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Hochschule Bremen - University of Applied Sciences

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Chinavorträge der Hochschule Bremen

Mit sechs öffentlichen Vorträgen zu aktuellen Chinathemen im Haus der Wissenschaft beendeten Studierende der Hochschule Bremen im Juni 2015 nach drei Jahren in Bremen und einem Jahr in China ihr Studium der Wirtschaftssinologie (AWS).

An den Beispielen aktueller militärischer Entwicklungen und Konflikte sowie der Asian Infrastructure Investment Bank (AIIB, in Gründung) zeigten Nicole Frömberg und Charlotte Salas Mojica das Erstarken Chinas in Asien auf und beleuchteten die Absichten der Weltmacht. Offensichtlich wurde der Wille zu erhöhter Einflussnahme: Seit Xi Jinpings Amtsantritt verzeichnen die Militärausgaben einen überdurchschnittlichen Anstieg und sowohl im Ost- als auch im Südchinesischen Meer bezieht Chinas Militär deutlicher Stellung als jemals zuvor. Die 2014/15 von China ins Leben gerufene und wesentlich finanzierte AIIB wird Infrastrukturprojekte in Asien fördern und dem Land damit verstärkten Einfluss auf die regionale Entwicklung ermöglichen.

Chinesische Luxuskonsumenten laufen ihren westlichen Counterparts immer mehr den Rang ab. Mostafa Akbarzada, Dayan Chen und Nicki Richter sehen diese Situation als eine natürliche Entwicklung an. Vor dem Hintergrund der chinesischen Kultur gepaart mit dem rasant wachsenden Wohlstand der Bevölkerung und unter Einfluss äußerer Faktoren, die den Wunsch nach hoher Qualität entstehen lassen, ist es eine verständliche Konsequenz, dass die Chinesen mittlerweile die größte Konsumentengruppe im Luxus darstellen. Das Fazit des Vortrags unterstreicht die Veränderungen im weltweiten Luxusangebot, um den chinesischen Bedürfnissen gerecht zu werden.

Trotz erheblicher staatlicher Investitionen und einer außerordentlichen Ausweitung des tertiären Bildungssektors innerhalb weniger Jahre sind Missstände im chinesischen Bildungssystem beachtlich und zugleich für einen eklatanten Fachkräftemangel verantwortlich. Als maßgebliche Ursachen identifizierten Felix Plaschka, Daniel Syniak und Niklas Gräbner ungleiche Bildungschancen, mangelnde Qualität der Bildung und unzureichende Abstimmung mit den Anforderungen der Wirtschaft. Einer kritischen Betrachtung unterzogen wurden die Maßnahmen der Regierung zur Behebung der Bildungsdefizite sowie die Strategien der Unternehmen zur Bewältigung des Fachkräftemangels. Im Ausblick betonten die Referenten die Dringlichkeit des Handelns.

Mit Zensurmaßnahmen kämpft die chinesische Regierung gegen zu viel Freizügigkeit in der Gesellschaft. Beobachter titulieren die Maßnahmen der chinesischen Führung als Start einer neuen Prüderie Chinas. Aus diesem Anlass beschäftigten sich Sarah Muthke, Laura von der Brelie und Helge Urban mit dem Thema Sexualität in China. Die Referenten untersuchten die gesellschaftlichen Ziele der Kommunistischen Partei Chinas unter der Führung von Xi Jinping und beleuchteten die daraus resultierenden Kampagnen gegen Prostitution und Pornographie. Der politischen Perspektive stellten die Redner schließlich den Umgang der Gesellschaft mit Sexualität entgegen und diskutierten die sich ergebende Kontroverse einer konservativen Regierung und einer sich liberalisierenden Bevölkerung.

Keine Regierung der Volksrepublik China hat so intensiv und lang andauernd gegen die Korruption gekämpft wie aktuell diejenige unter Staatspräsident Xi Jinping. Doch hat die Korruption auch nie gekannte, die ganze chinesische Gesellschaft durchdringende Ausmaße erreicht. Mit Xi’s Jagd auf „Tiger und Fliegen“ befassten sich deshalb Eva Chen, Lynh Nguyen und Hongzhu Wei. Sie verwiesen auf Beispiele von Korruption und Bestrafung in der chinesischen Geschichte und gaben einen Überblick über die jüngsten Fälle. Mit dem im Juni zu lebenslanger Haftstrafe verurteilten Zhou Yongkang ist der bislang ranghöchste Parteikader betroffen. Beobachter streiten über die letztlichen Motive des Staatspräsidenten und der weitere Verlauf der Kampagne bleibt offen.

Der Energiehunger der Volksrepublik China ist ungebrochen und wird trotz verlangsamtem Wirtschaftswachstum weiter steigen. Deshalb und um auch der stark belasteten Umwelt Rechnung zu tragen, erhalten erneuerbare Energien und energieeffiziente Bauweisen in China immer mehr Zuspruch. Mandy Land, Sylvia Mehner und Vanessa Milhamke analysierten anhand verschiedener konkreter Projekte, welche Kontroversen auch dabei auftreten und wie die zukünftige Energieversorgung Chinas aussehen kann. Im Fokus stehen Wasser-, Pumpspeicher-, Wind- und Solarkraftwerke, Anlagen zur Absorption von CO2 und Passivhäuser. Im Fazit wird deutlich, dass auch die sogenannten Alternativen Problematiken in sich tragen und die Einbeziehung und Aufklärung der Gesellschaft in diesen Fragen umso dringlicher ist.

Die Präsentationen stehen auf der Website des Studiengangs AWS zum Download bereit:
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Schädler, Monika, Prof. Dr. +49 421 5905 4123  senden


veröffentlicht am 2015-07-29 14:33

 

 

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