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Alte Neustadt in Bremen wird Fahrrad-Modellquartier

Bundesumweltministerium stellt 2,4 Millionen Euro aus dem Klimaschutzfonds zur Verfügung
von links nach rechts:  Tobias Wolf, Gunter Mischner (beide ADFC), Steffi Kollmann (HSB), Annemarie Czichon (Ortsamtsleiterin), Rektorin Prof. Dr. Karin Luckey, Senator Dr. Joachim Lohse, Michael Glotz-Richter (Senator für Umwelt, Bau und Verkehr) und Ralph Saxe (Bürgerschaftsabgeordneter).
von links nach rechts: Tobias Wolf, Gunter Mischner (beide ADFC), Steffi Kollmann (HSB), Annemarie Czichon (Ortsamtsleiterin), Rektorin Prof. Dr. Karin Luckey, Senator Dr. Joachim Lohse, Michael Glotz-Richter (Senator für Umwelt, Bau und Verkehr) und Ralph Saxe (Bürgerschaftsabgeordneter).
Der Senator für Umwelt, Bau und Verkehr und die Hochschule Bremen haben sich gemeinsam in einem wettbewerblichen Verfahren um Fördermittel im „Bundeswettbewerb Klimaschutz im Radverkehr“ der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) für ein „Fahrradmodellquartier Alte Neustadt Bremen – von der Fahrradstraße zur Fahrradzone“ beworben. Nun sind nach vielen Verhandlungsrunden die Förderbescheide für die Umsetzung des Fahrradmodellquartiers den Senator für Umwelt, Bau und Verkehr (1.576.361,00 Euro) und die Hochschule Bremen (834.835,00 Euro) eingetroffen.

Senator Dr. Joachim Lohse, zuständig für die Fragen aus Stadtentwicklung, Verkehr und Umweltschutz freut sich: „Bundesumweltministerin Barbara Hendricks nimmt mit ihrem Förderprogramm das Thema Klimaschutz im Stadtverkehr ernst. Fahrradförderung ist nicht nur Klimaschutz, sondern entlastet den Stadtverkehr insgesamt.“ Verkehrssenator Lohse möchte die Pionierrolle Bremens weiter ausbauen. „Bremen ist eine Fahrrad-Stadt. Hier haben viele fahrradpolitische Innovationen wie die Fahrradstraße einen Ursprung. Diese Tradition wollen wir gerne fortsetzen. In der Alten Neustadt soll nun die erste Fahrradzone der Republik entstehen.“

In einer Fahrradstraße hat der Radverkehr Vorrang. Eine Voraussetzung ist allerdings, dass der Radverkehr die vorherrschende Verkehrsart ist - oder es durch die Maßnahmen zu erwarten ist. In Fahrradstraßen darf nebeneinander geradelt werden. Der Autoverkehr ist „Gast“ und deshalb ist auch das Tempo in Fahrradstraßen von vornherein auf 30 km/h begrenzt. Diese Rahmenbedingungen sollen für das gesamte Quartier zwischen Osterstr./Westerstr., Langemarckstr., der Rolandstraße und den Neustadtswallanlagen gelten.
Damit dieses Gebiet auch wirklich fahrradfreundlich wird, sollen mit den Fördermitteln aus dem Klimaschutzfonds nun die Straßen in der Alten Neustadt zwischen Osterstraße / Westerstraße, Langemarckstraße und den Wallanlagen umgestaltet werden. Wo heute Kopfsteinpflaster das Radfahren unbequem macht, sollen Asphaltstreifen in der Fahrbahn ein glattes Fahren ermöglichen. Hierbei wird zum Beispiel die Kleine Johannisstraße komplett saniert werden. Auch die Lahnstraße ist im Maßnahmenpaket enthalten.

Von besonderer Bedeutung sind bessere Querungsmöglichkeiten der großen Verkehrsachsen Langemarckstraße und Westerstraße, um das Quartier in Richtung Neustadtbahnhof / Woltmershausen sowie zur neugestalteten Stadtstrecke an der Weser besser anzuschließen. Dies gilt genauso für eine bessere Erreichbarkeit des zentralen Versorgungsbereichs an der Westerstraße. Insgesamt wird auch der Fußgängerverkehr durch das Freihalten von Gehwegen mittels einer konsequenten Ordnung des Parkens in den neuen Fahrradstraßen deutlich gestärkt.

