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Welche Bedeutung kann das geplante TTIP-Abkommen für das Land Bremen haben?

Eine von der Hochschule Bremen und dem Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut veranstaltete Podiumsdiskussion mit über achtzig Gästen auf den Campus Neustadtswall
Nach der Begrüßung durch die Hochschulrektorin, Prof. Dr. Karin Luckey, und Cornelius Neumann-Redlin, Hauptgeschäftsführer der Unternehmensverbände im Lande Bremen e.V., diskutierten Volkmar Herr (Handelskammer), Christian Gutschmidt (Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen), Moderator Philipp Jaklin (Weser Kurier), Prof. Dr. Henning Vöpel (HWWI), Prof. Dr. Thomas Straubhaar (Uni Hamburg) und Prof. Dr. Hans-Heinrich Bass (Hochschule Bremen).

Professor Bass von der Fakultät Wirtschaftswissenschaften erläuterte: Nicht alle Branchen in Bremen würden von diesem Abkommen profitieren. So gingen unter Berücksichtigung der gegenläufigen Effekte für Partner und Drittstaaten die Exporte im Bremischen Seeverkehr und im Handel allgemein sogar leicht zurück, die Automobilindustrie gewinne jedoch recht stark. Unterm Strich könnten auf zehn Jahre gerechnet in Bremen durch das TTIP allenfalls tausend neue Jobs entstehen, je nachdem, wie weitreichend der Abbau der nicht-tarifären Handelshemmnisse erfolge. Da auch andere Regionen kaum mehr profitieren, gehe es den Verhandlungsführern wohl eher um indirekte Langfristeffekte. Bass ordnete das transatlantische TTIP-Abkommen und das transpazifische Schwesterabkommen TPP nämlich ein als geostrategische Antwort der "Triadenländer" in Nordamerika, Japan-Pazifik und der EU auf zwei Herausforderungen: Erstens, ein neues techno-ökonomisches Paradigma (neue Werkstoffe, neue Schlüsseltechnologien sowie die Fragmentierung der Produktionsprozesse und deren Neu-Zusammensetzung über Globale Wertschöpfungsketten). Dieses verlange nach Nationalstaatsgrenzen überschreitenden Märkten und der Vereinheitlichung von Standards. Zweitens, das Auftreten neuer Weltwirtschaftsmächte, insbesondere der BRICS-Staaten wie Brasilien, Indien und China. Professor Bass bezweifelte allerdings, dass die beabsichtigte Eindämmung der neuen Weltwirtschaftsmächte gelingen könne. Absehbar seien aber "Kollateralschäden" der Triaden-Abkommen TTIP und TPP in den Entwicklungsländern, insbesondere in Afrika. Um deren Interessen zu berücksichtigen, und damit künftige Konflikte zu entschärfen, die auch Rückwirkungen auf uns haben könnten, plädierte der Bremer Volkswirtschaftsprofessor für eine Berücksichtigung der Interessen der indirekt betroffenen Entwicklungsländer in den laufenden Verhandlungen, im Idealfall sogar für eine Rückführung der Verhandlungen in den Rahmen der Welthandelsorganisation WTO.


veröffentlicht am 2016-02-23 15:05

 

 

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