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Die Shanghaier – clever wie eh und je | Ein Fazit zum Ende der China-Wochen an der Hochschule Bremen

Shanghai unterlag in den letzten 50 Jahren einem atemberaubenden Wandel – das ist unbestritten. Damit werden allerdings bedeutende Konstanten schnell überdeckt. Mit diesem Fazit endeten die China-Wochen an der Hochschule Bremen am vergangenen Dienstag. Thematisch war Shanghai – parallel zur derzeit dort stattfindenden Weltausstellung – während der gesamten China-Wochen an der Hochschule Bremen im Fokus. Die abschließende Podiumsdiskussion am 15. Juni brachte eine ganz besondere Facette dieser Metropole auf den Punkt: Über die letzten fünf Jahrzehnte hinweg sind die Shanghaier die besten Geschäftsleute in ganz China – der radikalen Änderung von Plan- zur Marktwirtschaft und allen gesellschaftlichen Umbrüchen zum Trotz. „Beim Verhandeln mit den damals staatlichen Handelsgesellschaften erwiesen sich die Shanghaier klar als die Tüchtigsten“, so Zeitzeuge Ralf Sbresny, der bereits zu Beginn der Kulturrevolution für das Handelshaus Melchers in ganz China auf Geschäftsreisen war.

Waren zu seiner Zeit westlichen Ausländern nur kurze und kontrollierte Aufenthalte gestattet, so boten sich der Wirtschaftssinologin Sabine Kohlsaat ganz andere Möglichkeiten. Die Absolventin der Hochschule Bremen arbeitete ebenfalls für Melchers – allerdings bis 2008 fünf Jahre am Stück in Shanghai. Die Findigkeit der Shanghaier im Gegensatz zum übrigen China sieht sie ähnlich wie Sbresny, haben ihre Shanghaier Kollegen doch „immer gestöhnt, wenn sie mit Chinesen aus anderen Teilen Chinas verhandeln mussten“. Gerade frisch zurückgekehrt von seinem dreijährigen Shanghai-Einsatz für die Firma Bosch kann Martin Knoss nur lebhaft zustimmen: „Die Shanghaier sind sehr clever beim Geschäftemachen, aber auf eine sehr faire Art und Weise.“ Als eine weitere Konstante hoben die Teilnehmer die nach wie vor eher indirekte Kommunikation der chinesischen Partner hervor, selbst in dem weltoffenen Shanghai und nach Jahrzehnten der Kooperation mit den viel direkteren Europäern und Amerikanern. Schließlich behält die Wirtschaftsmetropole Shanghai auch ihre jahrzehntelange Vorreiterrolle z.B. hinsichtlich der Arbeitsbedingungen in ihren Unternehmen. So kann sich Martin Knoss Streiks wie derzeit in Südchina in den Unternehmen der Metropole am Yangtze nicht vorstellen: „Unsere Mitarbeiter sind weitgehend zufrieden und gut motiviert“.

Gleichzeitig sind es gerade diese Streiks, die die gravierenden Veränderungen in ganz China in den Blickpunkt rücken. So deutet sich laut Monika Schädler, Professorin an der Hochschule Bremen, damit eine neue Ära für das Land an, das bei uns bislang fast ausschließlich als Niedriglohnstandort bekannt war – eine Umwälzung, die sich auch auf unseren Konsum auswirken kann.

An der Hochschule Bremen geht es jetzt in Sachen Shanghai erst richtig los – die Vorbereitungen für die eigene Beteiligung an der Expo laufen auf Hochtouren. Anzutreffen sind Studenten, Mitarbeiter, Professoren und die Rektorin der Hochschule auf dem Bremen-Stand auf der Expo vom 20. September bis 08. Oktober.


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veröffentlicht am 23. Juni 2010

 

 

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