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Vortragsreihe „Rechtspopulismus und die Krise des Politischen“

v. links n. rechts: Prof. Dirk Jörke (TU Darmstadt), Dr. Thomas Köcher (Landeszentrale f. pol. Bildung), Prof. Beate Zimpelmann & Prof. Heinz Lynen von Berg (beide HS Bremen)
v. links n. rechts: Prof. Dirk Jörke (TU Darmstadt), Dr. Thomas Köcher (Landeszentrale f. pol. Bildung), Prof. Beate Zimpelmann & Prof. Heinz Lynen von Berg (beide HS Bremen)
Beim zweiten Vortrag der Vortragsreihe „Rechtspopulismus und die Krise des Politischen“ waren über 130 Besucherinnen und Besucher im Haus der Wissenschaft. Der weit über Deutschland hinaus bekannte Politikwissenschaftlicher Prof. Dr. Dirk Jörke (TU Darmstadt) sprach über „Populismus – Ursachen und falsche Antworten“, ein aktuelles Thema nach den Europawahlen und den erheblichen Wahlverlusten der etablierten Volksparteien, wie der CDU/CSU und SPD in Deutschland. Jörke ging dann auf die Europawahlen ebenso ein wie er auch punktuell die Wahlergebnisse der Bremer Senatswahl vom 26. Mai beleuchtete.
Referent Prof. Dirk Jörke
Referent Prof. Dirk Jörke
Im Fokus seines Vortrages standen aber die Erfolgsbedingungen und die Entwicklung des Rechtspopulismus in der Bundesrepublik Deutschland. Jörke machte dabei deutlich, dass der Erfolg von rechtspopulistischen Parteien sowohl auf strukturelle Defizite der repräsentativen Demokratie als auch auf die Bindungsverluste der etablierten Volksparteien zurückzuführen ist. Als eine wichtige Beschreibung gesellschaftlicher Ursachen führte er die Cleavage (Konfliktlinie) zwischen Modernisierungsgewinnern und -verlierern an, die ihren Ausdruck auch in dem Kulturkampf zwischen gutsituierten akademischen Milieus auf der einen und sich abgehängt fühlenden und an traditionellen Werten orientierten Milieus auf der anderen Seite findet (Kosmopoliten versus Kommunitaristen). Jörke machte deutlich, dass die Wahl von rechtspopulistischen Parteien für die Wähler auf einer für sie rationalen Entscheidungsgrundlage basiere. Deshalb sei die moralisierende und despektierliche Haltung gegenüber Wählern rechtspopulistischer Parteien kontraindiziert. Der in der Auseinandersetzung mit dem Rechtspopulismus vorherrschende moralisierende Gestus verdoppelt nach seiner Meinung die populistische gut-böse-Unterscheidung und bestätigt damit letztlich das Weltbild rechtspopulistischer Politiker ebenso wie die Haltungen der Wählerinnen und Wähler. Die bei den etablierten Parteien zu beobachtende moralisierende Auseinandersetzung mit dem Rechtspopulismus kann deshalb nach Jörke als „hilfloser Antipopulismus“ bezeichnet werden.
Eröffnung der Veranstaltung durch Prof. Dr. Heinz Lynen von Berg
Eröffnung der Veranstaltung durch Prof. Dr. Heinz Lynen von Berg
Die Vortragsreihe wird gemeinsam von dem Studiengang Soziale Arbeit und dem internationalen Studiengang Politikmanagement der Fakultät 3 - Gesellschaftswissenschaften der HSB in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung veranstaltet.

Der dritte Vortrag findet am 28.10.2019 ab 18 Uhr im Haus der Wissenschaft statt. Prof. Dr. Paula Diehl von der TU Kiel redet dann zum Thema „Medien und Rechtspopulismus“.

Organisiert wird die Vortragsreihe von Prof. Dr. Heinz Lynen von Berg und Prof. Dr. Beate Zimpelmann.
Verantwortliche
Name Telefon E-Mail
Lynen von Berg, Heinz, Prof. Dr. +49 421 5905 3780  senden
Zimpelmann, Beate, Prof. Dr. +49 421 5905 4285  senden


veröffentlicht am 2019-07-11 15:16

 

 

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