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Workshop über Zukunftschancen für den Einsatz von Flüssiggas in der Schifffahrt

„Small-scale LNG in Norddeutschland - Chancen für die Bremischen Häfen“
Workshop der Gesellschaft für Angewandten Umweltschutz und Sicherheit im Seeverkehr (GAUSS)
„Small-scale LNG in Norddeutschland - Chancen für die Bremischen Häfen“ lautete das Thema einer Informations- und Diskussionsveranstaltung, zu der die „Gesellschaft für Angewandten Umweltschutz und Sicherheit im Seeverkehr“ (GAUSS) am Mittwoch, dem 6. April, eingeladen hatte. Im Mittelpunkt der gut besuchten Veranstaltung stand die Frage, welche Zukunftsperspektiven sich in der Deutschen Bucht für den Einsatz von Flüssiggas (Liquefied Natural Gas, LNG) als Brennstoff in der Schifffahrt abzeichnen. Der Umgang mit Flüssiggas als Transportgut gilt bereits als Routine.

Vertreter von Reedereien, Tanklagerbetreibern, Hafenbetrieben sowie von Schiff- und Anlagenbauern der Region waren der Einladung gefolgt und tauschten sich aus über den jüngsten Stand der technischen Entwicklungen auf dem Gebiet der Gastank- und Kühlsysteme, der Flüssiggastransportinfrastruktur, der Versorgungslage, der Entwicklungen im Gastankerbau und der Sicherheitsregularien.

Flüssiggasprojekte (genauer: LNG-Projekte) haben in den letzten Jahren weltweites Wachstum erfahren und werden zukünftig infolge der MARPOL VI Erfordernisse für Minderung umweltschädlicher Schiffsemissionen weitere Bedeutung gewinnen - darüber waren sich die Teilnehmer einig. Im Vergleich zu den derzeit eingesetzten Brennstoffen führt LNG zur nahezu vollständigen Reduzierung der SOx-, NOx- und Rußpartikel-Emissionen, es ist grundsätzlich und auf lange Sicht verfügbar und zudem – zumindest unter den gegenwärtigen Bedingungen - kostengünstiger als Marine Gas Oil (MGO). Hemmschwellen für die notwendigen Investitionen auf Schiff- und Landseite ergeben sich aktuell insbesondere durch fehlende verbindliche Regelungen auf internationaler Ebene (IGF-Code) und Sicherheitsaspekte gerade bei Bunkervorgängen in den Häfen. Auch die Klimabilanz ist verbesserungswürdig: Durch den sogenannten Methanschlupf der derzeitigen Gasmotoren ist die Bilanz allenfalls "neutral".

Bis zu einer flächendeckenden Einführung der LNG-Technologie in den europäischen Seehäfen wird sicher noch etwas Zeit vergehen. Einzelne europäische Häfen wie Göteborg sind aber bereits in der konkreten Planung für LNG-Terminals. Wichtige Erkenntnisse für die technische Umsetzung erwarten die Teilnehmer der GAUSS-Veranstaltung von einer jetzt anlaufenden Sicherheits- und Machbarkeitsstudie des Bundesverkehrsministeriums über das Bunkern mit Flüssiggas in deutschen Häfen.

Aufbauend auf den ausgetauschten Informationen soll das Thema im Rahmen der bremischen Clean Ship-Initiative weiter verfolgt werden, die von den senatorischen Ressorts Wirtschaft und Häfen sowie Umwelt gefördert wird.


Hinweis an Redaktionen:
Für Rückfragen: Dipl.-Geogr. Antje Willnow, Gesellschaft für Angewandten Umweltschutz und Sicherheit im Seeverkehr mbH, Werderstraße 73, 28199 Bremen, Tel.: 0421-5905-4850; gauss@gauss.org; www.gauss.org.


veröffentlicht am 15. April 2011

 

 

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