Mit einem verkehrsberuhigten Bereich am Neustadtswall soll der Campus der Hochschule noch enger zusammenwachsen.
Neue Fahrrad-Abstellmöglichkeiten, Leihfahrräder, E-Bike-Ladestationen und ein Fahrradreparatur-Café für die Hochschule Bremen
Auf zusätzliche Fahrrad-Abstellmöglichkeiten an allen drei Standorten, ausleihbare Fahrräder und Lastenräder, E-Bike-Ladestationen und ein Fahrradreparatur-Café auf dem Campus Neustadtswall darf sich die Hochschule Bremen (HSB) freuen.
Rektorin Prof. Dr. Karin Luckey unterstreicht in diesem Zusammenhang die Funktion der Hochschule: „Die HSB ist ein Knotenpunkt im Quartiersnetzwerk in der dynamisch sich entwickelnden Neustadt. Mit den bewilligten Maßnahmen zur Förderung der klimagerechten Mobilität tragen wir dazu bei, die Alte Neustadt zu einem lebendigen Viertel der Innenstadt weiterzuentwickeln. Dabei sehen wir uns in einer zentralen Rolle mit dem Ziel eines ,Campus Neustadt‘ als Modell für eine wissensbasierte Innenstadtentwicklung.“

Das Projekt „Fahrradmodellquartier“ ist eingebettet in das Klimaschutzkonzept der Hochschule. Der Maßnahmenkatalog beinhaltet Ergebnisse und Empfehlungen zu Klimaschutz und Klimaanpassung in zentralen Handlungsfeldern. Initiiert wurde es von der School of Architecture der HSB und dem ADFC.

Die Maßnahmenpakete der Hochschule beziehen auch die Standorte nahe Flughafen und in der Werderstr. mit ein – z.B. mit verbessertem Fahrradparken und Lademöglichkeiten für e-Bikes an allen drei Standorten.

Die Sprecher des Beirates Neustadt, Jens Oppermann und Ingo Mose, betonen: „Der Beirat hat die Bewerbung als Fahrrad-Modellquartier gefordert. Wir freuen uns, dass es gelungen ist, die Fördermittel in die Neustadt zu holen. Die gemeinsame Umsetzung mit dem Verkehrssenator, der Hochschule, dem Ortsamt, zusammen mit den Initiativen vor Ort, dem Gewerbe und Kultureinrichtungen unterstützt der Beirat gerne.“
Ortsamtsleiterin Annemarie Czichon: „Die Alte Neustadt ist ein besonderes Quartier – mit seiner Mischung von Wohnen, Gewerbe, Hochschule und Einrichtungen wie der Shakespeare Company und dem Modernes oder dem Südbad. Das Miteinander funktioniert auch deshalb vergleichsweise gut, weil es so viel Radverkehr gibt. Der Antrag hat auch deshalb eine breite Unterstützung gefunden, weil alle etwas davon haben. Es macht den Stadtteil attraktiver“.

Der ADFC hat das Antragsverfahren aktiv unterstützt. Der Landesvorsitzende Tobias Wolf betont: „Bremen als Fahrradstadt hat heute einen Verkehrsanteil von 25 Prozent. Mit solchen Modellmaßnahmen kann man einen Sprung nach vorne machen und mehr Menschen für das Fahrradfahren gewinnen. Das Modellquartier wird auch mit der Umgestaltung des Deiches und dem Bau der Stadtstrecke eine bessere Anbindung an die geplanten Premiumrouten bekommen.“

Im August 2016 hatten die Fraktionen in der Bremischen Bürgerschaft nahezu einstimmig die Bewerbung zum Fahrradmodellquartier unterstützt. Auch der Bürgermeister Dr. Carsten SIeling und Uwe Beckmeyer haben sich in Berlin für den Bremer Gemeinschaftsantrag stark gemacht.
Abbildung: Einbindung der Maßnahmen im Modellquartier in die großräumlichen Radverbindungen (z.B. durch die Neustadtswallanlagen, entlang der Weser und in Richtung Woltmershausen.
Abbildung: Einbindung der Maßnahmen im Modellquartier in die großräumlichen Radverbindungen (z.B. durch die Neustadtswallanlagen, entlang der Weser und in Richtung Woltmershausen.


veröffentlicht am 2017-03-06 14:59

 

 

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