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Hochschule Bremen - University of Applied Sciences

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Potentiale und Probleme der Verarbeitung und Vermarktung von Cashew, Karité und indigenen Früchten: Maßnahmen zur Förderung der Agroindustrie in Westafrika

Das Projekt hat das Ziel, Potenziale und Hindernisse für die lokale Verarbeitung und (inter)nationale Vermarktung von Cashew- und Karité-Nüssen sowie von Früchten wie Mango zu identifizieren, vergleichend zu analysieren und sektorspezifische Problemlösungen zu erarbeiten. Es ist interdisziplinär und multinational angelegt und wird Kooperationsmöglichkeiten zur Formulierung einer neuen regionalen Förderstrategie und eines modularisierten Trainingsprogramms für technische Berater, Wirtschaftsförderer und Entscheidungsträger sondieren. Involvierte Disziplinen sind Bioverfahrenstechnik, Agrar- und Umweltökonomie, KMU-Ökonomie und Außenwirtschaftspolitik. Die Region Westafrika ist mit dem frankophonen Mali und den anglophonen Ländern Nigeria und Ghana vertreten. Bezugspunkte sind die Programmcluster 1 und 3 (insb. Food Processing) des Consolidated Plan of Action, erweitert im Sinne der Abuja Declaration 2010 der AU um eine dezidierte agrarökonomische und außenwirtschaftliche Komponente. Das Projekt beinhaltet zwei thematische Expertenworkshops (Nigeria und Deutschland), die auch der Qualifizierung von Nachwuchswissenschaftlern dienen.

Afrika hat ein großes Potenzial für eine agro-industriell basierte Entwicklung; dies gilt insbesondere für die Nahrungsmittelverarbeitung. Ein Ausbau der lokalen Wertschöpfung und der nationalen und internationalen Vermarktung könnte in hohem Maße Beschäftigung und Einkommen schaffen und so die Armut beseitigen helfen, die Nahrungsmittelversorgung stabilisieren und ein nachhaltiges wirtschaftliches Wachstum ermöglichen. Da in der Nahrungsmittelverarbeitung besonders Frauen als (Klein-)Unternehmerinnen tätig sind, ist das Gedeihen dieses Industriezweigs auch von außerordentlicher Bedeutung für die Beteiligung von Frauen am Wirtschaftsleben. Allerdings stehen der Entwicklung dieses Sektors noch eine Vielzahl von Hindernissen im Wege – vom ökologisch verträglichen und ressourceneffizienten Anbau über die verlustarme und saubere Einbringung der Ernte, die angemessene Lagerung und einwandfreie technische Verarbeitung bis hin zur profitablen Vermarktung auf regionalen und internationalen Märkten.

Aus diesem Grund haben nationale Regierungen und internationale Organisationen eine Vielzahl von Studien erstellen lassen, um einzelne Aspekte der Wertschöpfungsketten zu analysieren, sowie Projekte und Strategien entwickelt, um praktische Möglichkeiten aufzuzeigen, wie die bestehenden Potenziale auszuschöpfen sind. Selten sind dabei wirklich interdisziplinäre und fast nie international vergleichende Untersuchungen angestellt worden.

Das hier vorgeschlagene Projekt will sondieren, ob durch eine Zusammenarbeit zwischen Wissenschaftlern aus drei westafrikanischen Ländern (dem frankophonen Mali und den anglophonen Ländern Ghana und Nigeria) und aus unterschiedlichen Disziplinen (vor allem aus der Biologie und Bioverfahrenstechnik einerseits sowie der Agrarökonomie, Umweltökonomie und Internationalen Ökonomie andererseits) neue Strategien zur Förderung dieses Sektors und Trainingskurse für technische und ökonomische Berater entwickelt werden können. Die drei Länder wurden ausgewählt, da sie stark unterschiedliche sozioökonomische Bedingungen aufweisen (Durchschnittseinkommen, Einkommensverteilung, Urbanisierung, Human Development, Außenwirtschaftssystem, Außenwirtschaftsstrategien etc.), wodurch sich vergleichende Studien anbieten und eine Übertragbarkeit zu entwickelnder Empfehlungen auf andere Länder der Region ermöglicht wird.

Damit bezieht sich dieses Projekt auf eine Reihe von neuen internationalen Initiativen. Zu nennen ist insbesondere der Consolidated Plan of Action der NEPAD sowie die Abuja Declaration On Development of Agribusiness and Agro-Industries in Africa, 10 March 2010 der Afrikanischen Union. In der Abuja Deklaration wird insbesondere die Bedeutung des Sektors für die Einkommenssicherung der Kleinbauern, die Nahrungsmittelsicherung allgemein und die Einkommensschaffung für nicht-landwirtschaftlich tätige Bevölkerungsgruppen hervorgehoben.


 

 

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