Schnell-Navigation:

Hochschule Bremen - University of Applied Sciences

Hochschule Bremen
Top-Themen


Was ist ein Umweltmanagementsystem nach EMAS?

Die wohl wesentliche Idee eines Umweltmanagementsystems (UMS) ist die kontinuierliche Verbesserung der Umweltleistung bei gleichzeitiger Einhaltung allen geltenden Rechts. Ähnlich wie der Sisyphus aus der Griechischen Mythologie muss die Organisation sich kontinuierlich den Berg nach oben bewegen.

Vorangetrieben wird das UMS (der Stein) durch die Visionen der Leitung und die langfristigen Ziele, die von ihr gesetzt werden. Die langfristigen Ziele werden in kurzfristige Ziele und Maßnahmen herunter gebrochen, um konkrete Handlungsvorgaben in die Organisationseinheiten geben zu können.

Damit der Stein nicht wieder ins Tal zurückrollt, richtet die Organisation niveausichernde Vereinbarungen und Regelungen ein (der Keil). Vereinbarungen über Prozessabläufe, die in Umweltverfahrensanweisungen festgeschrieben wurden, dienen z.B. als solche Sicherung, genau wie ein System zur Umsetzung von Korrektur- und Vorbeugemaßnahmen.

Mit Hilfe der Internen Audits und des Managementreviews wird kontrolliert wie weit der "Stein" schon den Berg hinauf gerollt wurde. Sie vergleichen die Höhe des Steines mit den ursprünglich gesetzten Zielen. Ein Ergebnis könnte dann sein, dass der Stein nächstes Jahr auf einem anderen Weg gerollt werden muss.


Was ist EMAS


EMAS ist ein Managementsystem, das Unternehmen dabei hilft, ihren betrieblichen Umweltschutz eigenverantwortlich und kontinuierlich zu verbessern. EMAS steht für die englische Bezeichnung des europäischen Umwelt-Audit-Systems "Eco-Management and Audit Scheme", auch bekannt unter dem Stichwort "Öko-Audit". Als modernes umweltpolitisches Instrument setzt EMAS auf die freiwillige Teilnahme von Unternehmen und geht über die gesetzlichen Regelungen hinaus. Seit 1993 können in allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union aufgrund einer EG-Verordnung gewerbliche Unternehmen und andere Organisationen an dem einheitlichen System für das Umweltmanagement und die Umweltbetriebsprüfung teilnehmen.


An EMAS kann sich jede Organisation beteiligen, die ihren betrieblichen Umweltschutz verbessern möchte. Organisation ist dabei umfassend zu verstehen als Unternehmen, Handwerks- oder Gewerbebetrieb, aber auch als Einrichtung der öffentlichen Hand. Zur EMAS-Teilnahme müssen Organisationen ihre Tätigkeiten, Produkte und Dienstleistungen im Hinblick auf Auswirkungen auf die Umwelt überprüfen und auf dieser Grundlage ein Managementsystem schaffen.


Alle Organisationen, die an EMAS teilnehmen, erstellen für die Öffentlichkeit regelmäßig eine Umwelterklärung. Darin werden die eigene Umweltpolitik und das Umweltprogramm mit den konkreten Zielen für die Verbesserung des betrieblichen Umweltschutzes festgelegt, verbunden mit einer umfassenden, möglichst zahlenmäßigen Darstellung und Bewertung der Umweltauswirkungen eines jeden Standorts und der bereits erzielten Verbesserungen.


Jede Umwelterklärung muss von einem unabhängigen, staatlich zugelassenen Umweltgutachter überprüft werden (Auditierung). Erfüllt sie die strengen Voraussetzungen der EG-Umwelt-Audit-Verordnung, erklärt der Umweltgutachter die Umwelterklärung für gültig (Validierung). Die Organisation wird bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) in das EMAS-Register eingetragen. Die Eintragung erfolgt unter der Voraussetzung, dass kein Verstoß gegen einschlägige Umweltvorschriften vorliegt.
Die Namen aller in Europa registrierten Organisationen werden regelmäßig im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften veröffentlicht. Ende Dezember 2001 waren in Deutschland mehr als 2650 Standorte registriert.

Die Novelle der EG-Öko-Audit-Verordnung (EMAS II) ist am 27. April 2001 in Kraft getreten.
Sie erlaubt den Teilnehmern, die EMAS-registriert sind, das EMAS-Logo zu verwenden.


 

 

Access Keys: