Schnell-Navigation:

Hochschule Bremen - University of Applied Sciences

Hochschule Bremen
Top-Themen


Interview

„Die Stärkung des regionalen Innovationssystems ist unser Ziel” - Rektorin Prof. Dr. Karin Luckey im Interview
Die Hochschule Bremen (HSB) positioniert sich strategisch verstärkt als Impulsgeberin für die regionale Entwicklung. Wo liegen die Schwerpunkte? Welche Angebote tragen dazu bei? Was sieht die weitere Hochschulentwicklungsplanung vor?
Frau Prof. Dr. Luckey, wie kann die HSB das regionale Innovationssystem stärken?
Karin Luckey: Die Hochschule Bremen ist eine der führenden Hochschulen der Angewandten Wissenschaften in Deutschland. Dieses Potential wollen wir noch wirksamer vor Ort verankern. Die HSB bildet bereits mit ihrem Studienprogramm die zentralen Wirtschaftssektoren der Region ab. Das sichert Fach- und Führungskräfte – Personalgewinnung ist inzwischen ein zentraler Faktor für Unternehmen.
Eine unserer Stärken ist der „Transfer über die Köpfe“ von Anfang an: Praxissemester sind Pflicht; Projektarbeiten vermitteln Kompetenzen im „Reallabor“; 90% der jährlich ca. 1.500 Absolventinnen und Absolventen schreiben ihre Abschlussarbeit in Kooperation mit einem Unternehmen. Unserer Professorinnen und Professoren haben nicht nur einen ausgezeichneten wissenschaftlichen Hintergrund, sondern auch Führungserfahrungen in der Praxis. Diese Verbindung fördert die Vernetzung.
Wir liefern Unternehmen ein breites Angebot zur Bindung dieser High Potentials an die Region – das bauen wir aktuell aus.
In welcher Rolle sieht sich die HSB als Partnerin für Unternehmen und die regionale Entwicklung?
Karin Luckey: Wir sind praxisorientiert und global exzellent vernetzt, das kommt der regionalen Entwicklung zugute. Wir sind überzeugt: Vernetzung, Perspektivenreichtum, gemeinsames Erproben sind die Basis für Innovation. In enger Abstimmung mit unseren Partnern aus Wirtschaft, Gesellschaft und der Stadtregion Bremen übernehmen wir eine Schlüsselfunktion im regionalen Innovationssystem bei der Bewältigung gegenwärtiger und künftiger Herausforderungen.
Wir haben dazu unser „Bremer Modell“ entwickelt: In einem intensiven Austausch mit den Akteuren gestalten und überprüfen wir unsere Transferaktivitäten fortlaufend und passen sie auf diese Weise „lernend“ dem Bedarf und den Zukunftsthemen an. So schaffen wir die Voraussetzung, die komplexen Herausforderungen nachhaltig und erfolgversprechend gemeinsam zu bearbeiten. Die HSB sieht sich dabei „on spot“: niederschwellig, leicht zulänglich, präsent und vernetzt, gemeinsam aktiv. Unsere bedarfsorientierten Transferaktivitäten richten wir konsequent auf Studium, Lehre und Forschung aus – das ist unsere „mission“. Bund und Länder sind gefordert, diese Rolle in der Hochschulfinanzierung grundlegend zu berücksichtigen.
Welche Projekte konnten bereits realisiert werden?
Karin Luckey: Mehr als 70 größere Projekte entsprechen bereits heute dem „Bremer Modell“. Aktuell erproben wir neue transdisziplinäre Lehrkonzepte wie das „Airbus-Café“, Innovationcamps und Reallabors zu Fragen der Mobilität, Gesundheit und der Stadtentwicklung.
Die Learners‘ Company entwickelt neue Konzepte im Bereich Freizeit und Tourismus.
Welche weiteren Maßnahmen werden sonst noch aktuell umgesetzt?
Karin Luckey: Die Unternehmen signalisieren uns ihren Fachkräftebedarf. Deshalb sind wir besonders aktiv im Ausbau des dualen Studienangebotes. Mit aktuell 15 Programmen sind wir die führende duale Hochschule im Nordwesten. Inzwischen bieten wir auch „duale“ Masterprogramme im International Graduate Center, eine der führenden Business Schools, an. Die MBA-Programme werden aktuell flexibler an die Vereinbarkeit von Beruf und Familie angepasst. Wir bieten Unternehmen „passgenaue“ Lösungen für ihre Personalentwicklung.
Der neue Career Service bietet Unternehmen vielfältige Möglichkeiten zum Personal-Recruiting. Der neue Forschungsservice bietet verbesserte Dienstleistungen für gemeinsame FuE-Vorhaben. Mit „B2inno“ haben wir einen neuen Kristallisationspunkt für biobasierte Entwicklungen im Bereich Mobilität und Energie geschaffen. Digitalisierung, produktive, sozialgerechte Stadtregion, Energie, Umwelt, Nachhaltigkeit stellen u.a. weitere Entwicklungsthemen in der HSB dar. Das neugegründete Institut für Personalmanagement bietet vor allem familiengeführten und mittelständigen Unternehmen eine zentrale Anlaufstelle bei der Entwicklung von zukunftsweisenden Personalkonzepten.

 

 

Access Keys: