktuellen Medienstrategien im Web 2.0 (Prof. Barbara Witte), den Lektionen des Europawahlkampfes (Marco Althaus) sowie dem Wahlkampf Barack Obamas in den USA (Bettina Gaus, taz).
Ihre Beiträge zu der vom OSI-Club organisierten Ringvorlesung liegen jetzt als Buch unter dem Titel "apropos Wahlkampf – Politik und Medien im Superwahljahr 2009" vor, das über den Buchhandel oder direkt über den Verlag Peter Lang bezogen werden kann.
Die Ringvorlesung wurde vom OSI-Club, Alumni- und Förderverein am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin, organisiert – in Zusammenarbeit mit der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit.
Gerhard Göhler/ Cornelia Schmalz-Jacobsen/ Christian Walther (Hrsg.)
apropos Wahlkampf
Politik und Medien im Superwahljahr 2009
2009. 146 S., zahlr. Abb.
ISBN 978-3-631-58807-9
€-D 16.80
New Journalists on the Blog
Ob Kirchentag in Bremen, bayerisches Understanding und neues aus dem Auslandssemester: Die Fachjournalisten berichten in ihrem neuen englischsprachigen „JournoBlog“ gemeinsam mit Englischlehrer Jeremy Hookway über aktuelle Themen aus Bremen und der Welt und zeigen ihr Können in verschiedenen Artikeln. Da darf die Westerwell’sche Englisch-Diskussion natürlich nicht fehlen. Comments are welcome!
Die Ringvorlesung wurde vom OSI-Club, Alumni- und Förderverein am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin, organisiert – in Zusammenarbeit mit der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit.
Gerhard Göhler/ Cornelia Schmalz-Jacobsen/ Christian Walther (Hrsg.)
apropos Wahlkampf
Politik und Medien im Superwahljahr 2009
2009. 146 S., zahlr. Abb.
ISBN 978-3-631-58807-9
€-D 16.80
Spezialisierung im Journalismus
Herausgegeben von Beatrice Dernbach und Thorsten Quandt
Auf die immer stärkere Ausdifferenzierung des Publikums in kleinere und kleinste Interessengruppen reagiert der Journalismus mit einer zunehmenden Spezialisierung: Nahezu jedes vermutete oder offenkundige Publikumsinteresse wird mit publizistischen Angeboten in jeder denkbaren Form bedient. So findet man im Printbereich neben klassischen Allround-Titeln für Wirtschaft, Sport, Politik und Kultur auch Very-special-interest- und Fach-Publikationen für den Geldanleger, den Jazzliebhaber, den Segler,den Angler, den Uhrenfan. Im Internet boomen immer spezialisiertere Webseiten und Blogs. Und auch das Fernsehen entdeckt zunehmend kleinere Nischen und Sparten. Mit den positiven wie negativen Aspekten dieser Spezialisierung setzt sich der vorliegende Sammelband sowohl aus wissenschaftlicher als auch aus praxis-bezogener Sichtweise auseinander.
Inhalt: Einleitung - Theoretische (Neu-)Bestimmungen - Spezialisierte Angebote - ein Trend? - Spezialisierung aus der Sicht der Praxis - Spezialisierung und die Folgen für das Berufsfeld/Berufsbild.
Mit Beiträgen von Beatrice Dernbach, Thorsten Quandt, Siegfried Weischenberg, Margreth Lünenborg, Alexander Görke, Manfred Rühl, Daniel Nölleke, Andreas Eickelkamp, Annette Leßmöllmann, Christoph Moss, Stefan Korol, Urs Dahinden, Vinzenz Wyss u.a.
Grüne Welle: Fernsehsendung des dritten Semesters
Grün ist Sinnbild für das Leben, steht für den Schutz von Lebensraum, der Natur und Umwelt. Doch auch in unerwarteten Zusammenhängen begegnet uns die Farbe Grün im Alltag. Herausgegeben von Beatrice Dernbach und Thorsten Quandt
Inhalt: Einleitung - Theoretische (Neu-)Bestimmungen - Spezialisierte Angebote - ein Trend? - Spezialisierung aus der Sicht der Praxis - Spezialisierung und die Folgen für das Berufsfeld/Berufsbild.
Mit Beiträgen von Beatrice Dernbach, Thorsten Quandt, Siegfried Weischenberg, Margreth Lünenborg, Alexander Görke, Manfred Rühl, Daniel Nölleke, Andreas Eickelkamp, Annette Leßmöllmann, Christoph Moss, Stefan Korol, Urs Dahinden, Vinzenz Wyss u.a.
Genug Gründe für die Studenten des Studienganges Fachjournalistik, der Farbe eine Sendung zu widmen. Im Rahmen eines TV-Seminars entstand die Sendung „Grüne Welle“. In ihren Beiträgen nehmen sich die Studenten dabei des Themas Grün an und beleuchten es aus unterschiedlichen Perspektiven. Kaum eine andere Farbe weckt so viele unterschiedliche Assoziationen. Viel Material für eine gelungene Sendung, die informiert, unterhält und überrascht.
Hier kann die gesamte Sendung angesehen werden:
Eine Nachlese zur Podiumsdiskussion mit Bremer Medien
Die Zukunft des Bremer Lokaljournalismus ist nicht so leicht auszumachen. Denn die Medienlandschaft befindet sich in einem Strukturwandel, auch und gerade in Bremen: Radio Bremen ist umgezogen und versucht sich in der Trimedialität, der Weser Kurier baut an seinem Online-Auftritt und Center TV will andere Medien künftig mit Bewegtbildern versorgen. Der Reibungspunkt unter den Podiumsdiskutanten von Radio Bremen, Weser Kurier, taz, Center TV, Nordsee-Zeitung und Bremen4u war aber vor allem die Vermischung von PR und Journalismus und die Frage, wie guter Journalismus künftig auch gut bezahlt werden soll.
Einig war man sich zumindest in einem Punkt: Ja, es wird die Zeitung in zehn Jahren noch geben. Uneinig war man sich jedoch in dem Wie. Möglich wäre eine nach eigenen Themen bestückte Zeitung auf einer Plastikfolie, die der Leser sich zu Hause ausdruckt, so der Vorschlag von Klaus Wolschner aus der Lokalredaktion der taz. Das würde aber auch bedeuten, dass die gedruckte Zeitung weniger gekauft und ihr Preis aufgrund geringerer Nachfrage und Druckanzahl steigen würde. Wer wird die Zeitung angesichts von kostenlosem Onlinejournalismus noch lesen? Und wie kann guter Print- und Onlinejournalismus dann noch bezahlt werden?
Eine öffentlich-rechtliche Zeitung könnte die Lösung sein, meinte Martin Reckweg von Radio Bremen. Ohnehin wäre eine Medienwelt, deren öffentlich-rechtliche Sender sich auf den Bildungsauftrag konzentrierten und den privaten Sendern die Unterhaltung überliessen ein besserer Beitrag zur Demokratie, hieß es aus der Redaktion der taz.
Die drei Beispiele der Moderatorinnen zum Thema PR im Bremer Lokaljournalismus machten deutlich, wie sehr der Demokratie fördernde Bildungsauftrag mit Werbung vermischt werden kann: PR-Beiträge, die nicht als solche gekennzeichnet sind, sondern allenfalls das Wort „Verlagssonderveröffentlichung“ kaum sichtbar tragen. Dass dieses Wort jedoch nicht von jedem Leser als Synonym für Werbung verstanden wird, darin waren sich viele der Diskutanten einig. „Kein Zeitungsredakteur kann ausschließen, dass PR in sein Medium gerät“, sagte Dr. Helge Matthiesen vom Weser Kurier. Eine Lokalzeitung sei nicht das Anhängsel von Werbung, sondern umgekehrt, so Matthiesen. Dr. Jost Lübben von der Nordsee-Zeitung ergänzte: „Ansonsten wäre die Glaubwürdigkeit einer Zeitung infrage gestellt und ihre Leser ziemlich schnell weg.“
Zukunft im Journalismus – das bedeutet nicht nur Wachsamkeit in Sachen PR, sondern für die Journalisten auch eine größere Herausforderung, dem Wandel durch die Digitalisierung standzuhalten. Das Stichwort: Crossmedialität. Die in vielen Büchern und Artikeln dargestellte Arbeitsmethode, in der ein Journalist künftig in drei bis vier Medien arbeiten muss, stellten die Gäste infrage. Das Gerücht des viel besagten „Eier legenden Wollmilch-Redakteurs“ sei nicht umsetzbar. Aus dem Bremer Landesrundfunkhaus, Vorreiter im trimedialen Arbeiten, hieß es: „Wir sind von dem Ideal, dass ein Journalist alles machen soll, weit entfernt – es ist aber auch die Frage, ob wir das jemals angestrebt haben“. Crossmedialität bedeute erstmal, multimedial zu denken und Ressortgrenzen in den Köpfen von Journalisten aufzuweichen. Dennoch gehe kein Weg mehr daran vorbei, dass Journalisten künftig fähig sein müssen, in allen Medien zu arbeiten, so Florian Preuß von Bremen4u. Zu glauben, ein Journalist könne künftig in einem Medium bestehen, sei eine Illusion. Hochschulabsolvent auf heise online Wenn Medien Realität erschaffen, kann es auch mal so ausgehen: In der Berichterstattung über den G8-Gipfel wurde den Aussagen der Polizei mehr Glaubwürdigkeit geschenkt als den Aussagen der Demonstranten. Das hat Christian Selz, Absolvent des Studiengangs Fachjournalistik, in einer Untersuchung herausgefunden, die er im Rahmen seiner Diplomarbeit durchgeführt hat. Was dabei noch herauskam, hat er jetzt in einem Interview auf dem Onlineportal Telepolis erzählt.

